
Verteidigungsminister Katz löst mit Fernsehaussagen Kontroverse um General Bluth aus
Die live im Fernsehen geäußerte Absicht, den Befehlshaber des Zentralkommandos zu ersetzen, stieß auf scharfe Kritik und führte zu einer Klarstellung, dass keine Entlassung erfolgt sei.
Am Sonntagabend erklärte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz in einem Live-Interview des als rechtsgerichtet geltenden Senders Kanal 14, er beabsichtige, den Befehlshaber des Zentralkommandos, Generalmajor Avi Bluth, durch Generalmajor Dado Bar Khalifa zu ersetzen. Wie die Zeitung Haaretz und die arabischsprachige Zeitung An-Nahar übereinstimmend berichten, war dieser Schritt nicht mit dem Generalstabschef Eyal Zamir abgestimmt. Die israelischen Streitkräfte (IDF) teilten in einer nächtlichen Stellungnahme mit, die Äußerungen des Ministers seien nicht koordiniert gewesen, und betonten, Bluth führe das Kommando „mit Professionalität, Tapferkeit und Hingabe“ und genieße volles Vertrauen.
Auslöser der Auseinandersetzung war nach Darstellung von Katz ein Konflikt über den Umgang mit dem rechtsradikalen Siedler Tal Yanon Dardik. Dieser steht im Verdacht, an einem gewaltsamen Übergriff auf Palästinenser in der Ortschaft Khirbet Humsa im März 2026 beteiligt gewesen zu sein. Wie die Zeitung Haaretz und die persischsprachige Website Donya-e Eqtesad berichten, hatte Bluth gemeinsam mit der Militärstaatsanwaltschaft gegen die Aufhebung einer gerichtlichen Auflage für Dardik Berufung eingelegt – ein Schritt, den Katz als Verstoß gegen seine Politik wertete. Katz hatte zuvor angeordnet, die Auflage nicht zu verlängern, und den Siedler Ende Juli in seiner Zelle besucht.
Die Ankündigung im Fernsehen löste parteiübergreifend scharfe Kritik aus. Der frühere Generalstabschef und Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot sprach von einer „beispiellosen Verschlechterung der Beziehungen zwischen politischer und militärischer Ebene“, wie An-Nahar meldet. Der ehemalige Verteidigungsminister Yoav Gallant warnte, Katz spiele „mit dem Feuer“, und Avigdor Lieberman nannte sicherheitspolitische Entscheidungen aus Wahlkampfmotiven unvereinbar mit der Verantwortung eines Verteidigungsministers. Selbst Siedlervertreter, darunter der Vorsitzende des Regionalrats von Beit El, Shai Alon, kritisierten das Vorgehen als „Schande“, da Bluth den Siedlungsausbau maßgeblich vorangetrieben habe. Generalstabschef Zamir erklärte daraufhin, bis Anfang 2027 und damit nach den für Oktober angesetzten Parlamentswahlen keine Spitzenposten neu zu besetzen, um die Armee aus dem politischen Streit herauszuhalten.
Nach heftigen Reaktionen stellte Katz am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mit Siedlungsvertretern klar, Bluth sei nicht entlassen worden und erfülle seine Aufgaben „hervorragend“. Zuvor hatte bereits das Büro des Ministers mitgeteilt, er habe keine Entlassung angekündigt. Die Kontroverse verdeutlicht indes die wachsende Politisierung von Personalentscheidungen in der israelischen Armee. Der Vorgang bleibt vorerst ohne personelle Konsequenzen; die nächste reguläre Wachablösung im Zentralkommando wird frühestens im Sommer 2027 erwartet.
| Israelische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.50 | critical |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.70 | critical |
The defense minister humiliated a general on live TV to please the far right; he is unfit for the job.
The narrative contrasts the army's professionalism with Katz's political pettiness, using moral outrage as a lever to delegitimize his conduct.
It omits that the general's replacement had been discussed earlier by the chief of staff, and that settler leaders expressed support for Bluth.
Iran presents the affair as proof of internal chaos and weakness of the Israeli regime, highlighting tensions between the defense minister and the army. The decision to remove the general is described as an act that sparked controversy and opposition.
Israel is in the grip of a leadership crisis: the defense minister does not control the army and internal divisions undermine security.
The article piles up four distinct crises (military, American, political, on the ground) to portray the Israeli system as inherently unstable and on the verge of collapse.
It omits that Katz retracted the announcement and that settler leaders supported Bluth, elements that would have softened the total-crisis narrative.
Erweitere deinen Horizont
Erste koordinierte Yen-Intervention seit 1998: USA und Japan stützen die japanische Währung
6 Sprachen · 22 Quellen
Aus TechnologyVereinigte Arabische Emirate führen nationale Zahlungslösungen für Bundesgebühren ein
1 Sprache · 8 Quellen
Aus Science & HealthZeitfenster von acht Stunden beim Essen verbessert kognitive Fähigkeiten
4 Sprachen · 10 Quellen