
Kanada sagt gemeinsame Brückeneröffnung mit USA nach Trumps Zolldrohungen ab
Die für Freitag geplante Zeremonie zur Einweihung der Gordie-Howe-Brücke zwischen Detroit und Windsor findet ohne US-Vertreter statt; Grund sind die von Präsident Trump angekündigten 50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren.
Die kanadische Regierung hat eine für Freitag geplante gemeinsame Feier mit den Vereinigten Staaten zur Eröffnung der Gordie-Howe-International-Brücke abgesagt. Als Grund nannte eine Sprecherin des Infrastrukturministers Gregor Robertson die von Washington angekündigten handelspolitischen Maßnahmen; vor diesem Hintergrund sei eine „feierliche Veranstaltung zwischen den beiden Ländern unangemessen“.
Auslöser ist die Ankündigung von Präsident Donald Trump, innerhalb von 30 Tagen Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Einfuhren zu erheben. Die Regierung in Washington wirft Kanada eine unfaire Behandlung amerikanischer Automobile, alkoholischer Getränke und Milchprodukte vor. Ottawa will die Brücke nun am Freitag in einer rein kanadischen Zeremonie einweihen; ob die USA eine eigene Veranstaltung abhalten werden, blieb zunächst unklar.
Die nach der Eishockey-Legende Gordie Howe benannte Brücke verbindet Detroit im US-Bundesstaat Michigan mit Windsor in der Provinz Ontario. Das mehrere Milliarden Dollar teure Projekt, dessen Bau Kanada finanzierte, soll den Güterverkehr über die stark frequentierte Ambassador Bridge entlasten. Die für den 27. Juli vorgesehene Verkehrsfreigabe bleibt nach kanadischen Angaben bestehen.
Die Absage der Feier ist der jüngste Ausdruck der angespannten Handelsbeziehungen. Bereits im Februar hatte Trump mit einer Blockade des Projekts gedroht, woraufhin eine für Juni geplante Zeremonie verschoben wurde. Erst in diesem Monat einigten sich beide Seiten auf eine neue Vereinbarung zur Aufteilung der Mauteinnahmen, die Kanada für 15 Jahre die Hälfte der Nettoerlöse zusichert und den amerikanischen Anteil in einen regionalen Wirtschaftsfonds in Michigan lenkt. Die Details des Abkommens sind jedoch nicht vollständig öffentlich.
Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte, er habe mit Trump telefoniert und beide Seiten hätten sich auf eine Intensivierung der Handelsgespräche verständigt. Carney betonte zugleich das Bekenntnis seiner Regierung zu freiem und fairem Handel. Der Premierminister von Ontario, Doug Ford, forderte für den Fall, dass die Zölle in Kraft treten, eine spiegelbildliche Reaktion: „Zoll für Zoll, Dollar für Dollar“. Die 30-Tage-Frist bis zum Wirksamwerden der neuen Abgaben lässt Raum für Verhandlungen, deren Ausgang offen ist.
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