
Neue US-Zölle: EU-Kommission sieht Abkommen eingehalten, Kallas fordert Aufklärung
Während die Brüsseler Behörde die neuen Abgaben als vertragskonform bewertet, kritisiert die EU-Außenbeauftragte die Begründung mit Zwangsarbeit als unbegründet und verlangt Klarheit aus Washington.
Die Vereinigten Staaten haben am 24. Juli 2026 neue Zölle in Höhe von 10 und 12,5 Prozent auf Waren aus rund 60 Handelspartnerstaaten erhoben, darunter die Europäische Union, China und Russland. Als Begründung nannte die Regierung von Präsident Donald Trump unzureichende Maßnahmen der betroffenen Länder zur Verhinderung der Einfuhr von Produkten, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden. Die neuen Abgaben ersetzen einen temporären globalen Zoll von 10 Prozent, der am selben Tag auslief.
Aus Sicht der Europäischen Kommission steht das Vorgehen im Einklang mit den im vergangenen Jahr vereinbarten Zollverpflichtungen der USA. Ein Sprecher der Brüsseler Behörde erklärte, die EU bewerte es positiv, dass sich die Lage für die Mitgliedstaaten nicht verschlechtere; sämtliche EU-Exporte profitierten entweder von einer günstigeren oder gleichwertigen Behandlung. Für die EU werden die neuen Zölle nicht auf bestehende Meistbegünstigungszölle aufgeschlagen, zudem werden zusätzliche Ausnahmen für Produkte wie Kork, Diamanten, Flugzeugteile und Generika wieder eingeführt. Die Kommission wertete dies als „positiven Impuls“ für weitere Verhandlungen über Zollbefreiungen und eine Vertiefung der Zusammenarbeit.
Demgegenüber hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas die Begründung Washingtons scharf kritisiert. Am Rande eines ASEAN-Treffens in Manila bezeichnete sie die Vorwürfe mangelnder Kontrollen gegen Zwangsarbeit als „unbegründet“ und die neuen Zölle als „negative Überraschung“. Kallas verwies auf die europäischen Arbeitsgesetze mit bezahltem Urlaub und sehr guten Arbeitsbedingungen und nannte die US-Anschuldigungen „nicht wirklich begründet“. Sie betonte, die EU habe sich an das transatlantische Handelsabkommen des Vorjahres gehalten; die Nichteinhaltung dieser Vereinbarung sei ein „unangenehmer Überraschung“. Die EU werde nun Aufklärung von der Regierung in Washington verlangen.
Das im Juli 2025 im schottischen Turnberry unterzeichnete Abkommen verpflichtete die EU zur Abschaffung der Einfuhrzölle auf US-Industrieprodukte, während die USA im Gegenzug einen Zoll von 15 Prozent auf die meisten EU-Waren erhoben. Die aktuellen Zölle respektieren nach Darstellung der Kommission diesen Rahmen. Auch andere betroffene Staaten reagierten: Norwegen nannte die Abgaben „unangemessen“, Kanada kündigte mögliche Gegenmaßnahmen an, und die Schweiz wies die Zwangsarbeitsvorwürfe als unbegründet zurück. Die neuen Zölle traten am 24. Juli in Kraft, für bereits unterwegs befindliche Waren gilt eine Frist bis zum 28. Juli. Die EU erwartet nach Angaben des Kommissionssprechers, dass Washington die Bedingungen des Abkommens weiterhin einhält.
| Russische & GUS-Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.10 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Russia portrays US actions as aggressive and unjustified, framing its own military response as defensive. Ukraine is blamed for lack of cooperation in peace talks, while the US is depicted as a global destabilizer.
Southeast Asia faces US tariffs pragmatically, focusing on alternative trade deals and strengthening regional supply chains. The issue is handled as a business matter to be managed calmly, without accusatory tones.
Continental Europe takes a cautious and technical approach, analyzing the impact of US tariffs on inflation and monetary policies. Reactions are measured, avoiding direct confrontation rhetoric.
Latin America shows little interest in US tariffs, focusing instead on local news, domestic finance and corruption cases. The issue is marginalized as distant and irrelevant.
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