
Ermordung von Wahlkampfhelfern erschüttert Kolumbien: Zwei Wochen vor der Stichwahl
Fünfzehn Tage vor der Präsidentschaftswahl werden der Wahlkampfkoordinator und ein Assistent des rechtsgerichteten Kandidaten Abelardo de la Espriella erschossen. Die Sicherheitsbehörden tagen.
Nur zwei Wochen vor der kolumbianischen Präsidentschaftswahl hat die politische Gewalt das Land erneut eingeholt. Im ländlichen Bezirk Cubarral, rund 170 Kilometer südlich von Bogotá, wurden Rogers Mauricio Devia Escobar, ehemaliger Bürgermeister des Ortes und lokaler Wahlkampfkoordinator des rechtsgerichteten Kandidaten Abelardo de la Espriella, sowie sein Assistent Eder Fabián Cardona López von bewaffneten Männern auf Motorrädern erschossen. De la Espriella, der für die Bewegung Nationale Rettung antritt, bezeichnete die Getöteten in einer ersten Stellungnahme als „Patrioten“, die dem „Narkoterrorismus“ zum Opfer gefallen seien. Ihre Mörder seien noch unbekannt, teilte die Gouverneurin des Departements Meta, Rafaela Cortés, mit. Der Kandidat selbst schrieb von einer feigen Tat, die ihn im Innersten getroffen habe, und gelobte, der Schrecken werde seinen Wahlkampf nur noch entschlossener machen.
Aus kolumbianischer Sicht ist der Vorfall der jüngste Höhepunkt einer Serie von Drohungen und Übergriffen im Vorfeld des Urnengangs am 31. Mai. Das Sekretariat für Regierung und Sicherheit des Departements Meta berief für den 17. Mai einen außerordentlichen Sicherheitsrat ein, um mit den Bürgermeistern der Region über die Eskalation zu beraten. Die Gouverneurin Cortés sprach von einem tiefen Schock und kündigte eine verstärkte Präsenz der Sicherheitskräfte an. Auch andere Parteien sind betroffen: Gabriel Vallejo, Chef der konservativen Partei Centro Democrático, berichtete von Drohungen gegen eigene Wahlkampfhelfer im selben Bezirk. Dabei schwingt die Erinnerung an frühere Attentate mit – die Region Meta ist umkämpft zwischen mehreren bewaffneten Gruppen, darunter Splitter der ehemaligen FARC-Guerilla und Organisationen, die die US-Regierung als terroristisch einstuft. De la Espriella selbst, ein streitbarer Anwalt, der einst für den umstrittenen Geschäftsmann Alex Saab tätig war, gilt als dezidiert rechte Figur, die nach Ansicht von Kritikern wie dem früheren Präsidentschaftskandidaten Sergio Fajardo für eine Politik der Konfrontation und nicht des Ausgleichs steht.
Beobachter in Washington und Bogotá sehen in der Ermordung eine gefährliche Zuspitzung, die den Wahlkampf nachhaltig prägen könnte. Seit Wochen schüren soziale Spannungen, die Blockade von Friedensgesprächen und die wirtschaftliche Krise die Gewaltbereitschaft. De la Espriella, der mit harter Hand gegen die Guerillas vorgehen will, könnte durch den Vorfall zusätzliche Sympathien bei verunsicherten Wählern gewinnen – zugleich aber auch eine weitere Polarisierung riskieren. Der Wahlkampf, der zwischen fünf aussichtsreichen Kandidaten und einer möglichen Stichwahl verläuft, steht nun unter einem noch düstereren Vorzeichen. Die Frage, ob die staatlichen Sicherheitskräfte einen fairen Urnengang garantieren können, wird für das kolumbianische wie das internationale Publikum – auch für europäische Investoren, die um Stabilität in dem Andenstaat besorgt sind – zur Gretchenfrage. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Gewalt weiter eskaliert oder ob der Sicherheitsrat von Meta ein Zeichen setzen kann, das den demokratischen Prozess schützt.
| Lateinamerikanische Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Die Ermordung des Wahlkampfkoordinators von Abelardo De la Espriella hat in Kolumbien Alarm und Empörung ausgelöst. Die lokale Presse verurteilt die politische Gewalt und kritisiert den rechten Kandidaten, der für eine Eskalation verantwortlich gemacht wird. Die Wahlen werden von Angst und Forderungen nach Sicherheitsgarantien überschattet.
Die russische Presse berichtet über die Ermordung des Wahlkampfleiters von Abelardo De la Espriella in Kolumbien mit einem distanzierten und sachlichen Ton. Sie erwähnt, dass der Kandidat die Opfer als 'Patrioten' bezeichnete, ohne weitere politische Kommentare. Die Nachricht wird als Gewalteposide dargestellt, ohne Betonung der Wahlauswirkungen.
Die atlantische Presse stellt den Mord als weiteren Fall politischer Gewalt in einer Region dar, die zwischen von den USA als terroristisch eingestuften Gruppen und einer Fraktion der ehemaligen FARC umstritten ist. Der Ton ist neutral, hebt aber den Kontext der Unsicherheit wenige Wochen vor der Wahl hervor. Es wird erwähnt, dass die Opfer ein ehemaliger Bürgermeister und sein Assistent waren, Verbündete von De la Espriella.
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