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Ausgabe von 20:00 CETDonnerstag, 6. August 2026
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Samstag, 25. April 2026

Phishing-Angriff auf Signal: Berlin beschuldigt Moskau der Spionage gegen Minister und Abgeordnete

Die Bundesregierung geht davon aus, dass die großangelegte Phishing-Kampagne gegen den Messenger-Dienst Signal „sehr wahrscheinlich“ aus Russland gesteuert wurde. Aus Regierungskreisen hieß es am Wochenende, der Angriff, der seit Februar andauere, trage die Handschrift eines staatlichen Akteurs, ohne dass Berlin zunächst eine formelle Beschuldigung aussprach. Die Karlsruher Bundesanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen Spionage eingeleitet. Betroffen sind nach übereinstimmenden Berichten Abgeordnete nahezu aller Bundestagsfraktionen, Angehörige der Bundeswehr, Diplomaten, Journalisten und mehrere Mitglieder der Bundesregierung – darunter Bildungsministerin Karin Prien und Bauministerin Verena Hubertz. Die Attacke erreichte damit das engste Machtzentrum der Republik und offenbart eine Sicherheitslücke in jenem Kommunikationskanal, den Spitzenbeamte und Minister bislang für besonders vertrauenswürdig hielten.

Der technische Ansatz war perfide und doch einfach. Die Angreifer versandten Nachrichten, die vorgaben, vom Signal-Support zu stammen, und forderten die Empfänger auf, einen PIN-Code einzugeben oder einem Link zu folgen, weil Fremde versucht hätten, den eigenen Account zu übernehmen. Wer die Verifikation vornahm, gewährte den Hintermännern unbemerkt Zugriff auf sämtliche Chatverläufe und das Adressbuch. Auf diese Weise, so ermitteln die Sicherheitsbehörden, wurden vertrauliche Gespräche in geschlossenen Gruppen mitgelesen. Die Zahl der Kompromittierten liegt nach Angaben aus Ermittlerkreisen mindestens im dreistelligen Bereich. Der Angriff nutzte keine technische Schwachstelle der App, sondern einzig die Gutgläubigkeit der Opfer – ein klassisches Lehrstück in Social Engineering.

In Paris werteten Sicherheitskreise den Vorfall als „von äußerst besorgniserregendem Ausmaß“. Le Figaro zitierte am Samstag deutsche Regierungsquellen, wonach die Phishing-Kampagne „vraisemblablement“ aus Russland gesteuert worden sei, was sich mit der Einschätzung westlicher Partner deckt. Aus Moskau blieb zunächst jede offizielle Reaktion aus; Beobachter verweisen allerdings auf die lange Liste ähnlich gelagerter Operationen, die westliche Dienste dem militärischen Nachrichtendienst GRU oder dem Auslandsgeheimdienst SWR zuschreiben. In Washington wird der Vorgang als weiterer Beleg für die hybride Kriegsführung des Kremls gesehen, die längst auf die innenpolitische Sphäre verbündeter Staaten zielt. NATO-Kreise befürchten, dass die erbeuteten Inhalte auch die Kommunikation mit Bündnispartnern gefährden könnten, falls sich darin sensible Absprachen etwa zu Verteidigungsfragen fanden.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz wirft der Fall grundsätzliche Fragen zur digitalen Souveränität der politischen Klasse auf. Auch in Wien und Bern nutzen Regierungsmitglieder und hohe Beamte Signal für informelle Absprachen; der Angriff auf Berlin wird in den Alpenstaaten aufmerksam registriert und dürfte dortige Sicherheitsüberprüfungen beschleunigen. Dass die Bundesregierung nun den Messenger als nicht mehr hinreichend geschützt einstuft, könnte den Druck erhöhen, auf eigens entwickelte, staatlich zertifizierte Kommunikationssysteme umzusteigen – ein Vorhaben, das in der Vergangenheit immer wieder an Praktikabilität und Nutzerakzeptanz scheiterte.

Die Affäre wird Parlament und Öffentlichkeit noch lange beschäftigen. Womöglich sind Informationen abgeflossen, deren Preisgabe die nationale Sicherheit beschädigt. Die politischen Folgen reichen von der Frage, ob die betroffenen Ministerinnen fahrlässig handelten, bis hin zu einer weiteren Belastung des ohnehin zerrütteten Verhältnisses zu Moskau. Zugleich zeigt der Vorfall, dass selbst vermeintlich sichere Verschlüsselungstechnik den menschlichen Faktor nicht ausschalten kann. Die Episode wird die Cybersicherheitsdebatte in Europa nachhaltig prägen – und die Suche nach einem Kommunikationsweg, der sowohl effizient als auch staatsresistent ist, neu entfachen.

Aktuell
Zwei Jugendliche nach zweitem Schusswaffenangriff auf US-Konsulat in Toronto festgenommen·Künstliche Intelligenz entwirft erstmals vollständig funktionsfähige Virengenome·Trump unterzeichnet neue Dekrete zur Einschränkung des Geburtsortsrechts·USA weiten Prüfung sozialer Medien bei Visumanträgen auf ausländische Journalisten aus·Die Odyssee im Kino: Schlangen vor dem IMAX, Debatten um die Altersfreigabe·Trump rechnet mit baldigem Ende des Krieges gegen Iran·Fünf Festnahmen in Mexiko-Stadt und Umland – Betrugsring erbeutete 40 Millionen Pesos·In Spinnenkostümen gegen den Kolobok: Petersburger Fans protestieren mit einer Petition·Zwei Jugendliche nach zweitem Schusswaffenangriff auf US-Konsulat in Toronto festgenommen·Künstliche Intelligenz entwirft erstmals vollständig funktionsfähige Virengenome·Trump unterzeichnet neue Dekrete zur Einschränkung des Geburtsortsrechts·USA weiten Prüfung sozialer Medien bei Visumanträgen auf ausländische Journalisten aus·Die Odyssee im Kino: Schlangen vor dem IMAX, Debatten um die Altersfreigabe·Trump rechnet mit baldigem Ende des Krieges gegen Iran·Fünf Festnahmen in Mexiko-Stadt und Umland – Betrugsring erbeutete 40 Millionen Pesos·In Spinnenkostümen gegen den Kolobok: Petersburger Fans protestieren mit einer Petition·
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Samstag, 25. April 2026

Phishing-Angriff auf Signal: Berlin beschuldigt Moskau der Spionage gegen Minister und Abgeordnete

Die Bundesregierung geht davon aus, dass die großangelegte Phishing-Kampagne gegen den Messenger-Dienst Signal „sehr wahrscheinlich“ aus Russland gesteuert wurde. Aus Regierungskreisen hieß es am Wochenende, der Angriff, der seit Februar andauere, trage die Handschrift eines staatlichen Akteurs, ohne dass Berlin zunächst eine formelle Beschuldigung aussprach. Die Karlsruher Bundesanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen Spionage eingeleitet. Betroffen sind nach übereinstimmenden Berichten Abgeordnete nahezu aller Bundestagsfraktionen, Angehörige der Bundeswehr, Diplomaten, Journalisten und mehrere Mitglieder der Bundesregierung – darunter Bildungsministerin Karin Prien und Bauministerin Verena Hubertz. Die Attacke erreichte damit das engste Machtzentrum der Republik und offenbart eine Sicherheitslücke in jenem Kommunikationskanal, den Spitzenbeamte und Minister bislang für besonders vertrauenswürdig hielten.

Der technische Ansatz war perfide und doch einfach. Die Angreifer versandten Nachrichten, die vorgaben, vom Signal-Support zu stammen, und forderten die Empfänger auf, einen PIN-Code einzugeben oder einem Link zu folgen, weil Fremde versucht hätten, den eigenen Account zu übernehmen. Wer die Verifikation vornahm, gewährte den Hintermännern unbemerkt Zugriff auf sämtliche Chatverläufe und das Adressbuch. Auf diese Weise, so ermitteln die Sicherheitsbehörden, wurden vertrauliche Gespräche in geschlossenen Gruppen mitgelesen. Die Zahl der Kompromittierten liegt nach Angaben aus Ermittlerkreisen mindestens im dreistelligen Bereich. Der Angriff nutzte keine technische Schwachstelle der App, sondern einzig die Gutgläubigkeit der Opfer – ein klassisches Lehrstück in Social Engineering.

In Paris werteten Sicherheitskreise den Vorfall als „von äußerst besorgniserregendem Ausmaß“. Le Figaro zitierte am Samstag deutsche Regierungsquellen, wonach die Phishing-Kampagne „vraisemblablement“ aus Russland gesteuert worden sei, was sich mit der Einschätzung westlicher Partner deckt. Aus Moskau blieb zunächst jede offizielle Reaktion aus; Beobachter verweisen allerdings auf die lange Liste ähnlich gelagerter Operationen, die westliche Dienste dem militärischen Nachrichtendienst GRU oder dem Auslandsgeheimdienst SWR zuschreiben. In Washington wird der Vorgang als weiterer Beleg für die hybride Kriegsführung des Kremls gesehen, die längst auf die innenpolitische Sphäre verbündeter Staaten zielt. NATO-Kreise befürchten, dass die erbeuteten Inhalte auch die Kommunikation mit Bündnispartnern gefährden könnten, falls sich darin sensible Absprachen etwa zu Verteidigungsfragen fanden.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz wirft der Fall grundsätzliche Fragen zur digitalen Souveränität der politischen Klasse auf. Auch in Wien und Bern nutzen Regierungsmitglieder und hohe Beamte Signal für informelle Absprachen; der Angriff auf Berlin wird in den Alpenstaaten aufmerksam registriert und dürfte dortige Sicherheitsüberprüfungen beschleunigen. Dass die Bundesregierung nun den Messenger als nicht mehr hinreichend geschützt einstuft, könnte den Druck erhöhen, auf eigens entwickelte, staatlich zertifizierte Kommunikationssysteme umzusteigen – ein Vorhaben, das in der Vergangenheit immer wieder an Praktikabilität und Nutzerakzeptanz scheiterte.

Die Affäre wird Parlament und Öffentlichkeit noch lange beschäftigen. Womöglich sind Informationen abgeflossen, deren Preisgabe die nationale Sicherheit beschädigt. Die politischen Folgen reichen von der Frage, ob die betroffenen Ministerinnen fahrlässig handelten, bis hin zu einer weiteren Belastung des ohnehin zerrütteten Verhältnisses zu Moskau. Zugleich zeigt der Vorfall, dass selbst vermeintlich sichere Verschlüsselungstechnik den menschlichen Faktor nicht ausschalten kann. Die Episode wird die Cybersicherheitsdebatte in Europa nachhaltig prägen – und die Suche nach einem Kommunikationsweg, der sowohl effizient als auch staatsresistent ist, neu entfachen.

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