
Nach Hubschrauberkollision in Rio: Oliver Trees Leichnam überführt – Testament offenbart Stiftungsplan
Sechs Tote bei Hubschrauberkollision in Rio de Janeiro; die Familie des Sängers Oliver Tree gab seinen letzten Willen bekannt und kündigte eine Stiftung für junge Künstler an.
Am 14. Juni 2026 stiessen über dem Stadtteil Recreio dos Bandeirantes in Rio de Janeiro zwei Helikopter zusammen. Alle sechs Insassen kamen ums Leben. Unter den Toten befanden sich der US-amerikanische Sänger Oliver Tree (32), der argentinische YouTuber Gaspar Prim Díaz („Gaspi“), der argentinische Filmemacher Lucas Vignale, der brasilianische Musikproduzent Lucas Brito Chaves („Lucas Frota“) sowie die beiden Piloten Charles Marsillac und Alexandre Souza. Wie die Familie des Künstlers am Wochenende auf dessen offiziellem Instagram-Konto mitteilte, wurde Trees Leichnam inzwischen nach Kalifornien überführt.
In derselben Verlautbarung dankte die Familie für die weltweite Anteilnahme und gab Einblick in das Testament des Verstorbenen. Oliver Tree habe eine Stiftung mit dem Namen „Dr. Oliver Tree’s Extremely Epic Grant For Baby Geniuses“ vorgesehen, die junge Talente fördern solle. „Wir werden dafür sorgen, dass sein Wunsch Früchte trägt, damit mehr Freude, Liebe und Kunst in die Welt getragen werden“, hiess es. Der Sänger hatte in einem Interview wenige Wochen vor seinem Tod erklärt, sein Vermögen solle nicht an die Familie, sondern vollständig in diese Stiftung fliessen. In den sozialen Netzwerken hatte zuvor eine spanische Influencerin mit einem Schokoladen-Tribut für Kritik gesorgt; sie entschuldigte sich später für die als pietätlos empfundene Aktion.
Die brasilianischen Behörden untersuchen die Unglücksursache. Nach ersten Erkenntnissen wird auch menschliches Versagen von Piloten oder Fluglotsen in Betracht gezogen. Ein von CNN Brasil veröffentlichtes Dokument der staatlichen Flugnavigationsgesellschaft NAV Brasil zeigt, dass die Behörde bereits im Dezember 2025 vor einer starken Zunahme von Helikopter-Kreuzungsflügen im Bereich des Flughafens Jacarepaguá gewarnt hatte. Die Zahl solcher Flugbewegungen sei 2025 im Vergleich zum Vorjahr in mehreren Monaten um über 150 Prozent gestiegen. Die geplante Umstrukturierung des Luftraums über Rio de Janeiro ist jedoch erst für Juni 2027 vorgesehen. Der Zusammenstoss ereignete sich ausserhalb des kontrollierten Sektors, in dem Piloten nach allgemeinen Regeln und auf einer Selbstkoordinationsfrequenz operieren.
Unabhängig davon verschärfte die US-Luftfahrtbehörde FAA in derselben Woche ihre Sicherheitswarnungen für den karibischen Luftraum. Hintergrund sind vermehrte Militärflüge ohne eingeschaltete Transponder im Zuge der Spannungen zwischen Washington und Caracas; ein Beinahe-Zusammenstoss zwischen einem Verkehrsflugzeug und einem Tankflugzeug der US-Luftwaffe wurde gemeldet. Die Untersuchungen in Rio de Janeiro dauern an, ein abschliessender Bericht liegt nicht vor.
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