
Die Odyssee und die Sehnsucht nach dem exklusiven Kinoerlebnis
Christopher Nolans Monumentalfilm lockt das Publikum in die wenigen 70-mm-IMAX-Säle, während die Altersfreigabe in den USA für Diskussionen sorgt.
In New York standen Kinogänger stundenlang vor dem AMC Lincoln Square 13 an, weil die Ticket-App immer wieder abstürzte. Nur 25 Kinos in den gesamten Vereinigten Staaten, 41 weltweit, können Christopher Nolans „The Odyssey“ in 70-mm-IMAX zeigen – und diese Vorstellungen waren binnen Stunden ausverkauft. Der Marketingprofessor Paul Hardart von der NYU Stern School of Business beschreibt das Phänomen als Kollision von Knappheit und kulturellem Prestige: „Um mich aus dem Haus zu locken, muss es sich lohnen“, sagte er. Wer nur eine gewöhnliche Leinwand erwischt habe, fühle sich wie ein Verlierer.
Die Rarität des Formats ist nicht der einzige Grund, warum der Film die Gemüter bewegt. Die US-amerikanische Altersfreigabebehörde MPA stufte „The Odyssey“ als R ein – Jugendliche unter 17 Jahren nur in Begleitung Erwachsener. Damit steht die Vereinigten Staaten als Ausreißer da: Australien, Großbritannien und Irland gaben die Freigabe ab 15 Jahren, Kanada eine PG-Einstufung (elterliche Begleitung empfohlen), große Teile Lateinamerikas und Europas eine Altersfreigabe ab 12 oder 13 Jahren, Dänemark ab 11 Jahren. Ausgerechnet die jungen Zuschauer, die durch den Film an Homers Epos herangeführt werden könnten, werden so ferngehalten.
Inhaltlich kreist Nolans Adaption um den griechischen Begriff der Xenia, die Gastfreundschaft, die im Film als „Gesetz des Zeus“ bezeichnet wird. Der Forscher Bruno Alfonzo vom argentinischen Conicet erläutert, dass hinter dieser Regel die Vorstellung stehe, der Bettler an der Tür könne ein verkleideter Gott sein. Wer die Xenia verletze, wie der Kyklop Polyphem, gelte als Barbar. Der schwedische Kritiker Ola Larsmo sieht in der Szene, in der der Kyklop Menschen verschlingt, eine Anspielung auf Goyas Gemälde des Saturn, der seine Kinder frisst – ein Bild für die zerstörerische Macht der Zeit.
Die Wirkung des Films reicht über die Leinwand hinaus. Die kleine italienische Insel Favignana vor der Westküste Siziliens, die im Film als Ithaka dient, bereitet sich auf einen Touristenansturm vor. Bürgermeister Giuseppe Pagoto kündigte eine permanente Ausstellung in der ehemaligen Thunfischfabrik Florio an, die während der Dreharbeiten als Produktionsbasis diente. Giacomo Incarbona, Vorsitzender des örtlichen Hotelverbands, hofft, dass ganz Westsizilien vom „Odyssee-Effekt“ profitiert – ähnlich wie zuvor die Fernsehserie „Inspector Montalbano“ den Südosten der Insel belebte.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.70 | aligned |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.10 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
| Südostasiatische Presse | +0.20 | neutral |
Spider-Man hat Marvel gerettet und Die Odyssee hat eine beispiellose Ticketjagd ausgelöst.
Durch die Verwendung konkreter Kassenzahlen und Zuschauerbewertungen zusammen mit emotionaler Sprache von FOMO und Hysterie wird der Erfolg als unvermeidlich und dringend dargestellt.
Die kritische Rezeption von Die Odyssee und die gemischten Kritiken zu Spider-Man werden ausgelassen, um eine triumphale Erzählung aufrechtzuerhalten.
Die Odyssee ist ein Werk über Zeit und Schuld, eine Parallele zwischen dem antiken Helden und dem modernen Wissenschaftler.
Durch die Berufung auf hohe kulturelle Bezüge und philosophische Analyse wird der Film über die Unterhaltung hinaus zu einer Meditation über die menschliche Verfassung erhoben.
Der Kassenerfolg und die Begeisterung des Publikums werden ausgelassen, um sich ausschließlich auf die intellektuelle Interpretation zu konzentrieren.
Das 'Gesetz des Zeus' ist der Schlüssel zum Verständnis von Nolans Film, während Fans die Regie von Spider-Man kritisieren.
Durch das Zitieren eines Experten des Conicet und der Fan-Reaktionen verankert die Erzählung die Filme im kulturellen und kritischen Diskurs.
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Die kleine Insel Favignana bereitet sich dank des Films auf einen Tourismusboom vor.
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