
Venezuela bestellt iranischen Botschafter nach herabsetzenden Äußerungen ein
Irans Außenminister Araghchi hatte mit Bezug auf Verhandlungen mit Washington gesagt, Iran sei „nicht Venezuela“; das Interimskabinett in Caracas sieht darin eine Missachtung und verlangt künftige Unterlassung.
Das venezolanische Außenministerium hat am Abend des 28. Juli 2026 den iranischen Botschafter in Caracas, Ali Chegeni, einbestellt und ihm eine Protestnote überreicht. In einer auf sozialen Medien veröffentlichten Erklärung verurteilte das Ministerium „verächtliche und unangemessene“ Äußerungen gegen Institutionen und Behörden Venezuelas und forderte die sofortige Einstellung jeglicher Anspielungen oder Vergleiche, die die Würde, Souveränität oder das Ansehen des Landes verletzten. Welche Aussagen konkret gemeint seien, präzisierten die venezolanischen Behörden auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht.
Nach übereinstimmenden Medienberichten sowie einem online kursierenden Video beziehen sich die beanstandeten Äußerungen in erster Linie auf eine Stellungnahme des iranischen Außenministers Abbas Araghchi. Dieser hatte im Zusammenhang mit den laufenden Gesprächen zwischen Teheran und Washington erklärt: „Wir sind nicht Venezuela, wo man eine Person festnimmt und alle anderen erschrecken und zurückweichen.“ Zusätzlich hatte der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi in einem Interview die Islamische Republik mit Venezuela verglichen und gesagt, die Erfahrung des südamerikanischen Landes belege, dass Staaten unter amerikanischem Druck innerhalb von 48 Stunden zusammenbrächen, während Iran seit 45 Jahren standhalte. Auch ein regimenaher Aktivist hatte zuvor eine Parallele zu einem vermeintlichen Schicksal Venezuelas unter US-Zwang gezogen.
Die iranische Botschaft in Caracas wies die Vorwürfe prompt zurück. In einer eigenen Stellungnahme machte sie „Übelwollende“ für eine verzerrende Medienkampagne verantwortlich, die darauf abziele, die „festen und brüderlichen“ Beziehungen beider Länder zu stören. Die Worte von Minister Araghchi seien unvollständig und aus dem Zusammenhang gerissen wiedergegeben worden; seine Äußerungen enthielten keinerlei Respektlosigkeit gegenüber dem venezolanischen Volk oder seinen Institutionen. Die Beziehungen zwischen Teheran und Caracas, so die Botschaft, würden durch derartige Versuche der Zwietracht keinen Schaden nehmen.
Iran und Venezuela verbindet seit dem Amtsantritt von Hugo Chávez 1999 eine enge Allianz, die auf einer gemeinsamen antiimperialistischen Rhetorik und der Gegnerschaft zu den USA aufbaut. In den vergangenen Jahren unterstützte Teheran das sanktionierte Caracas unter anderem mit Benzinlieferungen und Impfstofflieferungen. Seit der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro durch amerikanische Spezialkräfte am 3. Januar 2026 und der Einsetzung einer Übergangsregierung unter Delcy Rodríguez befindet sich Venezuela jedoch unter verstärkter amerikanischer Aufsicht. Die für Anfang August angekündigten Verhandlungen über die Bildung einer neuen Regierung sollen unter US-Vermittlung stattfinden. Vor diesem Hintergrund deutet die diplomatische Rüge aus Caracas nach Beobachtereinschätzung auf eine vorsichtigere Haltung der neuen Führung gegenüber Teheran hin; sie könnte darauf abzielen, sich Washington anzunähern. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass es sich lediglich um eine protokollarische Reaktion handelt, ohne dass die Allianz grundsätzlich infrage steht.
Eine offizielle Stellungnahme des iranischen Außenministeriums zu dem Vorgang lag zunächst nicht vor. Die Episode markiert einen ungewöhnlichen diplomatischen Verstimmung zwischen zwei Ländern, die in der Vergangenheit als strategische Partner gegen die Vereinigten Staaten aufgetreten sind. Ob und wie sich der Vorfall auf die künftige Zusammenarbeit auswirkt, ist offen.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
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| Iranische & verwandte Presse | 0.00 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
Venezuelan opposition leader María Corina Machado says the political transition is coming, two years after the disputed elections. Maduro's government has not presented electoral documents, while the opposition claims victory. Talks between the government and opposition under US mediation are upcoming.
Venezuela summoned the Iranian ambassador over an alleged inappropriate comment, but the reasons are unclear. The report simply notes the event without elaboration, suggesting a misunderstanding.
Venezuela summons the Iranian ambassador over comments deemed contemptuous, while opposition and pro-government protests take place ahead of transition talks. The diplomatic incident occurs amid political tension, with both sides worried about US interference.
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