
Serie von Dingo-Angriffen in Westaustralien und rassistischer Übergriff in Sydney belasten Australiens Sicherheitsbild
Im abgelegenen Karijini-Nationalpark im Norden Westaustraliens hat eine Serie von Dingo-Angriffen auf Kinder Besorgnis ausgelöst. Gleich drei Vorfälle ereigneten sich innerhalb weniger Tage am Dales Campground: Ein vierjähriges Mädchen wurde am Mittwochabend gebissen, ihre Mutter erlitt Verletzungen, als sie es schützte. Nur Stunden zuvor hatte eine Sechsjährige einen aggressiven Dingo abwehren können, der nach ihrer Kleidung schnappte, und am Montag war bereits ein sechsjähriger Junge attackiert worden.
Aus Sicht der westaustralischen Parkverwaltung handelt es sich um ein ungewöhnlich „dreistes“ Verhalten der Tiere. Ranger patrouillieren das Gelände, ein Dingo-Experte wurde aus Perth eingeflogen, um die drei mutmaßlichen Angreifer aufzuspüren. Die Behörden haben angekündigt, die Tiere im Fall einer Identifikation zu töten – eine Maßnahme, die unter Naturschützern kontrovers diskutiert wird, da Dingos in Australien als gefährdete Art gelten.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die wachsende Vertrautheit wildlebender Dingos mit Menschen in touristisch stark frequentierten Gebieten. Parallel zu diesen Ereignissen im Outback hat sich in Sydney ein Fall ereignet, der die gesellschaftlichen Spannungen in den Metropolen des Landes offenbart. Eine 23-jährige chinesische Studentin wurde Mitte April am World Square, einem belebten Platz im zentralen Geschäftsviertel, Opfer eines mutmaßlich rassistisch motivierten Angriffs.
Zwei Frauen beschimpften sie mit rassistischen Äußerungen und schlugen ihr ins Gesicht; die Studentin erlitt eine Gehirnerschütterung. Seither, so berichtete sie der Polizei, traue sie sich nicht mehr aus dem Haus, nicht einmal zum Unterricht. Für ein deutschsprachiges Publikum ist dieser Vorfall doppelt relevant: Australien ist nicht nur ein beliebtes Reiseziel für Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch ein wichtiger Studienstandort.
Die zunehmende Zahl von Übergriffen auf asiatischstämmige Menschen – auch im Kontext der Pandemie – hat in Städten wie Sydney und Melbourne zu einer öffentlichen Debatte über Rassismus geführt. Sowohl die Dingo-Attacken als auch die Gewalttat in der Innenstadt verweisen auf grundlegende Fragen der Sicherheitskultur: Während die Parkverwaltung in Westaustralien mit einem Notfallplan und wissenschaftlicher Expertise reagiert, sind die Bürger Sydneys auf das Einschreiten der Polizei und zivilgesellschaftliche Initiativen angewiesen. Die Behörden in New South Wales haben die Fahndung nach den Täterinnen aufgenommen und bitten die Öffentlichkeit um Mithilfe.
Aus australischer Perspektive steht nun im Vordergrund, wie sich solche Vorfälle in Zukunft verhindern lassen – sei es durch bessere Aufklärung über das Verhalten von Wildtieren oder durch konsequentere Strafverfolgung bei Hasskriminalität. Für Reisende und Studierende aus dem deutschsprachigen Raum bedeutet dies, wachsam zu bleiben, ohne sich von vereinzelten Ereignissen abschrecken zu lassen.
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