
Inflation weltweit im April: Argentinien unter drei Prozent, Israel durch Krieg belastet
Argentinien meldet einen Rückgang der Teuerung auf unter drei Prozent. Israel verzeichnet den höchsten monatlichen Anstieg seit einem Jahr. Brasilien bleibt nahe am Inflationsziel.
Die Inflationsdaten für April zeichnen ein differenziertes Bild der globalen Preisentwicklung. Am auffälligsten ist der Rückgang in Argentinien: Nachdem die monatliche Teuerung im März noch bei 3,4 Prozent gelegen hatte, erwarten Analysten für April einen Wert zwischen 2,4 und 2,5 Prozent – der erste Monat unter der Drei-Prozent-Marke seit über einem Jahr (A1, A4, A11). Aus Regierungskreisen in Buenos Aires wird dies als Beleg für den Erfolg der Stabilisierungspolitik gewertet; der Chef des Zentralbankrats, Santiago Bausili, hatte zuvor eine „rasche Verlangsamung“ der Inflation in Aussicht gestellt (A12). Die Entspannung ist vor allem auf die nachlassenden Preisschocks bei Lebensmitteln und in der Bildung zurückzuführen, die im März noch für einen Sprung gesorgt hatten (A5).
Ganz anders stellt sich die Lage in Israel dar. Die dortige Statistikbehörde erwartet für April einen monatlichen Anstieg von 1,1 bis 1,3 Prozent, den höchsten Wert seit einem Jahr (A2). Als Haupttreiber gilt der kriegsbedingte Anstieg der Rohölpreise, der die Treibstoffkosten in die Höhe trieb. Zugleich bleibt die Jahresrate mit rund 1,9 Prozent stabil, da der außergewöhnlich hohe Aprilwert des Vorjahres durch den aktuellen ersetzt wird. In Jerusalem wächst gleichwohl der Druck auf die Notenbank: Führende Ökonomen des Finanzministeriums fordern trotz des vorübergehenden Preissprungs eine deutliche Zinssenkung (A2).
In Brasilien, dem dritten bedeutenden Schwellenland Lateinamerikas, zeigt sich die Teuerung hartnäckiger. Der offizielle IPCA stieg im April um 0,67 Prozent, die Jahresrate kletterte auf 4,39 Prozent und nähert sich damit dem oberen Rand des Zielkorridors von 4,5 Prozent (A7). Beobachter in Brasília verweisen auf die Breite des Preisdrucks: 65 Prozent aller erfassten Güter verteuerten sich, darunter Nahrungsmittel, Arzneien und Wohnungsgegenstände. Auch wenn die Kerninflationsraten noch moderat erscheinen, mahnen Analysten, dass die Lockerung der Geldpolitik ins Stocken geraten könnte.
Aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive unterstreichen die Aprilzahlen die unterschiedlichen Herausforderungen. In Argentinien bleibt der Erfolg fragil: Zwar wächst das Bruttoinlandsprodukt um rund drei Prozent, und der Primärüberschuss des Staates erreicht 1,4 Prozent der Wirtschaftsleistung (A3). Doch die jährliche Inflationsrate liegt nach wie vor bei über 30 Prozent, und die Konsolidierung des Vertrauensverlusts der vergangenen Jahre erfordert weitere strukturelle Reformen. Die Märkte reagieren vorerst erleichtert, doch der Schein einer schnellen Normalisierung trügt. Für die deutschsprachige Leserschaft ist dieser globale Vergleich lehrreich: Die Abhängigkeit von geopolitischen Risiken, wie sie Israel erfährt, und die Schwierigkeit, einmal verfestigte Inflation zu brechen, zeigen, dass sich Preisdynamiken nur selten in eine Richtung entwickeln.
| Lateinamerikanische Presse | +0.70 | aligned |
|---|---|---|
| Israelische Presse | −0.60 | critical |
Der lateinamerikanische Block feiert die argentinische Inflation für April, die voraussichtlich unter 3 % liegen wird, nach 3,4 % im März. Die Regierung und private Analysten sehen darin eine starke Verlangsamung, die als Erfolg der Wirtschaftspolitik und Zeichen der Stabilisierung gedeutet wird. Betont wird das Durchbrechen einer langen Serie von Anstiegen und die Rückkehr zu einem Disinflationspfad.
Der israelische Block schlägt Alarm wegen der April-Inflation, die Analysten zufolge mit 1,1-1,3 % die höchste monatliche Rate seit mindestens einem Jahr sein wird, angetrieben durch den anhaltenden Krieg mit dem Iran. Der Preisanstieg wird als direkte Folge des Konflikts dargestellt, wobei ein einziger Monat möglicherweise 60 % zur Jahresinflation beiträgt. Der Ton ist besorgt und dringlich, wobei der Druck auf die Zentralbank betont wird.
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