
Ford und Geely gründen Joint Venture in Valencia
Der US-Hersteller Ford und der chinesische Konzern Geely wollen ab 2028 in einer gemeinsamen Fabrik in Spanien Fahrzeuge produzieren.
Ford Motor Company und Geely Automobile Holdings haben am 23. Juli die Gründung einer gemeinsamen Produktionsgesellschaft am Standort Valencia in Spanien bekanntgegeben. Die neue Einheit, die im ersten Halbjahr 2027 den Betrieb aufnehmen soll, wird zu 66 Prozent von Ford und zu 34 Prozent von Geely gehalten. Geely zahlt für seinen Anteil 221 Millionen Euro, womit die Produktionseinheit auf 650 Millionen Euro bewertet wird, wie El Confidencial unter Berufung auf eine Mitteilung an die Börse in Hongkong berichtet. Die ersten neuen Fahrzeuge sollen 2028 vom Band laufen: drei Modelle unter der Marke Ford – der Kuga, der Bronco und ein neuer Crossover – sowie zwei elektrische Sportgeländewagen von Geely, darunter das bereits in Europa verkaufte Modell EX5.
Aus Sicht von Ford ist die Partnerschaft ein pragmatischer Schritt, um die Auslastung der Fabrik zu steigern. Die Anlage in Almussafes bei Valencia, einst Fords größtes Werk außerhalb der USA, verfügt nach Angaben von GlobalData über eine Jahreskapazität von rund 500.000 Fahrzeugen, lief zuletzt aber nur zu 26 Prozent. Bloomberg hatte zuvor von einer Auslastung von weniger als einem Viertel bei einer Kapazität von 450.000 Fahrzeugen berichtet. Derzeit beschäftigt das Werk weniger als 4.300 Mitarbeiter und fertigt fast ausschließlich das Modell Kuga. „Wir haben die Fähigkeit, die Anlage wirklich voll auszulasten“, sagte Jim Baumbick, Präsident von Ford Europa, gegenüber Reuters. „Das ist das Ziel.“ Die Zusammenarbeit mit Geely helfe, die Fixkosten zu senken und die Fabrik langfristig zu sichern.
Für Geely ist es die erste eigene Produktionsstätte in Europa. Der chinesische Konzern kann so künftige EU-Regelungen umgehen, die einen Mindestanteil lokal gefertigter Komponenten für Elektrofahrzeuge vorschreiben sollen. „Wir müssen uns auf starke Partner mit dem richtigen Know-how und der entsprechenden Erfahrung stützen, um unsere Lokalisierungsbemühungen zu unterstützen“, sagte Victor Yang, Senior Vice President von Geely, gegenüber Reuters. Die spanische Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez begrüßt das Vorhaben. Sánchez erklärte laut Valor Econômico, die Automobilindustrie durchlaufe einen „absoluten und tiefgreifenden Wandel“ und strategische Allianzen seien notwendig, um zu konkurrieren und zu führen. Spanien ist nach Deutschland der zweitgrößte Automobilproduzent Europas und lockt mit niedrigeren Arbeits- und Energiekosten.
Die Vereinbarung ist Teil einer Welle chinesischer Investitionen in spanische Autowerke. So produziert Chery in einer ehemaligen Nissan-Fabrik in Barcelona, und der Staatskonzern SAIC errichtet ein Werk in Galicien. Die Gewerkschaft CCOO äußerte sich vorsichtig optimistisch, forderte aber, dass die Technologie im Land bleibe und die Zulieferkette lokal aufgebaut werde, wie El Confidencial zitiert. Die endgültige Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden steht noch aus. Der Betrieb der gemeinsamen Gesellschaft soll im ersten Halbjahr 2027 beginnen, die Serienproduktion der neuen Fahrzeuge ist für 2028 vorgesehen.
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The Ford-Geely joint venture in Spain is a natural step in China's global auto industry expansion, built on mutual benefit and innovation.
While the West and China form auto production alliances, Russia remains excluded from global supply chains due to sanctions.
The Ford-Geely joint venture in Spain brings investment and jobs but raises concerns about competition and intellectual property protection.
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