
US-Polizisten im Zwielicht: Bodycam im See versenkt und Schuss aus Versehen
Zwei Vorfälle in den USA sorgen für Diskussionen über polizeiliche Rechenschaftspflicht und den Einsatz von Kameras – mit möglichen Lehren für Deutschland.
Zwei kürzlich publik gewordene Episoden aus den USA werfen ein grelles Licht auf polizeiliches Fehlverhalten und den prekären Umgang mit Beweismitteln. Im Bundesstaat North Carolina gestand ein Beamter, seine am Körper getragene Kamera in einem See versenkt zu haben, um eine sexuelle Begegnung im Streifenwagen zu vertuschen. Wenige Tage später veröffentlichte die Polizei im kalifornischen Pasadena ein Video, das zeigt, wie ein Polizist bei als „Horseplay“ bezeichneter Unvorsichtigkeit seinen Kollegen mit der eigenen Dienstwaffe anschoss. Beide Fälle illustrieren, wie weit die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Kontrollinstrument Bodycam liegen kann – eine Thematik, die auch deutsche Sicherheitsbehörden beschäftigt.
Der Fall um den ehemaligen Polizeibeamten Samuel Marcum aus dem Lake Royale Police Department offenbart eine bemerkenswerte Kette von Täuschungen. Der 27-Jährige wurde entlassen und verhaftet, nachdem er zunächst angab, seine Bodycam während eines Schneesturms verloren zu haben. Tatsächlich gestand er, sie gezielt im See versenkt zu haben, um disziplinarische Konsequenzen für das intime Treffen mit seiner Freundin im Dienstfahrzeug zu umgehen. Aus Sicht der Ermittler im Franklin County zeigt dies eine erschreckende Bereitschaft, die eigene Verantwortlichkeit aktiv zu untergraben. Die Justiz reagierte mit Anklagepunkten wie Behinderung der Strafverfolgung, Falschaussage und Beschädigung öffentlichen Eigentums – ein Signal, das in deutschen Debatten um die Einführung oder Ausweitung von Bodycams oft zitiert wird. Während in den USA die Kameras bereits weithin verbreitet sind, stockt hierzulande der flächendeckende Einsatz vielfach an datenschutzrechtlichen Hürden und Kosten.
Der Vorfall in Pasadena unterstreicht die Risiken fahrlässigen Waffenumgangs. Das von der Behörde freigegebene Video zeigt einen Beamten, der aus dem Halfter gezogen und fast spielerisch auf ein herannahendes Einsatzfahrzeug gerichtet hat; Sekunden später, nachdem die Waffe wieder eingesteckt ist, löst sich ein Schuss, der einen Kollegen an der Schulter verletzt. Polizeichef Gene Harris räumte ein, es handle sich um „unsicheres, richtlinienwidriges Verhalten“; die Los Angeles District Attorney’s Office ermittelt. Aus Washingtoner Perspektive wird der Fall als weiterer Beleg für eine vielerorts mangelhafte Sicherheitskultur in den US-Polizeirevieren gewertet. In Berlin und Wien blickt man mit erhöhter Aufmerksamkeit auf solche Vorfälle, weil sie zeigen, dass selbst eine flächendeckende Bodycam-Pflicht nicht automatisch Disziplin garantiert. Österreich und die Schweiz, wo Körperkameras nur versuchsweise oder punktuell eingesetzt werden, könnten daraus schließen, dass technische Lösungen durch ethische Schulung und konsequente Aufsicht flankiert werden müssen.
Die beiden amerikanischen Fälle nähren die ohnehin aufgeheizte Reformdiskussion in den Vereinigten Staaten, wirken aber auch als Lehrstück für Europa. In Deutschland sind Bodycams in einigen Bundesländern wie Hamburg oder Hessen mittlerweile etabliert, doch die Übergriffe von US-Beamten mahnen, dass das bloße Vorhandensein von Kameras keine Allheilmittel darstellt. Entscheidend bleibt die institutionelle Bereitschaft, Verstöße hart zu sanktionieren und eine neue Rechenschaftskultur zu etablieren. Die zerstörte Kamera in North Carolina und der fahrlässige Schuss in Kalifornien erinnern daran, dass Vertrauen in staatliche Gewalt nur wächst, wenn Transparenz und Kontrolle glaubwürdig sind – eine Lehre, die diesseits des Atlantiks nicht überhört werden sollte.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.80 | critical |
Amerikanische Medien vermelden kurz, dass ein kalifornischer Polizist spielerisch auf einen Kollegen geschossen hat, eingebettet in eine Mischung aus Sport- und Unterhaltungsnachrichten, mit einer Mischung aus Schock und distanzierter Belustigung.
Die deutsche Presse schlägt Alarm wegen versteckter Kameras auf einer Damentoilette einer Berliner Polizeihochschule und verurteilt dies als schweren Eingriff in die Privatsphäre und als Schlag gegen das Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden.
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