
Kevin Warsh übernimmt Fed-Vorsitz – Märkte warnen vor Volatilität
Der neue Notenbankchef tritt sein Amt am Freitag an. Steigende Inflation und Trumps Zinssenkungsforderungen prägen den Start.
Kevin Warsh wird an diesem Freitag als neuer Präsident der US-Notenbank Fed vereidigt. Die Zeremonie im Weißen Haus, bei der Donald Trump den Vorsitz führt, besiegelt den Machtwechsel an der Spitze des mächtigsten Zentralbank der Welt. Der Senat hatte Warsh am Mittwoch mit 54 zu 45 Stimmen bestätigt – entlang der Parteigrenzen, nur der Demokrat John Fetterman aus Pennsylvania stellte sich hinter den Kandidaten. Warsh, ein 56-jähriger Anwalt und ehemaliger Wall-Street-Banker, übernimmt das Amt von Jerome Powell, den Trump selbst einst berief, dann aber wegen zu zögerlicher Zinssenkungen scharf kritisierte.
Aus Washingtoner Sicht markiert die Personalie einen Neuanfang im Verhältnis zwischen Weißem Haus und Fed. Trump hatte Powell wiederholt vorgeworfen, die Wirtschaft nicht ausreichend zu stimulieren. Seit Trumps Rückkehr ins Amt senkte die Fed die Leitzinsen nur dreimal um jeweils 25 Basispunkte – zu wenig aus Sicht des Präsidenten, der nun von Warsh schnellere Zinssenkungen erwartet. Doch die Rahmenbedingungen haben sich verschlechtert: Die Inflation in den USA ist zuletzt wieder gestiegen, was die Spielräume für expansive Geldpolitik einengt.
An den Finanzmärkten herrscht unterdessen Besorgnis. Analysten rechnen mit anhaltenden Spannungen im Offenmarktausschuss der Fed, wo sich Falken und Tauben uneins über den weiteren Kurs sind. Die Berufung Warsh bedeute nicht zwangsläufig eine straffere Linie, wohl aber ein verändertes Risikoverständnis, das die Märkte anfälliger für Schwankungen mache, kommentieren Beobachter. Die nächste Zinssitzung im Juni wird bereits mit Spannung erwartet – die meisten Akteure preisen derzeit keine Änderung ein, während Trump weiterhin auf Lockerung drängt.
Für Europa gewinnt die Entwicklung ebenfalls an Bedeutung. Die Geldpolitik der Fed beeinflusst über Wechselkurse und Kapitalströme die Finanzmärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sollte Warsh unter dem Druck des Weißen Hauses tatsächlich die Zinsen senken, könnte dies den Dollar schwächen und die Exportchancen europäischer Unternehmen verbessern, aber auch Inflationsrisiken importieren. Vorerst bleibt die Lage angespannt: Der neue Fed-Chef muss sein Amt in einem Klima steigender Preise und politischer Erwartungen antreten, die kaum gleichzeitig zu erfüllen sind.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.50 | critical |
Latin American media report Kevin Warsh's Fed takeover factually, highlighting past Trump criticisms of Powell and uncertainties over future rates. Focus is on FOMC divisions and expected volatility, with a tone of pragmatism and detachment.
Continental European press analyzes the Fed change with irony and skepticism, noting how Trump first criticized Powell and now praises him after Warsh's nomination. The narrative highlights Trump's contradictions and the lack of true Fed independence.
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