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Ausgabe von 20:00 CETFreitag, 7. August 2026
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Dienstag, 12. Mai 2026

Zwischen Hollywood, Stockholm und Rom: Wenn Familien in der Öffentlichkeit um ihre Toten trauern

Martin Short spricht erstmals über den Tod seiner Tochter und vergleicht psychische Erkrankungen mit Krebs – ein Plädoyer für Entstigmatisierung.

Der Schauspieler und Komiker Martin Short hat sich in einem Interview mit CBS Sunday Morning erstmals öffentlich zum Tod seiner 42-jährigen Tochter Katherine geäußert. Für die Familie, so der 76-Jährige, sei der Verlust „ein Albtraum“ gewesen. Katherine Short starb im Februar an einer selbst zugefügten Schusswunde, die Behörden bestätigten Suizid. Aus Washingtoner Sicht bemerkenswert ist die Art und Weise, wie Short die Tragödie einordnet: „Psychische Krankheiten und Krebs sind beides Krankheiten. Und manchmal sind sie terminal“, sagte er und zog damit eine Parallele zum Tod seiner Frau Nancy Dolman, die 2010 an Krebs starb. Seine Tochter habe „lange mit extremen psychischen Problemen gekämpft“, tat, was sie konnte, „bis sie nicht mehr konnte“. Der Komiker, der für Rollen in „Only Murders in the Building“ bekannt ist, suchte bewusst die Öffentlichkeit, um das Thema aus dem Schatten zu holen.

Während in den Vereinigten Staaten ein prominentes Familienoberhaupt die Debatte über psychische Gesundheit vorantreibt, zeigt ein Blick nach Skandinavien, wie eine andere öffentliche Figur das gesellschaftliche Verständnis für Krankheit und Behinderung verändert hat. In Stockholm gedenken viele dem Leben von Martina Schaub, die mit Down-Syndrom geboren wurde und Ende April starb. Durch die Dokumentarfilme von Tom Alandh, die sie über Jahrzehnte begleiteten, wurde sie in Schweden zur Symbolfigur für Inklusion. Eine Szene, in der die junge Frau bei einer Gesangsprobe auf der Volkshochschule zu sehen ist, gilt als ikonisch. Martina Schaub zeigte, dass Menschen mit Down-Syndroid nicht Objekte der Fürsorge, sondern Subjekte voller Lebensfreude sind – ein Perspektivwechsel, der in den Achtziger- und Neunzigerjahren seinesgleichen suchte.

Ganz anders, jedoch nicht minder von öffentlichem Schmerz geprägt, ist die Lage in Italien. Der Sänger Al Bano wehrt sich gegen Vorwürfe seiner Ex-Frau Romina Power, die in einem Interview erklärt hatte, sie habe nach dem Verschwinden ihrer Tochter Ylenia 1994 in New Orleans keinen Halt an ihrem damaligen Ehemann gefunden. „Er hat das Andenken einer Familie beleidigt“, kontert Al Bano nun in der Zeitschrift Oggi. Er habe oft nachts nach Ylenia gesucht, sei aber damals auf einer Konzertreise in Kirgisistan gewesen. Die erbitterte öffentliche Auseinandersetzung zeigt, wie schwer es ist, Trauer und Schuld in der Medienarena auszutragen.

Was diese drei Geschichten aus verschiedenen Kontinenten verbindet, ist der Versuch, mit unfassbarem Leid umzugehen – und dabei die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem immer wieder neu auszuloten. Während Short und Al Bano die Berichterstattung nutzen, um ihre Sicht der Dinge darzulegen oder Vorurteile abzubauen, bleibt Martina Schaubs Vermächtnis ein stilleres, aber ebenso nachhaltiges: Sie hat einer ganzen Gesellschaft die Augen geöffnet. Die zunehmende Bereitschaft prominenter Familien, über psychische Erkrankungen zu sprechen, könnte langfristig dazu beitragen, dass solche Schicksale nicht mehr im Verborgenen bleiben – und dass Trauer nicht nur als private Last, sondern als gesellschaftliche Aufgabe verstanden wird.

Aktuell
Nadia Sawalha droht ITV mit Klage nach Entfernung aus Loose Women·JBS und indonesischer Staatsfonds gründen Protein-Joint-Venture mit bis zu 5 Milliarden Dollar·Aeroflot, United und Air India nehmen ausgesetzte Flugverbindungen wieder auf·Fortsetzung des Michael-Jackson-Biopic für Ende 2027 geplant·Viertelfinale des Frauen-Afrika-Cups: Acht Teams, vier WM-Tickets·Iran und Oman erzielen Rahmenverständigung über Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormus·Historisches Gold für Nigeria und US-Rekord bei Leichtathletik-U20-WM in Eugene·TV-Moderator Alex Escobar nach Thymus-Operation auf dem Weg der Besserung·Nadia Sawalha droht ITV mit Klage nach Entfernung aus Loose Women·JBS und indonesischer Staatsfonds gründen Protein-Joint-Venture mit bis zu 5 Milliarden Dollar·Aeroflot, United und Air India nehmen ausgesetzte Flugverbindungen wieder auf·Fortsetzung des Michael-Jackson-Biopic für Ende 2027 geplant·Viertelfinale des Frauen-Afrika-Cups: Acht Teams, vier WM-Tickets·Iran und Oman erzielen Rahmenverständigung über Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormus·Historisches Gold für Nigeria und US-Rekord bei Leichtathletik-U20-WM in Eugene·TV-Moderator Alex Escobar nach Thymus-Operation auf dem Weg der Besserung·
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Dienstag, 12. Mai 2026

Zwischen Hollywood, Stockholm und Rom: Wenn Familien in der Öffentlichkeit um ihre Toten trauern

Martin Short spricht erstmals über den Tod seiner Tochter und vergleicht psychische Erkrankungen mit Krebs – ein Plädoyer für Entstigmatisierung.

Der Schauspieler und Komiker Martin Short hat sich in einem Interview mit CBS Sunday Morning erstmals öffentlich zum Tod seiner 42-jährigen Tochter Katherine geäußert. Für die Familie, so der 76-Jährige, sei der Verlust „ein Albtraum“ gewesen. Katherine Short starb im Februar an einer selbst zugefügten Schusswunde, die Behörden bestätigten Suizid. Aus Washingtoner Sicht bemerkenswert ist die Art und Weise, wie Short die Tragödie einordnet: „Psychische Krankheiten und Krebs sind beides Krankheiten. Und manchmal sind sie terminal“, sagte er und zog damit eine Parallele zum Tod seiner Frau Nancy Dolman, die 2010 an Krebs starb. Seine Tochter habe „lange mit extremen psychischen Problemen gekämpft“, tat, was sie konnte, „bis sie nicht mehr konnte“. Der Komiker, der für Rollen in „Only Murders in the Building“ bekannt ist, suchte bewusst die Öffentlichkeit, um das Thema aus dem Schatten zu holen.

Während in den Vereinigten Staaten ein prominentes Familienoberhaupt die Debatte über psychische Gesundheit vorantreibt, zeigt ein Blick nach Skandinavien, wie eine andere öffentliche Figur das gesellschaftliche Verständnis für Krankheit und Behinderung verändert hat. In Stockholm gedenken viele dem Leben von Martina Schaub, die mit Down-Syndrom geboren wurde und Ende April starb. Durch die Dokumentarfilme von Tom Alandh, die sie über Jahrzehnte begleiteten, wurde sie in Schweden zur Symbolfigur für Inklusion. Eine Szene, in der die junge Frau bei einer Gesangsprobe auf der Volkshochschule zu sehen ist, gilt als ikonisch. Martina Schaub zeigte, dass Menschen mit Down-Syndroid nicht Objekte der Fürsorge, sondern Subjekte voller Lebensfreude sind – ein Perspektivwechsel, der in den Achtziger- und Neunzigerjahren seinesgleichen suchte.

Ganz anders, jedoch nicht minder von öffentlichem Schmerz geprägt, ist die Lage in Italien. Der Sänger Al Bano wehrt sich gegen Vorwürfe seiner Ex-Frau Romina Power, die in einem Interview erklärt hatte, sie habe nach dem Verschwinden ihrer Tochter Ylenia 1994 in New Orleans keinen Halt an ihrem damaligen Ehemann gefunden. „Er hat das Andenken einer Familie beleidigt“, kontert Al Bano nun in der Zeitschrift Oggi. Er habe oft nachts nach Ylenia gesucht, sei aber damals auf einer Konzertreise in Kirgisistan gewesen. Die erbitterte öffentliche Auseinandersetzung zeigt, wie schwer es ist, Trauer und Schuld in der Medienarena auszutragen.

Was diese drei Geschichten aus verschiedenen Kontinenten verbindet, ist der Versuch, mit unfassbarem Leid umzugehen – und dabei die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem immer wieder neu auszuloten. Während Short und Al Bano die Berichterstattung nutzen, um ihre Sicht der Dinge darzulegen oder Vorurteile abzubauen, bleibt Martina Schaubs Vermächtnis ein stilleres, aber ebenso nachhaltiges: Sie hat einer ganzen Gesellschaft die Augen geöffnet. Die zunehmende Bereitschaft prominenter Familien, über psychische Erkrankungen zu sprechen, könnte langfristig dazu beitragen, dass solche Schicksale nicht mehr im Verborgenen bleiben – und dass Trauer nicht nur als private Last, sondern als gesellschaftliche Aufgabe verstanden wird.

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