
Klimawandel bedroht jedes vierte Spiel der WM 2026 in Nordamerika
Eine Studie warnt: Jedes vierte Spiel der Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko könnte unter gesundheitsschädlicher Hitze stattfinden.
Die erste gemeinsame Weltmeisterschaft der drei nordamerikanischen Länder steht im Schatten einer neuen Herausforderung, die weit über Taktik und Rasenqualität hinausreicht. Einem Analysebericht der Initiative World Weather Attribution zufolge droht etwa ein Viertel der 104 Partien des Turniers unter Bedingungen ausgetragen zu werden, die thermische Sicherheitsgrenzen für Spieler überschreiten. Seit der letzten WM in den Vereinigten Staaten vor 32 Jahren hat sich das Risiko extremer Hitzebelastung nahezu verdoppelt. Die Forscher stützen sich auf den sogenannten WBGT-Index, der neben der Lufttemperatur auch Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Windgeschwindigkeit berücksichtigt – ein Maß, das die tatsächliche Belastung des menschlichen Körpers präziser erfasst als die bloße Gradangabe.
Das erweiterte Teilnehmerfeld von 48 Nationen und der Zuschnitt auf drei Gastgeberländer machen die WM 2026 zur bislang größten des Weltverbands. Acht der besten Gruppendritten ziehen neben den Gruppenersten und -zweiten in die K.o.-Runde ein – ein Format, das mehr Spiele und theoretisch mehr Überraschungen verspricht. Doch die geografische Streuung der Austragungsorte von Kanada bis Mexiko bringt unterschiedliche Klimazonen ins Spiel. Während im Norden gemäßigte Bedingungen herrschen, setzen vor allem die südlichen Stadien in Texas und Kalifornien Spieler wie Zuschauer extremer Hitze aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Partie die Gefahrenschwelle überschreitet, liegt aus Sicht der Forscher an manchen Spielorten um ein Vielfaches höher als bei der WM 1994.
Besonders betroffen sind Mannschaften, die – wie Argentinien – ihre Vorrundenspiele in Dallas oder Houston bestreiten. Der argentinische Trainer Lionel Scaloni hatte bereits nach der Auslosung im vergangenen Dezember auf die klimatischen Risiken hingewiesen und milde Anstoßzeiten gefordert. Die nun vorgelegte Studie bestätigt seine Befürchtungen: Begegnungen wie jene gegen Österreich am 22. Juni würden demnach unter Bedingungen stattfinden, die über dem von der Spielergewerkschaft FIFPRO empfohlenen Grenzwert liegen. Auch für europäische Teams wie Deutschland, Österreich oder die Schweiz, die kaum an solche Hitzebelastungen gewöhnt sind, könnte die zweite Turnierwoche zu einer physischen Zerreißprobe werden.
Die FIFA hat als Reaktion zusätzliche Trinkpausen eingeplant, doch die taktischen und gesundheitlichen Implikationen gehen weit über solche Maßnahmen hinaus. Aus nordamerikanischer Sicht stellt sich die Frage, ob die TV-gerechte Terminierung am späten Nachmittag – der heißesten Tageszeit in den Sommermonaten – nicht zugunsten späterer Anstoßzeiten überdacht werden müsste. Das Turnier findet erstmals im Juni und Juli in einer Region statt, deren Klimarisiko sich durch den menschengemachten Klimawandel signifikant verschärft hat. Die Warnung der Wissenschaftler ist eindeutig: Wer die WM 2026 nicht allein als sportliches Spektakel, sondern als Logistikprojekt unter Extremwetterbedingungen begreift, wird um tiefgreifende Anpassungen nicht herumkommen.
| Lateinamerikanische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
Eine Studie des World Weather Attribution zeigt, dass ein Viertel der Spiele der Fußball-WM 2026 unter gefährlichen Hitzebedingungen stattfinden wird – das Risiko hat sich im Vergleich zur WM 1994 fast verdoppelt. Die Berichterstattung hebt hervor, dass dies eine direkte Folge fossiler Emissionen ist, und ein Medium bezeichnet die globale Erwärmung sarkastisch als ‚Sponsor‘ des Turniers. Weiterreichende Klimaszenarien wie ein Temperaturanstieg um 6°C bis zum Jahrhundertende sowie verstärkte Dürren und Stürme werden ebenfalls in den Kontext gestellt.
Die kontinentaleuropäische Berichterstattung präsentiert die Studie als Weckruf für Fußballfans und fragt, wie extreme Hitze die eigene Nationalmannschaft beeinflussen wird. Sie betont, dass 25 % der Spiele unter gefährlichen Bedingungen stattfinden könnten – das Risiko habe sich seit 1994 nahezu verdoppelt. Der Ton ist direkt und mitreißend, um die Klimakrise zu einem persönlichen und dringenden Anliegen der Anhänger zu machen.
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