
Sinner jagt den sechsten Titel: Rom erwartet den neuen Kaiser des Tennis
Jannik Sinner strebt in Rom den sechsten Masters-1000-Titel in Folge an – das Turnier beginnt mit neun Italienern und internationalen Hoffnungsträgern.
Die Tenniswelt blickt dieser Tage gebannt nach Rom, wo Jannik Sinner seinen beispiellosen Lauf fortsetzen will. Der Italiener kommt als frischgebackener Sieger von Madrid und mit einem historischen Rekord im Gepäck: Fünf Masters-1000-Titel in Serie hat er gewonnen, eine Marke, die selbst Novak Djokovic oder Rafael Nadal nie erreichten. Für den 24-Jährigen, der seit November 2025 jedes dieser prestigeträchtigen Turniere für sich entschied, ist das Foro Italico nicht nur ein Heimspiel, sondern auch die nächste Etappe auf dem Weg zu den French Open. Aus römischer Sicht steht Sinner als topgesetzter Spieler und großer Favorit im Mittelpunkt des Geschehens – sein erstes Match am Samstag gegen den Sieger der Partie zwischen Alex Michelsen und Sebastian Ofner wird mit Spannung erwartet.
Doch das Turnier lebt nicht allein von seinem Überflieger. Neun italienische Spieler kämpfen am ersten Tag um den Einzug in die nächste Runde, darunter Matteo Arnaldi, der nach seinem Challenger-Sieg in Sardinien gegen Jaume Munar antritt, und die vielversprechende Nachwuchsspielerin Federica Cinà. Der italienische Tennisboom, angeführt von Sinner, aber getragen einer ganzen Generation, zeigt sich in diesen Tagen in voller Breite. Die Stimmung im Stadio Centrale verspricht elektrisierend zu werden, auch wenn die Erwartungen an den Weltranglistenersten fast schon erdrückend wirken.
Parallel verfolgt man in Südamerika gespannt die Auftritte der brasilianischen Hoffnungsträger. João Fonseca, mit 19 Jahren bereits die Nummer 29 der Welt, wartet in der zweiten Runde auf den Sieger des Duells zwischen Hamad Medjedovic und Valentin Royer. Der Carioca hat sich auf Sand gut eingespielt und sieht Rom als ideale Vorbereitung für Roland Garros. Seine Landsfrau Bia Haddad, derzeit auf Rang 78 abgerutscht, muss sich durch die Qualifikation kämpfen und trifft am Mittwoch auf die Französin Leolia Jeanjean. Für die einstige Top-Ten-Spielerin geht es um den Anschluss an die Weltspitze, nach einem schwachen Jahresstart.
Ein Randgeschehen, das in den sozialen Netzwerken für Aufsehen sorgte, ist die Geste von Alexander Zverev. Der Deutsche, der Sinner im Finale von Madrid klar unterlag, hat den Italiener und Carlos Alcaraz auf Instagram entfolgt. Ob dies Ausdruck von Frustration oder schlicht eine strategische Bereinigung ist, bleibt Spekulation. Fest steht, dass Zverev gegen Sinner vier Niederlagen in Folge kassierte und das Duell an mentaler Schärfe gewonnen hat. In der Lockerheit des Italieners scheint eine neue Dominanz zu liegen, die selbst erfahrene Kontrahenten vor Rätsel stellt.
Blickt man voraus, so steht Sinner vor einer doppelten Bewährungsprobe: In Rom den ersten Heimsieg auf Masters-Ebene zu feiern und zugleich die Kräfte für Paris zu schonen. Die Konkurrenz um Alcaraz, Djokovic und den aufstrebenden Fonseca ist gewarnt. Sinner selbst wirkt unerschütterlich – fast so, als habe er den Tenniszirkus in einen persönlichen Monolog verwandelt. Das Turnier in Rom wird zeigen, ob dieser Eindruck trügt oder ob der Italiener endgültig eine Ära prägt.
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