
Monatelange Fahndung nach Dreifachmord endet mit Leichenfund im Outback
Polizei in New South Wales hat die Leiche des mutmaßlichen Dreifachmörders Julian Ingram gefunden. Der 37-Jährige war seit Januar auf der Flucht.
Im australischen Bundesstaat New South Wales hat eine monatelange Großfahndung ein abruptes Ende gefunden. Beamte entdeckten am Montagnachmittag im Round-Hill-Naturschutzgebiet, rund hundert Kilometer nordwestlich von Lake Cargelligo, einen stark verwesten männlichen Leichnam neben einem verlassenen Geländewagen. Es handelt sich nach Einschätzung der Polizei um den gesuchten Julian Ingram, der Ende Januar seine hochschwangere Ex-Partnerin Sophie Quinn, deren neuen Freund John Harris sowie Quinns Tante Nerida Quinn erschossen haben soll.
Ein vierter Mann, Kaleb Macqueen, überlebte damals schwer verletzt. Ingram, ein ehemaliger Gemeindegärtner, war seit der Tat flüchtig und galt als der meistgesuchte Mann des Staates. Die Sicherheitskräfte hatten ihn mit einem Großaufgebot gejagt, doch die Spur verlor sich schnell im weitläufigen, dünn besiedelten Buschland des Central West.
Gefunden wurde die Leiche nun von Mitarbeitern der Nationalparks, die dort verwilderte Tiere bekämpften. Neben dem Fahrzeug, einem weißen Ford Ranger mit dem Logo der Gemeindeverwaltung von Lachlan Shire, lagen auch eine Schusswaffe und Patronenhülsen. Die Identifizierung des Toten steht noch aus, doch Polizeisprecher Andrew Holland sprach bereits von Erleichterung: Die Nachricht bringe der betroffenen Gemeinde „Abschluss und Entlastung“.
Für die Angehörigen der Opfer wiegt der Fund indes schwerer. Ein Familienmitglied sagte, die Leiche bringe die Toten nicht zurück – ein Gefühl, das viele in der kleinen Stadt Lake Cargelligo teilen dürften, die unter dem Blutbad und der monatelangen Ungewissheit litt. Aus Sicht der Polizei von Sydney wirft der Fall erneut Fragen zum Umgang mit häuslicher Gewalt auf: Ingram hatte zum Zeitpunkt der Morde bereits Kaution für Gewaltdelikte gegen Quinn erhalten.
Das System der Freilassung auf Kaution steht nun unter Druck. Während die Polizei am Tatort im Naturschutzgebiet die Spurensicherung fortsetzt, bleibt die gerichtsmedizinische Untersuchung abzuwarten. Der Vorfall wird die Debatte über lückenhafte Präventionsmechanismen gegen Femizide in Australien weiter anheizen – ein Thema, das auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit wachsender Besorgnis verfolgt wird.
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