
Thailands Prinzessin Bajrakitiyabha gestorben: Trauer und offene Thronfolge
Die älteste Tochter von König Maha Vajiralongkorn erlag mit 47 Jahren einer schweren Infektion, nachdem sie seit Dezember 2022 im Koma gelegen hatte; ihr Tod hinterlässt eine Lücke in der ohnehin fragilen Erbfolge der Chakri-Dynastie.
Bangkok. Die thailändische Monarchie trauert um Prinzessin Bajrakitiyabha Mahidol, die am späten Abend des 11. Juni 2026 im Alter von 47 Jahren im King-Chulalongkorn-Memorial-Hospital in Bangkok verstorben ist. Wie das Königliche Hofamt mitteilte, hatte sich ihr Zustand nach einer intraabdominalen Infektion und Kolitis in den letzten Wochen dramatisch verschlechtert. Die Prinzessin, im Volksmund liebevoll „Princess Bha“ oder „Princess Pa“ genannt, war seit dem 14. Dezember 2022 nicht mehr aus dem Koma erwacht, nachdem sie beim Hundetraining in der Provinz Nakhon Ratchasima zusammengebrochen war. Ärzte führten den Kollaps auf eine schwere Herzrhythmusstörung zurück, ausgelöst durch eine Mykoplasmen-Infektion des Herzmuskels.
Bajrakitiyabha galt als das öffentlich präsenteste und fachlich profilierteste Mitglied der königlichen Familie. Geboren am 7. Dezember 1978 als einziges Kind aus der ersten Ehe des damaligen Kronprinzen Vajiralongkorn mit Prinzessin Soamsawali, studierte sie Jura an der Thammasat-Universität und erwarb an der Cornell University in den USA einen Master- und einen Doktortitel. Sie arbeitete als Staatsanwältin, bei der thailändischen UN-Mission in New York und war von 2012 bis 2014 Botschafterin in Österreich, Slowenien und der Slowakei – eine diplomatische Station, die sie auch in deutschsprachigen Ländern bekannt machte. Besonders hervorgetan hat sie sich mit dem Projekt „Kamlangjai“ (Inspire) zur Resozialisierung inhaftierter Frauen; ihre Initiative floss in die sogenannten Bangkok Rules der Vereinten Nationen ein, die Mindeststandards für die Behandlung weiblicher Gefangener festlegen.
Die Nachricht ihres Todes löste in Thailand tiefe Bestürzung aus. Premierminister Anutin Charnvirakul würdigte die Verstorbene in einer Fernsehansprache als „Stolz Thailands“, deren Vermächtnis einer gerechteren Gesellschaft künftigen Generationen als moralischer Kompass dienen werde. König Maha Vajiralongkorn ordnete ein Staatsbegräbnis mit den höchsten königlichen Ehren an; der Leichnam wird im Großen Palast aufgebahrt. Aus südostasiatischer Perspektive verliert die Region eine royalen Hoffnungsträgerin, die Modernität und Traditionsbewusstsein zu verbinden schien. Beobachter in Peking und Washington registrieren den Todesfall vor allem mit Blick auf die Stabilität des Königreichs, das als wichtiger Partner in der ASEAN-Gemeinschaft gilt.
Für die deutschsprachigen Länder hat der Tod der Prinzessin eine besondere Note: Der thailändische König residiert regelmäßig in Bayern, und Bajrakitiyabhas diplomatische Jahre in Wien hinterließen ein positives Bild einer weltoffenen Monarchin. Ihr Ableben wirft nun die seit Jahren schwelende Frage der Thronfolge mit neuer Dringlichkeit auf. Die 1924 erlassene Palast-Erbfolgeordnung hätte Bajrakitiyabha als erste Frau auf den Thron bringen können, doch der König hat bis heute keinen Nachfolger benannt. Als mögliche Kandidaten gelten nun ihr jüngerer Halbbruder Prinz Dipangkorn sowie zwei weitere Söhne des Königs, die allerdings keine offiziellen Titel tragen. Die ungeklärte Sukzession birgt Risiken für die politische Stabilität Thailands, das in den vergangenen Jahren wiederholt von Militärputschen und Massenprotesten erschüttert wurde. Mit dem Verlust der Prinzessin verliert die Chakri-Dynastie nicht nur eine ihrer fähigsten Repräsentantinnen, sondern auch eine Figur, die als mögliche Regentin hinter dem Thron ihres Bruders hätte wirken können.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.50 | critical |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | −0.10 | neutral |
| Arabische Golfpresse | +0.60 | aligned |
Der Tod der Prinzessin stürzt das Königreich in Trauer und wirft neue Fragen zur langfristigen Überlebensfähigkeit der thailändischen Monarchie auf. Als ältestes Kind und potenzielle Macht hinter dem Thron hinterlässt ihr Verlust ein dramatisches Vakuum in der Thronfolge und befeuert Spekulationen über die Zukunft der königlichen Institution.
Der Tod der Prinzessin, die ein königliches Vermögen von über 767 Billionen Rupiah erben sollte, hat Thailand erschüttert. Der Premierminister würdigte ihre Hingabe, während der Palast die Beisetzung mit höchsten königlichen Ehren vorbereitet. Die Nachricht lenkte auch die Aufmerksamkeit auf ihre Rolle als potenzielle Erbin des immensen Kronvermögens.
Die Prinzessin, bekannt für ihr Engagement in der Justizreform und als Inspiration für die UN-'Bangkok-Regeln' zur Behandlung weiblicher Gefangener, ist in Bangkok gestorben. Ihr Projekt 'Kamlangjai' zur Resozialisierung inhaftierter Frauen hinterlässt ein bleibendes Erbe. Ihr Tod wurde mit Respekt und Anerkennung für ihre humanitären Beiträge aufgenommen.
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