
Kontroverse um israelischen Verteidigungsminister: Katz’ Live-Ankündigung zur Ablösung eines Generals löst Konflikt mit Armeeführung aus
Verteidigungsminister Israel Katz kündigte in einer parteinahen Fernsehsendung die Ablösung des Kommandeurs des Zentralkommandos an und löste damit eine scharfe Konfrontation mit Generalstabschef Eyal Zamir sowie breite politische Kritik aus.
Die israelische Sicherheitspolitik wird von einem offenen Bruch zwischen der politischen Führung und der Armeespitze erschüttert. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Sonntagabend in einem Live-Interview des regierungsnahen Senders Channel 14, er beabsichtige, den Befehlshaber des Zentralkommandos, Generalmajor Avi Bluth, abzulösen. Anlass war laut der Zeitung „Financial Times“ (zitiert in Khabar Online) Bluths Widerstand gegen die Verlängerung der Administrativhaft für einen radikalen Siedler, dem gewalttätige Übergriffe und sexuelle Belästigung von Palästinensern vorgeworfen werden. Katz begründete den Schritt mit den Worten, er wolle eine Armee, die „für einen entscheidenden Sieg kämpft, die Feinde schlägt und die Siedler unterstützt“.
Die Ankündigung erfolgte ohne vorherige Abstimmung mit Generalstabschef Eyal Zamir, wie die israelischen Streitkräfte (IDF) umgehend klarstellten. Zamir widersetzte sich dem Vorhaben öffentlich und teilte dem Generalstab mit, dass in der sensiblen Phase vor den für Oktober angesetzten Wahlen keine Kommandowechsel vorgenommen würden. Laut der libanesischen Zeitung „An-Nahar“ legte er zudem fest, dass vor Anfang 2027 keine Ernennungen oder Beförderungen in hohen Militärposten erfolgen sollen. Nach heftiger Kritik ruderte Katz zurück. In einer Erklärung seines Büros hieß es, er habe Bluth nicht entlassen; ein Wechsel sei erst im nächsten turnusgemäßen Ernennungszyklus vorgesehen. Bei einem Treffen mit Siedlervertretern bekräftigte Katz später, Bluth sei nicht abgesetzt und erfülle seine Aufgaben gut.
Die Opposition warf Katz vor, die Befehlskette zu untergraben und aus wahltaktischen Gründen zu handeln. Der ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot, der als politischer Rivale von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gilt, bezeichnete den Fernsehauftritt als „beispiellosen Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen politischer und militärischer Ebene“ und als „illegal und ungebührlich“. Auch Ex-Verteidigungsminister Benny Gantz kritisierte, die Einbeziehung von Personalentscheidungen in politische Auseinandersetzungen schade der nationalen Sicherheit. Avigdor Lieberman ergänzte, sicherheitspolitische Entscheidungen aus Wahlkampfmotiven seien mit der Verantwortung eines Verteidigungsministers unvereinbar. Katz selbst schürte den Eindruck politischer Instrumentalisierung, indem er zeitgleich ein Wahlkampfvideo veröffentlichte, in dem er als „endlich ein wirklich rechter Verteidigungsminister“ gefeiert wird.
Der Vorfall offenbart eine tiefe Kluft zwischen der rechtsreligiösen Regierung und der Militärführung, die seit dem Sicherheitsversagen vom 7. Oktober 2023 immer wieder aufbricht. Er fällt in eine Phase verschärfter Siedlergewalt im Westjordanland und wachsender Spannungen um die Administrativhaft. Während Katz von Siedlervertretern für die Aufhebung solcher Haftbefehle und die Anerkennung neuer Siedlungen gelobt wurde, bleibt die operative Führung des Zentralkommandos vorerst unverändert. Generalstabschef Zamir hat personelle Kontinuität bis mindestens 2027 festgeschrieben; Bluth verbleibt damit bis zum Ende seiner Amtszeit im kommenden Sommer im Amt.
| Israelische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.50 | critical |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.70 | critical |
The defense minister humiliated a general on live TV to please the far right; he is unfit for the job.
The narrative contrasts the army's professionalism with Katz's political pettiness, using moral outrage as a lever to delegitimize his conduct.
It omits that the general's replacement had been discussed earlier by the chief of staff, and that settler leaders expressed support for Bluth.
Iran presents the affair as proof of internal chaos and weakness of the Israeli regime, highlighting tensions between the defense minister and the army. The decision to remove the general is described as an act that sparked controversy and opposition.
Israel is in the grip of a leadership crisis: the defense minister does not control the army and internal divisions undermine security.
The article piles up four distinct crises (military, American, political, on the ground) to portray the Israeli system as inherently unstable and on the verge of collapse.
It omits that Katz retracted the announcement and that settler leaders supported Bluth, elements that would have softened the total-crisis narrative.
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