
Trump weist Irans 14-Punkte-Plan zurück und droht mit erneuten Militärschlägen
Die ohnehin fragile Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran steht vor einer neuen Bewährungsprobe. Präsident Donald Trump hat den von Teheran über Pakistan übermittelten 14-Punkte-Friedensplan als unannehmbar bezeichnet und zugleich die Möglichkeit erneuter Luftangriffe angedeutet. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Plan akzeptabel ist“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, „denn Iran hat noch nicht einen ausreichend hohen Preis für das bezahlt, was es der Menschheit in den letzten 47 Jahren angetan hat.“ Aus Washingtoner Sicht signalisiert diese Ablehnung, dass das Weisse Haus auf einer grundlegenden Änderung des iranischen Verhaltens beharrt, bevor es einem Abkommen zustimmt. Trump liess offen, ob die USA die Militäroperationen wieder aufnehmen werden, sollte Teheran „sich schlecht benehmen“. Die Blockade iranischer Häfen bezeichnete er als „freundlich“, eine Wortwahl, die in Teheran als zynisch aufgefasst wird.
In Teheran hingegen gibt man sich unbeirrt. Ein ranghoher Militärvertreter der Revolutionsgarden hält eine Wiederaufnahme der Kämpfe für „wahrscheinlich“, während Aussenamtssprecher Esmaeil Baghaei betonte, man prüfe die amerikanische Antwort auf den eigenen Vorschlag. Der stellvertretende Aussenminister Kazem Gharibabadi stellte klar: „Der Ball liegt jetzt im Feld der USA – sie müssen zwischen Diplomatie und Konfrontation wählen.“ Der iranische Plan sieht vor, den Krieg innerhalb von 30 Tagen endgültig zu beenden, die Seeblockade aufzuheben, den Schiffsverkehr in der Strasse von Hormuz wieder aufzunehmen und die eingefrorenen Vermögenswerte freizugeben. Die umstrittenen Nuklearverhandlungen sollen erst in einer zweiten Phase folgen – ein Punkt, der in Washington auf entschiedenen Widerstand stösst.
Aus regionaler Perspektive mehren sich die Anzeichen einer erneuten Eskalation. Ein Frachtschiff nahe der Strasse von Hormuz meldete am Sonntag einen Angriff durch mehrere kleine Boote – der erste Zwischenfall seit dem 22. April. Die britische Seeverkehrsbehörde UKMTO bestätigte, dass alle Besatzungsmitglieder unverletzt seien. Zudem setzte Israel seine Angriffe im Südlibanon fort, wobei laut libanesischen Angaben mindestens sieben Menschen getötet wurden. Die Hisbollah, Verbündeter Teherans, reagierte mit Gegenfeuer. In Europa blickt man besorgt auf die Entwicklung. Bundeskanzler Friedrich Merz bekräftigte, er gebe die transatlantische Zusammenarbeit nicht auf, während die EU-Kommission vor einem mehrjährigen Konflikt warnt.
Beobachter in Peking und Moskau registrieren eine Verschiebung der globalen Kräfteverhältnisse. Die chinesische Führung hat sich bislang zurückgehalten, doch russische Analysten sehen in der pattsituation einen Beleg für den schwindenden Einfluss Washingtons im Nahen Osten. Die Revolutionsgarden spielen den Ball zurück an Trump: Er müsse zwischen einer „unmöglichen Militäroperation“ und einem „schlechten Abkommen“ wählen. Der Spielraum für die USA schrumpfe täglich. Vor diesem Hintergrund erscheint eine baldige Einigung unwahrscheinlich. Die Waffenruhe vom 8. April hält zwar noch, doch die Äusserungen beider Seiten deuten darauf hin, dass die diplomatische Fenster sich bereits wieder schliessen. Ohne substantielle Zugeständnisse droht der Konflikt in eine neue, gefährlichere Phase einzutreten.
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