
Nu Holdings trotz Gewinnsprung unter Erwartungen – Sigma Lithium mit Rekordrentabilität
Nu Holdings steigerte den Nettogewinn um 41 Prozent, blieb aber hinter Analystenschätzungen zurück. Sigma Lithium meldet Rekordgewinne, während kolumbianische Unternehmen ein gemischtes Bild zeigen.
Die brasilianische Fintech-Gruppe Nu Holdings hat im ersten Quartal 2026 zwar einen Nettogewinn von 871 Millionen US-Dollar erzielt, ein Plus von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr, doch die Analystenerwartungen von durchschnittlich 936 Millionen Dollar wurden verfehlt. Aus Sicht von Anlegern in São Paulo ist die Diskrepanz vor allem auf die rasche Ausweitung des Kreditportfolios um 40 Prozent auf 37,2 Milliarden Dollar zurückzuführen, die höhere Rückstellungen für Kreditausfälle erforderlich machte. Damit bleibt Nubank, die das traditionsreiche Institut Itaú als wertvollste Bank Lateinamerikas abgelöst hat, in einem Spannungsfeld zwischen aggressivem Wachstum und steigenden Risikokosten.
Während Nu Holdings mit Margendruck kämpft, vermeldet die brasilianische Lithium-Minenbetreiberin Sigma Lithium eine Rekordrentabilität. Der Nettogewinn schnellte im Jahresvergleich um 136,2 Prozent auf 11,1 Millionen Dollar, obwohl die Erlöse um 11,3 Prozent auf 42,2 Millionen Dollar zurückgingen. Entscheidend war die erfolgreiche Beschleunigung der Minenoperationen nach einer Restrukturierung im Oktober 2025; zu einem Durchschnittspreis von 1790 Dollar pro Tonne wurden 23 000 Tonnen Lithiumkonzentrat verkauft. Für Beobachter in Peking und Berlin gewinnt Sigma Lithium damit als potenzieller Lieferant für die europäische Batterieindustrie an Profil – ein strategischer Wert, der über die reinen Quartalszahlen hinausweist.
In Kolumbien zeigt die Unternehmenslandschaft ein widersprüchliches Bild. Die Holding Corficolombiana konnte ihre Erlöse auf umgerechnet 3,4 Billionen Pesos steigern und wies ein EBITDA von 1,4 Billionen Pesos aus, gestützt auf Infrastruktur- und Energieprojekte. Auch Grupo Bolívar verzeichnete mit einem operativen Umsatzplus von 56,3 Prozent auf 759,9 Milliarden Pesos ein starkes Geschäft, musste aber einen deutlichen Rückgang des Nettogewinns hinnehmen – ein Zeichen für gestiegene Steuer- und Finanzierungskosten. Einen herben Rückschlag erlitt Banco Mundo Mujer, dessen Nettogewinn um 4,44 Prozent auf 25,9 Milliarden Pesos fiel, obwohl die operativen Erträge um fast 29 Prozent zulegten; allein die Steuerlast schnellte um 72,9 Prozent in die Höhe. Dagegen behaupteten sich Promigas mit stabilen Erlösen von 1,72 Billionen Pesos und der Baumarktbetreiber Sodimac Colombia mit einem Umsatzwachstum von 14,2 Prozent auf 1,8 Billionen Pesos – letzterer verbesserte seine Rohertragsmarge auf 30,3 Prozent.
Für die kommenden Quartale zeichnen sich unterschiedliche Entwicklungspfade ab. Nubank muss unter Beweis stellen, ob die massiv ausgeweiteten Kreditbestände tatsächlich tragfähig sind, während Sigma Lithium von der globalen Nachfrage nach Batterierohstoffen profitieren dürfte. In Kolumbien bleibt das makroökonomische Umfeld herausfordernd: Die starke Abhängigkeit von Steuereinnahmen und die hohe Inflationslast drücken besonders bei spezialisierten Kreditinstituten. Aus deutscher und schweizerischer Perspektive sind vor allem die Lithium-Exporte und die Stabilität des kolumbianischen Energiesektors von Interesse – zwei Felder, in denen sich die berichteten Zahlen als robust erwiesen haben.
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