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Ausgabe von 06:00 CETSonntag, 2. August 2026
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Donnerstag, 30. April 2026

Bagdads neuer Premier: Ali al-Zaidi zwischen Geschäft und Politik

Im Irak hat sich nach wochenlangem politischem Tauziehen ein überraschender Kandidat durchgesetzt: Ali al-Zaidi, ein junger Geschäftsmann und Medienbesitzer, soll die neue Regierung in Bagdad führen. Seine Nominierung durch den schiitischen Koordinationsrahmen kam nicht auf dem ersten Anlauf zustande, sondern als Kompromiss nach einer tiefen Blockade. Al-Zaidi, Absolvent der Rechtswissenschaften und Inhaber von mehr als fünfzehn Privatfirmen sowie des Fernsehsenders Dijlah, gilt als Netzwerker, der Verbindungen zu fast allen einflussreichen Lagern der irakischen Politik pflegt – von Ammar al-Hakim über Nuri al-Maliki bis hin zu Milizenführern wie Qais al-Khazali. Diese breite Akzeptanz macht ihn zum Hoffnungsträger, aber auch zur Projektionsfläche für widerstreitende Erwartungen.

Aus Washingtoner Sicht sendet die Berufung gemischte Signale. Die US-Botschaft in Bagdad begrüßte al-Zaidi öffentlich und sprach von gemeinsamen Zielen wie der Wahrung der irakischen Souveränität und der Terrorbekämpfung. Gleichzeitig ließ eine amerikanische Anwaltskanzlei verlauten, man prüfe den Hintergrund des designierten Premiers – ein versteckter Hinweis auf mögliche Sanktionsrisiken. Die Vereinigten Staaten behalten sich vor, abzuwarten, ob al-Zaidi in der Lage sein wird, eine Regierung der nationalen Einheit zu formen, oder ob er nur als Aushängeschild für die bewaffneten Fraktionen dient.

In der Golfregion fällt die Reaktion deutlich wohlwollender aus. Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohamed bin Zayed, rief al-Zaidi persönlich an, um ihm zu gratulieren und die Unterstützung Abu Dhabis für Stabilität und Wohlstand im Irak zuzusichern. Nur wenige Tage zuvor hatte bin Zayed den kurdischen Regionalpräsidenten Nedschirwan Barzani in Abu Dhabi empfangen, um über die bilaterale Zusammenarbeit und die gefährlichen regionalen Spannungen zu beraten. Auch der König von Bahrain weilte zu einem Besuch in den Emiraten, bei dem die Vertiefung der Beziehungen im Mittelpunkt stand. Die Golfmonarchien setzen auf einen handlungsfähigen Irak als Gegengewicht zu den destabilisierenden Kräften in der Region.

Aus Damaskus kam Zustimmung. Das Außenministerium der syrischen Übergangsregierung begrüßte die Ernennung al-Zaidis als wichtigen Schritt zur Stärkung der irakischen Staatsinstitutionen und bekräftigte die Bereitschaft zur Kooperation. Die positive Reaktion unterstreicht, wie sehr beide Länder auf Stabilität angewiesen sind, um die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen der Nachkriegszeit zu bewältigen.

Vor al-Zaidi liegt eine steile Aufgabe. Er muss innerhalb der verfassungsmäßigen Frist ein Kabinett vorlegen, das im Parlament eine Mehrheit findet. Die größte Hürde bleibt das Verhältnis zu den bewaffneten Gruppen, deren Loyalität oft mehr dem Iran als Bagdad gilt. Sollte es ihm gelingen, einen konsensorientierten Kurs zu steuern, könnte der Irak eine Phase relativer Ruhe erleben – scheitert er, droht die Rückkehr der alten Machtkämpfe. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die wirtschaftliche und humanitäre Interessen in der Region verfolgen, ist der Ausgang dieses Experiments von unmittelbarer Bedeutung.

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Donnerstag, 30. April 2026

Bagdads neuer Premier: Ali al-Zaidi zwischen Geschäft und Politik

Im Irak hat sich nach wochenlangem politischem Tauziehen ein überraschender Kandidat durchgesetzt: Ali al-Zaidi, ein junger Geschäftsmann und Medienbesitzer, soll die neue Regierung in Bagdad führen. Seine Nominierung durch den schiitischen Koordinationsrahmen kam nicht auf dem ersten Anlauf zustande, sondern als Kompromiss nach einer tiefen Blockade. Al-Zaidi, Absolvent der Rechtswissenschaften und Inhaber von mehr als fünfzehn Privatfirmen sowie des Fernsehsenders Dijlah, gilt als Netzwerker, der Verbindungen zu fast allen einflussreichen Lagern der irakischen Politik pflegt – von Ammar al-Hakim über Nuri al-Maliki bis hin zu Milizenführern wie Qais al-Khazali. Diese breite Akzeptanz macht ihn zum Hoffnungsträger, aber auch zur Projektionsfläche für widerstreitende Erwartungen.

Aus Washingtoner Sicht sendet die Berufung gemischte Signale. Die US-Botschaft in Bagdad begrüßte al-Zaidi öffentlich und sprach von gemeinsamen Zielen wie der Wahrung der irakischen Souveränität und der Terrorbekämpfung. Gleichzeitig ließ eine amerikanische Anwaltskanzlei verlauten, man prüfe den Hintergrund des designierten Premiers – ein versteckter Hinweis auf mögliche Sanktionsrisiken. Die Vereinigten Staaten behalten sich vor, abzuwarten, ob al-Zaidi in der Lage sein wird, eine Regierung der nationalen Einheit zu formen, oder ob er nur als Aushängeschild für die bewaffneten Fraktionen dient.

In der Golfregion fällt die Reaktion deutlich wohlwollender aus. Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohamed bin Zayed, rief al-Zaidi persönlich an, um ihm zu gratulieren und die Unterstützung Abu Dhabis für Stabilität und Wohlstand im Irak zuzusichern. Nur wenige Tage zuvor hatte bin Zayed den kurdischen Regionalpräsidenten Nedschirwan Barzani in Abu Dhabi empfangen, um über die bilaterale Zusammenarbeit und die gefährlichen regionalen Spannungen zu beraten. Auch der König von Bahrain weilte zu einem Besuch in den Emiraten, bei dem die Vertiefung der Beziehungen im Mittelpunkt stand. Die Golfmonarchien setzen auf einen handlungsfähigen Irak als Gegengewicht zu den destabilisierenden Kräften in der Region.

Aus Damaskus kam Zustimmung. Das Außenministerium der syrischen Übergangsregierung begrüßte die Ernennung al-Zaidis als wichtigen Schritt zur Stärkung der irakischen Staatsinstitutionen und bekräftigte die Bereitschaft zur Kooperation. Die positive Reaktion unterstreicht, wie sehr beide Länder auf Stabilität angewiesen sind, um die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen der Nachkriegszeit zu bewältigen.

Vor al-Zaidi liegt eine steile Aufgabe. Er muss innerhalb der verfassungsmäßigen Frist ein Kabinett vorlegen, das im Parlament eine Mehrheit findet. Die größte Hürde bleibt das Verhältnis zu den bewaffneten Gruppen, deren Loyalität oft mehr dem Iran als Bagdad gilt. Sollte es ihm gelingen, einen konsensorientierten Kurs zu steuern, könnte der Irak eine Phase relativer Ruhe erleben – scheitert er, droht die Rückkehr der alten Machtkämpfe. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die wirtschaftliche und humanitäre Interessen in der Region verfolgen, ist der Ausgang dieses Experiments von unmittelbarer Bedeutung.

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