
Claude-Chatverläufe über Suchmaschinen einsehbar: Anthropic behebt Indexierungsfehler
Ein Fehler in der Robots.txt-Datei führte zur öffentlichen Auffindbarkeit geteilter Claude-Dialoge mit sensiblen Daten; Betroffene sollten geteilte Links deaktivieren.
Ende Juli 2026 entdeckten Nutzer auf Reddit, dass sich über die Google-Suche mit dem Befehl site:claude.ai/share zahlreiche von Nutzern geteilte Claude-Konversationen abrufen ließen. Darunter befanden sich nach übereinstimmenden Berichten sensible Informationen wie Gesundheitsakten, interne Unternehmensdokumente, persönliche Kontaktdaten sowie kryptografische Schlüssel und eine Zusammenfassung klinischer Studien. Die betroffenen Seiten waren von den Nutzern über die öffentliche Freigabefunktion von Claude zugänglich gemacht worden; private, nicht geteilte Unterhaltungen blieben geschützt.
Ursache war eine fehlerhafte Konfiguration der robots.txt-Datei auf claude.ai, wie eine Analyse des IT-Beraters Daniel J Glover ergab. Zwar enthielt die Datei für den Pfad /share/* den Disallow-Befehl, der den Googlebot vom Abruf der Seiten abhalten sollte. Gerade dadurch konnte der Crawler jedoch den auf den Seiten hinterlegten noindex-Befehl nicht lesen, der eine Indizierung unterbinden sollte. Ohne diese Anweisung und weil andere Seiten auf die URLs verlinkten, erschienen die geteilten Konversationen in den Suchergebnissen. Ironischerweise blieben die ebenfalls öffentlich freigebbaren Claude-Artefakte unter /public/artifacts/* von der Indizierung verschont, weil hier kein robots.txt-Verbot griff und Google den noindex-Hinweis korrekt auswerten konnte.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Pannen bei KI-Plattformen ein. Bereits im Juli 2025 waren geteilte ChatGPT-Dialoge über Google auffindbar, im August 2025 folgte ein vergleichbarer Fehler beim xAI-Chatbot Grok. Anthropic selbst war laut Forbes im September 2025 von einem ersten Indexierungsvorfall betroffen, bei dem rund 600 Claude-Dialoge in den Google-Index gelangten und später entfernt wurden. Der aktuelle Fall macht erneut deutlich, dass die öffentliche Freigabe eine effektive Publikation darstellt und selbst als temporär oder eingeschränkt gedachte Links von Suchmaschinen erfasst werden können.
Anthropic entfernte die Ergebnisse nach Bekanntwerden binnen eines Tages aus dem Google-Index, doch über Bing und Brave waren sie weiterhin auffindbar. Der Dienst rät Nutzern, in den Privatsphäre-Einstellungen unter „Geteilte Chats verwalten“ alle nicht mehr benötigten öffentlichen Links zu deaktivieren. IT-Sicherheitsexperten empfehlen darüber hinaus, interne Robots.txt-Einstellungen auf widersprüchliche Anweisungen zu prüfen und Beschäftigte zu sensibilisieren, dass über die Freigabefunktion verbreitete Links potentiell von Suchmaschinen erfasst werden. Ein dauerhafter Schutz vor erneuten Indizierungsfehlern ist mit der erfolgten Korrektur allein nicht garantiert; die Verantwortung liegt auch bei den Nutzern, keine sensiblen Informationen über öffentliche Links zu teilen.
| Arabische Golfpresse | −0.10 | neutral |
|---|---|---|
| Chinesische Presse | −0.70 | critical |
The Gulf press frames the Claude privacy incident as a cautionary tale about user responsibility. It emphasizes that a simple tap on the share button can expose sensitive information, and offers practical steps to check and secure one's conversations. The tone is instructive and measured, focusing on user actions rather than blaming the company.
Chinese media portray the Claude privacy leak as a major technical failure, emphasizing how Anthropic's robots.txt error allowed Google to index user conversations, private keys, and medical data. The coverage highlights the severity, mentioning cryptocurrency keys and identity leaks, and expresses concern about lingering indexing on Bing and Brave. The tone is alarmist and accusatory.
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