
Japans Handelsdefizit im Juni höher als erwartet – Energielieferungen aus dem Nahen Osten weiter gestört
Die japanischen Exporte erreichten im Juni einen Rekordwert, doch ein noch stärkerer Importanstieg führte zu einem Defizit von 406,9 Milliarden Yen, wie das Finanzministerium in Tokio mitteilte.
Die japanische Handelsbilanz wies im Juni 2026 ein Defizit von 406,9 Milliarden Yen (rund 2,49 Milliarden US-Dollar) aus, wie das Finanzministerium in Tokio am Mittwoch bekanntgab. Der Fehlbetrag lag damit deutlich über den Markterwartungen, die von einem Minus von lediglich 120 Milliarden Yen ausgegangen waren. Es ist bereits das zweite Monatsdefizit in Folge. Sowohl die Exporte als auch die Importe erreichten für einen Juni Rekordhöhen.
Die Ausfuhren stiegen im Vorjahresvergleich um 19,3 Prozent auf 10,9 Billionen Yen. Nach Ministeriumsangaben war dies der stärkste Zuwachs seit November 2022, angetrieben von einer robusten Nachfrage nach Halbleitern, Komponenten für Rechenzentren und Elektrofahrzeugen. Die Einfuhren legten indes um 25,4 Prozent auf 11,3 Billionen Yen zu. Während die importierte Rohölmenge um 13,7 Prozent zurückging, schnellte der wertmäßige Import aufgrund des schwachen Yen – der Dollarkurs lag im ersten Halbjahr im Schnitt bei 157,75 Yen – um 59,3 Prozent in die Höhe. Auch Nahrungsmittel- und sonstige Brennstoffimporte trugen zum Anstieg bei.
Die Lieferketten im Energiesektor blieben durch die effektive Blockade der Straße von Hormus stark beeinträchtigt. Die Rohöleinfuhren aus dem Nahen Osten brachen im ersten Halbjahr um ein Fünftel ein, die Importe von Ölprodukten aus der Region sogar um mehr als die Hälfte. Flüssigerdgas (LNG) aus der Golfregion erreichte Japan im Juni nur noch aus Oman, das außerhalb der Meerenge liegt; die Liefermenge sank auf 126.000 Tonnen nach 356.000 Tonnen im Vorjahr. Gleichzeitig weitete Japan die LNG-Importe aus Russland (plus 52 Prozent) und den USA (plus 51 Prozent) aus und erhöhte die Einfuhr von Kohle um zehn Prozent, um die kommerziellen Gasreserven aufzustocken.
Für das gesamte erste Halbjahr 2026 halbierte sich das Handelsdefizit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1.014,4 Milliarden Yen. Der Überschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten schrumpfte um fast ein Viertel, während das Defizit mit China fortbestand. Die am 14. Juni vereinbarte Waffenruhe im Konflikt mit dem Iran und die darauffolgende teilweise Freigabe des Schiffsverkehrs im Golf könnten die Versorgungssituation allmählich entspannen, doch die jüngsten Daten zeigen noch keine durchgreifende Normalisierung der Handelsströme aus der Region.
| Japanisch-koreanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.60 | critical |
Japan posted a record trade deficit of 406.9 billion yen in June, driven by surging imports. Domestic media emphasize the need for structural reforms to boost export competitiveness and reduce energy dependence.
Japan pays the price for its subordination to the US: the record trade deficit is proof of its economic weakness. Russia notes how anti-Russian sanctions are backfiring on allies.
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