
Paxton triumphiert in Texas: Trumps späte Hilfe zementiert Revolte gegen die alte Garde
Nach dem Erdrutschsieg von Ken Paxton über Senator John Cornyn in der texanischen Vorwahl blicken Republikaner und Demokraten auf den November – Trumps Dominanz und eine seltene demokratische Chance prallen aufeinander.
Mit einem Vorsprung von fast 28 Prozentpunkten hat der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton am Dienstag die republikanische Vorwahl zur Senatskandidatur gewonnen und damit den langjährigen Amtsinhaber John Cornyn aus dem Rennen geworfen. Der Erfolg des von Donald Trump erst eine Woche zuvor unterstützten Hardliners illustriert die ungebrochene Zugkraft der Exekutive auf die konservative Basis, auch wenn Besucher der Wahlparty in Plano betonten, sie hätten Paxton bereits lange vor Trumps Segen unterstützt. Trump selbst nutzte seine Plattform Truth Social, um den Sieg frenetisch zu feiern und den demokratischen Gegenkandidaten James Talarico mit der Figur Alfred E. Neuman aus dem MAD-Magazin zu vergleichen – eine gezielte Stilisierung, die den Wahlkampf noch vor dem Start vergiftet.
Der Absturz Cornyns, der Texas fast ein Vierteljahrhundert im Senat vertrat, ist kein Einzelfall. Nach der Vorwahlniederlage des Senators Bill Cassidy in Louisiana ist es bereits der zweite sitzende Republikaner, den eine Trump-treue Revolte im laufenden Zyklus das Mandat kostet. Der texanische Gouverneur Greg Abbott gratulierte Paxton umgehend und forderte ihn in sozialen Netzwerken auf, Talarico im November zu „zerstören“. Aus Washingtoner Sicht wächst der Druck auf den republikanischen Mehrheitsführer im Senat, John Thune, der die brodelnde Wut der Basis bislang unterschätzt hat; der Fraktionschef muss nun ohne zwei altgediente Kollegen den Erhalt der knappen Senatsmehrheit organisieren.
Für die Demokraten eröffnet sich in Texas eine seltene Gelegenheit. Zwar gewann Trump den Bundesstaat 2024 mit 14 Punkten, doch Umfragen zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Paxton und dem 35-jährigen Staatsabgeordneten Talarico. Getrieben von hohen Benzinpreisen und wachsenden Lebenshaltungskosten registriert das Lager der Demokraten eine landesweite Anti-Trump-Stimmung, die erstmals seit über drei Jahrzehnten einen Senatssitz in Texas in greifbare Nähe rücken lässt. Talarico selbst räumte ein, dass frühere Äußerungen in Debatten um Transgender-Politik „das Ziel verfehlten“, warf Paxton aber vor, diese Ausschnitte gezielt aus dem Zusammenhang zu reißen, um von seiner eigenen Korruptionskarriere abzulenken. Die Vorwürfe gegen Paxton reichen von Amtsmissbrauch bis zu finanziellen Unregelmäßigkeiten; sie werden den Wahlkampf bis November prägen.
In Berlin, Wien und Brüssel beobachtet man die Entwicklung mit aufmerksamer Sorge. Trumps Fähigkeit, innerparteiliche Gegner gezielt zu eliminieren und loyale Gefolgsleute in Schlüsselpositionen zu hieven, signalisiert einen Kurs, der die transatlantische Abstimmung erschweren dürfte. Eine republikanische Senatsmehrheit, die sich vorbehaltlos dem Präsidenten unterordnet, könnte Handelskonflikte vertiefen und sicherheitspolitische Verpflichtungen in Europa neu justieren. Die texanische Vorwahl ist damit weit mehr als ein regionales Kräftemessen – sie ist ein Gradmesser für die außenpolitische Berechenbarkeit Washingtons in den kommenden Jahren.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.50 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
Ken Paxtons Sieg in der Vorwahl, der durch Trumps späte Unterstützung gesichert wurde, unterstreicht den Einfluss des Präsidenten auf die GOP, bringt aber auch einen skandalbelasteten Kandidaten in die allgemeine Wahl. Die Demokraten sehen eine Chance im tiefroten Texas und versprechen einen harten und teuren Wahlkampf. Das Ergebnis demonstriert Trumps Macht und eine mögliche Schwachstelle für die Partei.
Der ultra-konservative, von Trump gestützte Ken Paxton hat den Alt-Vordermann vernichtend geschlagen und schürt damit Besorgnis über die zunehmende Radikalisierung der Republikaner. Die Aufforderung des Gouverneurs, Talarico zu 'zerstören', offenbart eine aggressive Haltung, die lateinamerikanische Beobachter mit Unbehagen sehen. Der Sieg bedeutet einen Triumph des Trumpismus und nährt die Angst vor weiterer Polarisierung.
Paxtons skandalbelasteter Sieg ist paradoxerweise ein Geschenk für die Demokraten, die nun glauben, in Texas mithalten zu können. Trumps Rachefeldzug hat ein weiteres republikanisches Establishment-Opfer gefordert, doch der Kandidat könnte zu belastet sein, um den Sitz zu halten. Europäische Analysten sehen ein Eigentor, das einen sicheren Sitz in einen Schlachtfeldstaat verwandelt.
Ken Paxton, gestützt auf Trumps Last-Minute-Unterstützung, hat den langjährigen Amtsinhaber John Cornyn in der GOP-Vorwahl in Texas gestürzt. Er wird nun auf den Demokraten James Talarico treffen, doch die tiefe republikanische Prägung des Bundesstaates – ohne einen landesweiten demokratischen Sieger seit 1994 – bleibt eine gewaltige Hürde. Das Ergebnis unterstreicht Trumps anhaltenden Einfluss auf republikanische Vorwahlen.
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