Anmelden
Ausgabe von 10:00 CETMontag, 3. August 2026
320 Quellen · 17 Sprachen528 Briefings heute
Justiz & RechtMontag, 18. Mai 2026

Höchste Zahl an Hinrichtungen seit 1981: Iran treibt globale Welle der Todesstrafe an

Amnesty International zählt 2025 weltweit 2707 Exekutionen – ein Anstieg um 78 Prozent. Hauptverantwortlich ist der Iran, aber auch Saudi-Arabien und die USA erhöhen die Zahlen.

Die Zahl der weltweit vollstreckten Todesurteile hat im Jahr 2025 einen traurigen Rekord erreicht: Mit mindestens 2707 bekannten Hinrichtungen in 17 Staaten verzeichnete Amnesty International den höchsten Stand seit 1981. Dies geht aus dem jüngsten Jahresbericht der Menschenrechtsorganisation hervor, der am Montag veröffentlicht wurde. Die Zunahme um 78 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf eine Handvoll Länder zurückzuführen, die die Todesstrafe systematisch als Instrument der Einschüchterung und Machtdemonstration einsetzen.

Aus Teheraner Perspektive ist die Entwicklung besonders drastisch: Allein die iranischen Behörden ließen nach Amnesty-Angaben mindestens 2159 Menschen hinrichten – mehr als doppelt so viele wie 2024 und rund 80 Prozent aller weltweit registrierten Exekutionen. Die Organisation spricht von einer beispiellosen Welle, die unter anderem durch den zwölftägigen Krieg mit Israel im Juni 2025 verstärkt wurde. Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard kritisierte, dass der Iran „die Todesstrafe als Waffe zur Verbreitung von Angst und zur Zerschlagung von Opposition“ einsetze. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen, da China und Nordkorea, die ebenfalls häufig hinrichten, in der Statistik nicht erfasst sind.

Auch in anderen Regionen steigt die Zahl der Exekutionen: Saudi-Arabien richtete mindestens 356 Menschen hin, vornehmlich wegen Drogendelikten. In Kuwait verdreifachte sich die Zahl auf 17, in Ägypten stieg sie von 13 auf 23, in Singapur von 9 auf 17 und in den USA von 25 auf 47. Beobachter in Riad und Washington sehen darin den Versuch, durch Härte die innere Stabilität zu sichern. Der globale Trend zur Abschaffung der Todesstrafe, der seit Jahrzehnten zu verzeichnen war, scheint damit vorerst gebrochen – obwohl 2025 nur 48 Staaten überhaupt Hinrichtungen vornahmen.

Trotz des düsteren Gesamtbildes gibt es nach Ansicht von Amnesty auch „Lichtblicke“: In vielen Ländern, darunter Indonesien, Thailand und Malaysia, wurden trotz zahlreicher Todesurteile keine Exekutionen vollstreckt. Die Organisation betont jedoch, dass der Weg zur weltweiten Abschaffung noch weit sei. Die Konzentration der Hinrichtungen auf eine kleine Gruppe von Staaten – drei Viertel aller Exekutionen entfallen allein auf Iran und Saudi-Arabien – zeigt, dass die Todesstrafe zunehmend zu einem geopolitischen Druckmittel wird. Für die Zukunft wird entscheidend sein, ob der internationale Druck auf diese Länder wächst oder ob sie ihre Politik der Angst weiter verschärfen.

Divergenz — wer erzählt sie wie
5%Niedrig
3 Blöcke · Positionen von −0.80 bis −0.40
KritischWohlwollend
EURLATIRN
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse−0.80critical
Lateinamerikanische Presse−0.40critical
Iranische & verwandte Presse−0.70critical
Kontinentaleuropäische Presse−0.80

Continental European media sounded the alarm on Iran's record executions, framing the death penalty as a political weapon of the regime. Coverage highlights how Iran's judiciary aims to crush dissent and terrorize the population, with a dramatic increase in death sentences compared to the previous year.

AlarmEmpörung
Lateinamerikanische Presse−0.40

Latin American media focused on the daily life of Iranians during the war, with an interview of a student describing exorbitant prices and hardships. Other outlets reported the regime's acceleration of dissident executions, but with less alarmist tones than European media.

PragmatismusDistanz
Iranische & verwandte Presse−0.70

Iranian diaspora media urgently covered the Amnesty report, highlighting that Iran executed over 2,150 people in 2025, pushing global executions to the highest level since 1981. The emphasis is on the use of the death penalty as a tool of repression, with a call for international intervention.

AlarmEmpörung
Aktuell
Sabalenka startet in Toronto mit neuem Schwung nach Wimbledon-Enttäuschung·Ermordung zweier russischer Touristen in Pattaya: Thailändische Regierung verspricht verstärkte Sicherheitsmaßnahmen·Amtliche Hitzewarnung für weite Teile Deutschlands – Temperaturen bis 38 Grad erwartet·Testspiel in Chicago: Liverpool verspielt 2:0-Führung und unterliegt Leeds mit 2:4·Hitzetod einer 70-Jährigen im Auto nach dem Kumamoto-Erdbeben – Opferzahl steigt auf 38·Prozess gegen Jugendlichen wegen Mordes an Mitschülerin in Malaysia begonnen·Erdbeben am frühen Montagmorgen in Ägypten: Keine Opfer, Behörden in Alarmbereitschaft·Myanmars Ex-Regierungschefin Suu Kyi trifft ICRC-Vertreter – erste Begegnung seit 2022·Sabalenka startet in Toronto mit neuem Schwung nach Wimbledon-Enttäuschung·Ermordung zweier russischer Touristen in Pattaya: Thailändische Regierung verspricht verstärkte Sicherheitsmaßnahmen·Amtliche Hitzewarnung für weite Teile Deutschlands – Temperaturen bis 38 Grad erwartet·Testspiel in Chicago: Liverpool verspielt 2:0-Führung und unterliegt Leeds mit 2:4·Hitzetod einer 70-Jährigen im Auto nach dem Kumamoto-Erdbeben – Opferzahl steigt auf 38·Prozess gegen Jugendlichen wegen Mordes an Mitschülerin in Malaysia begonnen·Erdbeben am frühen Montagmorgen in Ägypten: Keine Opfer, Behörden in Alarmbereitschaft·Myanmars Ex-Regierungschefin Suu Kyi trifft ICRC-Vertreter – erste Begegnung seit 2022·
Akt. 15:306 Sprachen · 9 Quellen
9 Quellen|6 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Montag, 18. Mai 2026

Höchste Zahl an Hinrichtungen seit 1981: Iran treibt globale Welle der Todesstrafe an

Amnesty International zählt 2025 weltweit 2707 Exekutionen – ein Anstieg um 78 Prozent. Hauptverantwortlich ist der Iran, aber auch Saudi-Arabien und die USA erhöhen die Zahlen.

Die Zahl der weltweit vollstreckten Todesurteile hat im Jahr 2025 einen traurigen Rekord erreicht: Mit mindestens 2707 bekannten Hinrichtungen in 17 Staaten verzeichnete Amnesty International den höchsten Stand seit 1981. Dies geht aus dem jüngsten Jahresbericht der Menschenrechtsorganisation hervor, der am Montag veröffentlicht wurde. Die Zunahme um 78 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf eine Handvoll Länder zurückzuführen, die die Todesstrafe systematisch als Instrument der Einschüchterung und Machtdemonstration einsetzen.

Aus Teheraner Perspektive ist die Entwicklung besonders drastisch: Allein die iranischen Behörden ließen nach Amnesty-Angaben mindestens 2159 Menschen hinrichten – mehr als doppelt so viele wie 2024 und rund 80 Prozent aller weltweit registrierten Exekutionen. Die Organisation spricht von einer beispiellosen Welle, die unter anderem durch den zwölftägigen Krieg mit Israel im Juni 2025 verstärkt wurde. Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard kritisierte, dass der Iran „die Todesstrafe als Waffe zur Verbreitung von Angst und zur Zerschlagung von Opposition“ einsetze. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen, da China und Nordkorea, die ebenfalls häufig hinrichten, in der Statistik nicht erfasst sind.

Auch in anderen Regionen steigt die Zahl der Exekutionen: Saudi-Arabien richtete mindestens 356 Menschen hin, vornehmlich wegen Drogendelikten. In Kuwait verdreifachte sich die Zahl auf 17, in Ägypten stieg sie von 13 auf 23, in Singapur von 9 auf 17 und in den USA von 25 auf 47. Beobachter in Riad und Washington sehen darin den Versuch, durch Härte die innere Stabilität zu sichern. Der globale Trend zur Abschaffung der Todesstrafe, der seit Jahrzehnten zu verzeichnen war, scheint damit vorerst gebrochen – obwohl 2025 nur 48 Staaten überhaupt Hinrichtungen vornahmen.

Trotz des düsteren Gesamtbildes gibt es nach Ansicht von Amnesty auch „Lichtblicke“: In vielen Ländern, darunter Indonesien, Thailand und Malaysia, wurden trotz zahlreicher Todesurteile keine Exekutionen vollstreckt. Die Organisation betont jedoch, dass der Weg zur weltweiten Abschaffung noch weit sei. Die Konzentration der Hinrichtungen auf eine kleine Gruppe von Staaten – drei Viertel aller Exekutionen entfallen allein auf Iran und Saudi-Arabien – zeigt, dass die Todesstrafe zunehmend zu einem geopolitischen Druckmittel wird. Für die Zukunft wird entscheidend sein, ob der internationale Druck auf diese Länder wächst oder ob sie ihre Politik der Angst weiter verschärfen.

Divergenz — wer erzählt sie wie
5%Niedrig
3 Blöcke · Positionen von −0.80 bis −0.40
KritischWohlwollend
EURLATIRN
Abweichung zwischen Presseblöcken
Kontinentaleuropäische Presse−0.80critical
Lateinamerikanische Presse−0.40critical
Iranische & verwandte Presse−0.70critical
Kontinentaleuropäische Presse−0.80

Continental European media sounded the alarm on Iran's record executions, framing the death penalty as a political weapon of the regime. Coverage highlights how Iran's judiciary aims to crush dissent and terrorize the population, with a dramatic increase in death sentences compared to the previous year.

AlarmEmpörung
Lateinamerikanische Presse−0.40

Latin American media focused on the daily life of Iranians during the war, with an interview of a student describing exorbitant prices and hardships. Other outlets reported the regime's acceleration of dissident executions, but with less alarmist tones than European media.

PragmatismusDistanz
Iranische & verwandte Presse−0.70

Iranian diaspora media urgently covered the Amnesty report, highlighting that Iran executed over 2,150 people in 2025, pushing global executions to the highest level since 1981. The emphasis is on the use of the death penalty as a tool of repression, with a call for international intervention.

AlarmEmpörung

Diese Nachricht erschien in

9 Quellen · 6 Sprachen

Erweitere deinen Horizont

Aus Geopolitics & Politics

Trump setzt geplante Großangriffe auf Iran aus und knüpft Bedingungen an rasche Einigung

2 Sprachen · 74 Quellen

Aus Economy & Markets

Mexikos Wirtschaft wächst im zweiten Quartal so stark wie seit über fünf Jahren nicht mehr

1 Sprache · 18 Quellen

Aus Technology

Chery Q erhält auf der GIIAS 2026 über 6.000 Vorbestellungen

1 Sprache · 15 Quellen

Mehr lesen