
Süd-Süd-Kooperation im Aufwind: Neue Wirtschaftsallianzen von Jakarta bis Buenos Aires
Angesichts globaler Handelskonflikte vertiefen Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika ihre bilateralen Wirtschaftsbeziehungen – mit möglichen Rückwirkungen auf europäische Märkte.
In einer Welle paralleler diplomatischer Initiativen haben in der zweiten Juniwoche 2026 mehrere Länder des globalen Südens ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit intensiviert. Den Auftakt machte am 12. Juni in Kapstadt eine indonesisch-südafrikanische Business-Networking-Session, die vom indonesischen Generalkonsulat gemeinsam mit dem Handelsförderungszentrum ITPC Johannesburg ausgerichtet wurde. Vertreter von Investitionsagenturen wie Wesgro und Arushvest Capital sowie eine Delegation indonesischer Unternehmen und des Ingenieurinstituts Iterati loteten neue Geschäftsfelder aus. Aus Jakartaer Sicht zielt die Initiative darauf ab, in Zeiten zunehmender globaler Handelsverwerfungen die wirtschaftliche Präsenz in Afrika südlich der Sahara zu stärken und alternative Absatz- und Beschaffungsmärkte zu erschließen.
Nahezu zeitgleich trafen sich in Buenos Aires hochrangige Delegationen Marokkos und Argentiniens zur achten Sitzung ihrer Gemischten Kommission und zu politischen Konsultationen. Grundlage der Gespräche ist ein Handels- und Wirtschaftskooperationsabkommen aus dem Jahr 1978, das nun mit neuem Leben gefüllt werden soll. Unter der Leitung des marokkanischen Botschafters Fouad Yazourh und des argentinischen Unterstaatssekretärs Roberto Salafia wurden Perspektiven für Agrarhandel, Technologietransfer und gemeinsame Investitionen erörtert. Aus der Sicht von Beobachtern in Rabat und Buenos Aires geht es beiden Ländern darum, ihre jeweiligen Rollen als Tore zu den Märkten Afrikas und Südamerikas strategisch auszubauen.
Parallel dazu verstärkt Algerien seine wirtschaftspolitische Offensive in Ostafrika. Der Generaldirektor der algerischen Investitionsförderungsagentur, Omar Rekash, empfing in Algier den Botschafter des Landes in Somalia, um Mechanismen einer aktiven Investitionsdiplomatie zu besprechen. Im Fokus standen der Ausbau institutioneller Kooperation und ein verbesserter Informationsfluss zwischen der Agentur und den diplomatischen Vertretungen, um algerischen Unternehmen den Zugang zum somalischen Markt zu erleichtern. Die algerische Regierung verfolgt damit das Ziel, ihre wirtschaftliche Präsenz auf dem afrikanischen Kontinent deutlich zu vertiefen und sich als Investitionspartner für Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte zu positionieren.
Aus europäischer Perspektive – und insbesondere für exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland, Österreich und die Schweiz – signalisieren diese parallelen süd-süd-Initiativen eine schleichende Neuausrichtung von Handelsströmen. Während die EU noch mit internen Regulierungsdebatten und transatlantischen Spannungen ringt, knüpfen Schwellen- und Entwicklungsländer zielstrebig eigene Netzwerke. Die indonesisch-südafrikanische Annäherung etwa könnte langfristig Lieferketten für kritische Rohstoffe diversifizieren, die bisher stark über europäische Handelshäuser laufen. Marokkos Brückenfunktion nach Lateinamerika wiederum berührt den Agrar- und Fischereisektor, in dem auch spanische und französische Unternehmen stark engagiert sind.
Die Gleichzeitigkeit der drei Vorstöße ist kein Zufall. Sie spiegelt eine strukturelle Verschiebung wider, in der sich Staaten des globalen Südens nicht länger allein an den traditionellen Industrieländern orientieren, sondern horizontale Süd-Süd-Allianzen als Instrument nutzen, um Abhängigkeiten zu reduzieren und neue Wachstumsmärkte zu erschließen. Für die deutschsprachigen Länder erwächst daraus die Notwendigkeit, ihre eigene Afrikastrategie und Lateinamerikapolitik stärker mit diesen neuen Dynamiken zu synchronisieren, wollen sie nicht Gefahr laufen, in strategischen Zukunftsmärkten an Einfluss zu verlieren.
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | +0.60 | aligned |
Indonesien und Südafrika stärken ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit durch ein Business-Networking-Event in Kapstadt, um Chancen inmitten globaler wirtschaftlicher Unsicherheit zu nutzen. Vertreter von Handelsagenturen und Wirtschaftskreisen erörterten Wege zur Vertiefung der Partnerschaft.
Angesichts zunehmender globaler Wirtschaftsinstabilität loten Indonesien und Südafrika engere Handelsbeziehungen aus, doch Skeptiker bezweifeln, dass solche Networking-Veranstaltungen zu greifbaren Abschlüssen führen. Der Schritt wird als Teil eines breiteren Wettlaufs um neue Märkte gesehen, während sich traditionelle Handelsmuster verschieben.
Südafrika nutzt neue wirtschaftliche Chancen mit Indonesien, da ein Business-Networking-Event in Kapstadt den Weg für mehr Handel und Investitionen ebnet. Die Partnerschaft verspricht, lokale Industrien anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen, und stärkt Südafrikas Rolle als Tor zum Kontinent.
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