
El Guanos engster Kreis zerschlagen: Doch der Patron bleibt auf freiem Fuß
Der jüngste Schlag gegen das Sinaloa-Kartell hat einmal mehr gezeigt, wie schwer fassbar einer der letzten großen Capos Mexikos ist. Bei einem Einsatz im Dreieck der Bundesstaaten Durango und Sinaloa gelang es mexikanischen Spezialeinheiten zwar, zehn mutmaßliche Mitglieder der Fraktion „Gente del Guano“ festzunehmen, darunter den rechten Arm, den Leibwächter sowie den Finanz- und Logistikchef von Aureliano Guzmán Loera, alias „El Guano“. Der Bruder des einstigen Kartellchefs Joaquín „El Chapo“ Guzmán selbst aber entkam erneut.
Der Zugriff vom 22. April 2026 in der Bergsiedlung La Cebadilla bei Tamazula war der siebte großangelegte Versuch seit 2011, den flüchtigen Patron zu stellen – und der siebte Fehlschlag in der Hauptsache. Aus Sicht mexikanischer Sicherheitsbehörden ist der Erfolg dennoch beachtlich: Das Innenministerium bezeichnete die Aktion als schwere Schwächung einer besonders gewalttätigen Zelle, die das strategisch wichtige Goldene Dreieck beherrscht.
Aus Washingtoner Perspektive unterstreicht der Einsatz die fortgesetzte, wenn auch diskrete Kooperation zwischen US-amerikanischen Geheimdiensten und dem mexikanischen Militär. Die bereitgestellten Aufklärungsdaten ermöglichten es, den Aufenthaltsort des inneren Zirkels präzise zu lokalisieren. Dass „El Guano“ selbst entkam, wird in Washington als Bestätigung seiner außergewöhnlichen Fluchtfähigkeit und der Warnsysteme der Organisation gedeutet.
Beobachter in Mexiko-Stadt verweisen darauf, dass der Capo tief in der lokalen Bevölkerung der Bergregion verwurzelt ist und über ein dichtes Netz an Informanten verfügt. Anders als sein berühmter Bruder, der in einem US-Hochsicherheitsgefängnis sitzt, hat „El Guano“ nie den Versuch unternommen, seinen Einfluss über das Kernland der Sinaloa-Kartelle hinaus auszudehnen. Diese Beschränkung auf die unwegsame Sierra macht ihn für konventionelle Militäroperationen nahezu unverwundbar.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, deren Strafverfolgungsbehörden immer wieder mit Geldwäscheströmen aus dem mexikanischen Drogenhandel konfrontiert sind, deutet der Vorgang auf eine anhaltende Fragmentierung der Kartelle hin. Der Wegfall der engen Führungsmannschaft dürfte die „Gente del Guano“ vorerst lähmen, aber auch neue Gewalt um die Nachfolge auslösen. Solange „El Guano“ frei ist, bleibt das Kartell in der Lage, sich zu reorganisieren – ein Kreislauf, der sich in der Geschichte des mexikanischen Narcotráfico stets wiederholt hat.
Erweitere deinen Horizont
Washington entzieht brasilianischer Botschafterin das Visum
3 Sprachen · 43 Quellen
Aus Economy & MarketsÖlkonzerne melden sprudelnde Gewinne im zweiten Quartal – Trump rügt „zu viel Geld“
2 Sprachen · 21 Quellen
Aus TechnologySpaceX-Raketenstufe schlägt unkontrolliert auf dem Mond ein
5 Sprachen · 29 Quellen