
Zwischen Befreiungsgedenken und Nahostkonflikt – Italiens 25. April im Zeichen der Polarisierung
Der 81. Jahrestag der Befreiung Italiens vom Nazifaschismus hat in diesem Jahr tiefe Risse offengelegt, die weit über die historische Erinnerungskultur hinausreichen. In Mailand eskalierte die traditionelle Grossdemonstration, als der Traditionsverband der Jüdischen Brigade – jener Einheit, die 1945 an der Seite der Alliierten gegen die deutschen Besatzer kämpfte – unter polizeilichem Schutz aus dem Demonstrationszug herausgelöst werden musste.
Der Zugang war zuvor von pro-palästinensischen Aktivisten blockiert worden, die dem Kontingent mit Sprechchören wie "Raus mit den Zionisten" und "Mörder" den Weg versperrten. Dass sich unter den Bedrängten auch Luciano Belli Paci befand, der Sohn der 94-jährigen Holocaust-Überlebenden und Senatorin auf Lebenszeit Liliana Segre, verlieh den Szenen eine besonders bittere historische Ironie.
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