
Dynamo Dresden sichert Doppellizenz und trotzt dem Abstiegskampf mit makelloser Halbzeitbilanz
Während der sportliche Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga noch nicht endgültig unter Dach und Fach ist, hat Dynamo Dresden auf administrativer Ebene einen entscheidenden Schritt vorausgemacht. Der Verein erhielt vom Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball Liga die unbedingte Lizenz sowohl für die zweite als auch für die dritte Liga. Aus Dresdner Sicht ist dies ein Vertrauensbeweis in die wirtschaftliche Eigenleistung, wie Finanzgeschäftsführer Stephan Zimmermann betonte, und erlaubt dem Klub, die kommende Spielzeit ohne Wenn und Aber zu planen.
Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Mannschaft auf dem Platz eine bemerkenswerte Konstanz zeigt, die in der Liga ihresgleichen sucht. Seit der Winterpause ist der Aufsteiger das einzige Team der zweiten Liga, das zur Halbzeit noch nie zurückgelegen hat – in dreizehn Partien führte Dresden neunmal, viermal stand es unentschieden. Trainer Thomas Stamm, der nach eigenem Bekunden von dieser Statistik überrascht wurde, führt die Stärke auf eine sorgfältige inhaltliche und mentale Vorbereitung zurück, die es der Mannschaft erlaube, von Beginn an ihre Spielidee umzusetzen.
Aus Düsseldorfer Perspektive kommt der Tabellenvierzehnte Fortuna just in dem Moment nach Dresden, in dem die Gefahr eines Doppelabstiegs (zwei Klubs aus derselben Stadt) droht. Vor acht Jahren noch feierten die Rheinländer in Dresden den Aufstieg in die Bundesliga, nun könnten die Sachsen die Fortuna in deren eigener Arena nach 27 Jahren zurück in die Drittklassigkeit schicken. Die Bilanz spricht für Dynamo: Seit dem Aufstieg der Fortuna 2018 blieben die Düsseldorfer in allen vier Duellen gegen Dresden sieglos.
Hinzu kommt die Personalie Vincent Vermeij, den die Fortuna im Sommer abgeschoben hatte und der nun für Dynamo stürmt. Der Niederländer, der in Düsseldorf noch viele Freunde hat, erzielte zuletzt den Treffer zum 2:0-Sieg und will aus eigener Aussage „drei Punkte holen“. Beobachter der zweiten Liga sehen in dieser Gemengelage ein psychologisches Momentum, das Dresden in die Karten spielt.
Sollte der Aufsteiger auch im prestigeträchtigen Duell seine Halbzeitüberlegenheit bewahren, könnte dies nicht nur den Klassenerhalt endgültig besiegeln, sondern auch die Frage aufwerfen, ob die Fortuna nach einer Serie von verpassten Aufstiegen nun einen tiefgreifenden Umbruch benötigt.
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