
Real Madrid ruft Nico Paz zurück – und stellt Como vor ein 60-Millionen-Dilemma
Während der Argentinier bei der WM 2026 debütiert, informiert Real Madrid den italienischen Klub über die Aktivierung der Klausel und eröffnet ein Wettbieten, das die Serie A zu verlieren droht.
Real Madrid hat den Como 1907 offiziell darüber in Kenntnis gesetzt, die im Sommer 2024 vereinbarte Rückkaufklausel für Nicolás Paz zu aktivieren. Für eine festgeschriebene Summe von neun bis zehn Millionen Euro holen die Spanier den 21-jährigen Mittelfeldspieler damit zurück – um ihn sogleich zum Preis von 60 Millionen Euro zum dauerhaften Verbleib anzubieten. Como wurde eine Frist bis zum Wochenbeginn eingeräumt, um das Angebot anzunehmen oder abzulehnen. Carlalberto Ludi, Sportdirektor des lombardischen Klubs, reiste eigens nach Madrid, um in direkten Gesprächen eine Lösung zu finden, die den argentinischen Nationalspieler am Comer See hält.
Die Ausgangslage ist das Ergebnis einer herausragenden Saison. Paz, in Spanien ausgebildet und 2024 für rund sechs Millionen Euro nach Italien gewechselt, wurde als bester U23-Spieler der Serie A ausgezeichnet und in die Elf der Spielzeit gewählt. In 35 Ligapartien erzielte er zwölf Tore und bereitete sechs weitere vor. Como 1907, trainiert von Cesc Fàbregas, beendete die Saison auf dem vierten Rang und qualifizierte sich erstmals für die Champions League – ein historischer Erfolg, der ohne die Kreativität des jungen Argentiniers kaum denkbar gewesen wäre. Während der Klub in der Lombardei die Königsklasse plant, debütierte Paz bei der Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika für die Albiceleste, als er gegen Algerien für Lionel Messi eingewechselt wurde.
Aus Madrider Sicht ist die Rückholaktion ein kalkuliertes Transfermanöver. Da der Kader von José Mourinho im zentralen Mittelfeld bereits hochkarätig besetzt ist, gilt Paz als wertvolles Aktivum, das mit deutlichem Gewinn weiterveräußert werden soll. Italienische Medien verweisen jedoch auf eine mögliche Hürde: FIFA-Regularien könnten einen sofortigen Weiterverkauf im selben Transferfenster untersagen. In Italien wird zudem das Interesse von Inter Mailand registriert, das über Vize-Präsident Javier Zanetti gute Verbindungen zum Umfeld des Spielers pflegt. Doch die geforderte Summe von 60 Millionen Euro übersteigt die Möglichkeiten der Nerazzurri ebenso wie die der meisten Serie-A-Klubs – eine strukturelle Schwäche, die sich bereits beim gescheiterten Werben um Marco Palestra zeigte, der trotz monatelanger Verhandlungen zum FC Chelsea abwanderte.
Paz selbst hat laut übereinstimmenden Berichten aus Spanien und Argentinien den Wunsch geäußert, in Italien zu bleiben und mit Como in der Champions League anzutreten. Fàbregas und die Vereinsführung betrachten ihn als unverzichtbare Säule für die kommende Spielzeit. Sollte Como die 60-Millionen-Offerte ablehnen, wird Real Madrid den Spieler auf den Markt bringen und ein offenes Bieterverfahren einleiten, bei dem englische Klubs als finanzstarke Konkurrenten gelten. Die Entscheidung des lombardischen Klubs wird damit zur Weichenstellung: Entweder gelingt der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte, oder die Serie A verliert binnen weniger Wochen einen weiteren ihrer prägenden Akteure an die finanzielle Übermacht der Premier League und La Liga.
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