
VAR-Entscheidung und Badge-Eklat überschatten Arsenals Remis bei Atlético
Mikel Arteta kochte. Der Trainer des FC Arsenal trat nach dem 1:1 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Atlético Madrid vor die Mikrofone und ließ seiner Wut freien Lauf: „Wie zur Hölle kann dieser Elfmeter zurückgenommen werden?“ Gemeint war ein Strafstoß, den Schiedsrichter Danny Makkelie in der 78. Minute nach einem Foul von David Hancko an Eberechi Eze zunächst gegeben, dann auf Anraten des Videoassistenten aber wieder aufgehoben hatte. Aus Madrider Sicht war die Entscheidung folgerichtig, denn der Kontakt sei zu gering gewesen. Aus Londoner Perspektive hingegen raubte sie den Gunners die Chance auf die entscheidende Führung vor dem Rückspiel. Die Debatte um den Eingriff des VAR beherrschte die Nacht – und sie reiht sich ein in eine Serie kontroverser Handelfmeter-Entscheidungen, die auch das andere Halbfinale zwischen Paris und Bayern prägten, wie Beobachter am Persischen Golf anmerkten.
Doch nicht nur der Videobeweis heizte die Gemüter an. Nach Abpfiff eskalierte ein Nebenschauplatz: Der Arsenal-Verteidiger Ben White betrat auf dem Weg in die Kabine das große Vereinswappen von Atlético Madrid, das am Boden des Tunnels prangt – in Spanien eine symbolträchtige Respektlosigkeit. Giuliano Simeone, der Sohn des Atlético-Trainers, stellte White zur Rede, und der argentische Starcoach Diego Simeone selbst mischte sich ein. Es kam zu einem hitzigen Wortwechsel, den Sicherheitskräfte schließlich trennten. Die Anspannung zwischen den Teams hatte bereits vor dem Spiel begonnen, als Arsenals Delegation eine Rasenlängenprüfung forderte.
Diego Simeone zeigte sich nach dem Spiel in gewohnt nüchterner Manier. Gefragt nach dem torreichen 5:4 zwischen Paris und Bayern, das zeitgleich für Begeisterung sorgte, winkte der Defensivspezialist ab: „Alle sagen: ‚Was für ein tolles Spiel.‘ Ich sage: Die haben fünf Tore gegen uns erzielt. Ich weiß nicht, ob das so großartig für die Trainer ist.“ Seine Skepsis gegenüber offenem Fußball teilt er mit vielen europäischen Pragmatikern, doch der 1:1-Ausgang in Madrid lässt alles offen. Die Partie war geprägt von Absicherung und Fehlervermeidung, beide Tore fielen vom Punkt – durch Viktor Gyökeres für Arsenal und Julian Alvarez für Atlético.
Aus Schweizer Perspektive fiel derweil ein Urteil über den niederländischen Schiedsrichter Makkelie. Experte Urs Meier, selbst einst FIFA-Schiri, fragte bei Blue Sport ungewohnt scharf: „Warum pfeift so einer?“ Seine Kritik galt der inkonsequenten Linie bei den Strafstoßentscheidungen, die das Spiel unnötig zum Kippen brachte. Der zweite Durchgang in London am 5. Mai wird nun zur Bewährungsprobe für beide Trainer, aber auch für die Unparteiischen. Die Frage, ob der VAR den Spielfluss fördert oder erstickt, bleibt virulent – und vielleicht entscheidet sie über den Finaleinzug.
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