
Weltstillwoche: Wenn das Neugeborene schreit und die Milch nicht fließt
Vom 1. bis 7. August wird die Weltstillwoche begangen. In Indien sinkt die Rate ausschließlichen Stillens, während Mythen und mangelnde Unterstützung die Mütter verunsichern.
Das Neugeborene weint, unablässig. Die Eltern, die Großeltern, die Verwandten – alle blicken besorgt. Das Kind bekomme nicht genug Milch, heißt es. Irgendwann, in dieser Mischung aus Erschöpfung und Angst, greift jemand zur Flasche, rührt das Pulver aus der Dose an. Eine Szene, die sich in unzähligen Haushalten wiederholt, wie eine Reportage in der bengalischen Zeitung Prothom Alo anlässlich der Weltstillwoche schildert. Dabei, so die einhellige medizinische Botschaft, ist Muttermilch durch nichts zu ersetzen. Doch der Griff zum Fläschchen ist oft schneller getan als der mühsame Weg, das Stillen zu erlernen.
Die Weltstillwoche, die jedes Jahr vom 1. bis 7. August begangen wird, rückt diese frühe, intime Beziehung in den Fokus. Die globale Empfehlung ist eindeutig: Sechs Monate ausschließliches Stillen, um das Wachstum zu fördern und ein schützendes Immunsystem aufzubauen. Muttermilch, so erklärt es ein Beitrag in The Hindu, „programmiert“ die Gesundheit des Säuglings, indem sie die Zusammensetzung seiner Darmmikroben prägt. Doch in Indien, einem Land mit einer tief verwurzelten Stilltradition, ist der Anteil der ausschließlich gestillten Kinder laut nationalen Gesundheitsdaten von 63,7 Prozent auf 55,8 Prozent gesunken. Als eine mögliche Ursache gilt die Zunahme von Kaiserschnitten, die den Stillbeginn verzögern. Was fehlt, so die Autoren, sei eine durchgängige Unterstützung – von der Geburtsklinik über das Zuhause bis zum Arbeitsplatz.
Die Verunsicherung der Mütter speist sich oft aus Missverständnissen. Dass ein gestilltes Kind mehrmals täglich dünnen Stuhl hat, wird von Verwandten und mitunter sogar von Ärzten als Zeichen einer Unverträglichkeit gedeutet und zum Abstillen geraten. Dabei ist der weiche Stuhl, wie Prothom Alo erläutert, eine Folge des in der Muttermilch reichlich enthaltenen Milchzuckers Laktose und selbst bei zwanzig Mal in vierundzwanzig Stunden normal. Ein anderes Kriterium schafft Klarheit: Setzt der Säugling innerhalb eines Tages sechsmal Urin ab, erhält er genügend Flüssigkeit. Auch der Schlafrhythmus eines Neugeborenen – bis zu zweiundzwanzig Stunden – ist kein Grund zur Sorge; man solle das Kind nicht zum Trinken wecken, sondern auf seine Hungerzeichen warten, etwa wenn es die Glieder bewegt oder die Finger zum Mund führt.
Bleibt die Milch in den ersten Tagen aus, ist die Verlockung groß, zu sogenannten Milchbildungsboostern oder gleich zu Ersatznahrung zu greifen. Die Kinderärztin und Laktationsberaterin Revina Tranggana rät in einem Beitrag auf Okezone zur Geduld: „Normalerweise kommt die Milch nach drei Tagen.“ Das Neugeborene verfüge über ausreichende Reserven an Zucker und Fett, um diese kurze Zeit zu überbrücken. Eine Ausnahme bilden Frühgeborene oder untergewichtige Kinder, die sofortige Zufuhr benötigen. Entscheidender als jedes Präparat sei jedoch das regelmäßige Entleeren der Brust – alle zwei bis drei Stunden für zehn bis fünfzehn Minuten. Andernfalls drohten Milchstau und schmerzhafte Brustentzündungen. „Ein glückliches Herz und positive Gedanken“ seien ohnehin die beste Unterstützung, so die Ärztin.
Auch die Ernährung der Mutter spielt eine Rolle. Bestimmte Gemüse wie Spinat und Moringa, Früchte wie Datteln und Papaya, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Eier und gesunde Fette gelten traditionell als milchfördernd, wie CNN Indonesia auflistet. Doch eine spezielle Diät sei nicht nötig; eine ausgewogene Kost, reichlich Flüssigkeit, Ruhe und Stressvermeidung seien die eigentlichen Grundpfeiler. Für jene Neugeborenen, die keine eigene Mutter haben oder deren Mütter nicht stillen können, bieten menschliche Milchbanken eine lebenswichtige Alternative, wie The Hindu berichtet. Am Ende aber steht ein stilles Bild: die Mutter, die ihr Kind so im Arm hält, dass sein Kinn ihre Brust berührt, die vier Finger unter der Brust, der Daumen oben – eine Haltung, die dem Kind die nötige Nähe gibt und der Mutter den Schmerz erspart.
| Indische & südasiatische Presse | −0.20 | neutral |
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| Südostasiatische Presse | +0.30 | aligned |
Indische Mütter werden allein gelassen; Gesellschaft und Familien unterstützen das Stillen nicht und drängen sie zu schädlichen Alternativen.
Durch das Erzählen von Geschichten über familiären Druck und mangelnde Unterstützung wird ein Gefühl der Viktimisierung erzeugt, das die Notwendigkeit pädagogischer Interventionen rechtfertigt.
Der positive und natürliche Aspekt des Stillens als einfache und nahrhafte Lösung fehlt, stattdessen wird eine Erzählung von Schwierigkeiten und mangelnder Unterstützung präsentiert.
Jede Mutter kann Stillprobleme mit einfachen, natürlichen Lebensmitteln lösen, ohne Medikamente oder medizinische Eingriffe.
Indem eine Liste spezifischer, vorteilhafter Lebensmittel vorgeschlagen wird, bietet es eine sofortige und zugängliche Lösung, die Mütter stärkt und systemische Komplexitäten umgeht.
Reale Schwierigkeiten wie mangelnde professionelle Unterstützung oder psychologische Herausforderungen, mit denen viele Mütter konfrontiert sind, werden nicht angesprochen, sondern nur der ernährungsphysiologische Aspekt.
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