
Die Rückkehr der Legenden: Neue SUVs von Chevrolet, Jeep, Mahindra und Hyundai für 2027
In Südamerika und Indien entstehen 2027er-SUVs, die Tradition mit neuen Plattformen verbinden – ein Trend, der auch den europäischen Markt erreichen könnte.
Es ist ein Aufbruch in mehreren Kontinenten zugleich: Gleich vier große Automobilkonzerne haben in den vergangenen Wochen konkrete Pläne für neue SUV-Modelle des Jahrgangs 2027 vorgestellt. Aus südamerikanischer Perspektive sticht die Neubelebung einer Ikone hervor. In Argentinien präsentierte Gemini den Chevrolet Chevy 2027, der die charakteristische Silhouette des Klassikers bewahrt, aber mit modernen Turboladern, einer vollständig überarbeiteten Fahrwerksabstimmung und zeitgemäßen Sicherheitssystemen für den urbanen Verkehr gerüstet ist. Der Wagen soll historische Verbundenheit mit den heutigen Ansprüchen an Effizienz und Wirtschaftlichkeit versöhnen – ein Balanceakt, der auf dem argentinischen Markt besonders aufmerksam beobachtet wird.
Parallel dazu setzt Jeep in Brasilien auf Expansion in preissensible Segmente. Der neue Avenger 2027, der auf dem Festival „Todo Mundo no Rio“ erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde, wird künftig unterhalb des Renegade positioniert. Er übernimmt die jüngste europäische Designsprache, mit einer neu gestalteten Frontpartie und den markanten X-förmigen Rückleuchten. Aus brasilianischer Sicht geht es darum, den wachsenden Wettbewerb mit lokalen und internationalen Anbietern zu bestehen – ein strategischer Schachzug, der die Jeep-Modellpalette nach unten abrundet.
Ein noch ehrgeizigeres Vorhaben verfolgt Mahindra & Mahindra in Indien. Der Konzern kündigte an, bis 2031 insgesamt sechzehn neue SUV auf den Markt zu bringen, sowohl mit Verbrennungs- als auch mit Elektroantrieb. Grundlage ist die neu entwickelte monocoque NU_IQ-Plattform. Als erstes Modell soll ab 2027 die Studie Vision S in Serie gehen, die unter der Submarke Scorpio firmieren wird. Beobachter in Neu-Delhi sehen darin den Versuch, die heimische Dominanz im SUV-Segment gegen globale Konkurrenten wie Hyundai zu verteidigen.
Eben dieser Hyundai hat soeben die Erlkönigfotos des komplett neu gestalteten Creta 2027 veröffentlicht. Die nächste Generation des Bestsellers zeigt sich mit breiteren Schultern, versenkten Türgriffen und schmalen Leuchteinheiten deutlich bulliger. Technisch basiert der Creta auf der neuen K3-Plattform, die eine hybride Elektrifizierung ermöglicht und verbesserte Fahreigenschaften verspricht. Die Indien-Premiere wird für das kommende Jahr erwartet.
Was sich hier abzeichnet, ist mehr als eine regionale Modelloffensive. In allen vier Fällen setzen die Hersteller auf modulare Architekturen, die eine rasche Anpassung an unterschiedliche Märkte erlauben – und die indirekt auch die europäischen Ableger dieser Konzerne beeinflussen könnten. Für deutsche Hersteller, die im kompakten SUV-Segment ohnehin unter Druck stehen, ergibt sich ein weiterer Impuls, die Elektrifizierung und die Kosteneffizienz ihrer Plattformen zu beschleunigen. Die Rückkehr der Legenden könnte so zum Vorboten einer neuen globalen Wettbewerbsdynamik werden.
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