
In grünes Tuch gehüllt: Die letzte Szene des Diding Boneng
Der indonesische Komiker und Warkop-DKI-Star starb mit 76 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls – bis zuletzt hielt er an seinem Versprechen fest, die Bühne nie zu verlassen.
Als der in grünes Tuch mit goldener Kalligrafie gehüllte Leichnam am Montagnachmittag in die Grube hinabgelassen wurde, brach unter den Trauernden ein Schluchzen aus. Der Sohn des Verstorbenen, so berichten Augenzeugen, weinte unentwegt, während die Menge aus Familie, Künstlerkollegen und sogar einer Gruppe von Motorradtaxifahrern sich um das Grab drängte. Es war der 3. August 2026, und auf dem Menteng-Pulo-Friedhof in Jakarta fand Diding Boneng seine letzte Ruhestätte – in derselben Gruft, in der bereits seine Frau lag.
Nur Stunden zuvor, um 6:04 Uhr morgens, war der Komiker im Alter von 76 Jahren gestorben. Sein Bruder Zainal Arifin schilderte später, wie die Familie zunächst nur an ein Magenleiden geglaubt hatte, bis Ärzte einen Schlaganfall diagnostizierten. Nach zehn Tagen im Krankenhaus Tarakan schien sich Diding Boneng zu erholen, doch in der Nacht zum Montag verschlechterte sich seine Atmung dramatisch. Ein Schlaganfall hatte ihm in den letzten Tagen die Sprache geraubt; er konnte sich nur noch mit Blicken verständigen.
Diding Boneng, mit bürgerlichem Namen Zainal Abidin, war eine feste Größe der indonesischen Komödie. 1950 geboren, begann er 1973 im Theater und gewann mehrere Jugendfestivals. Seinen Durchbruch im Film feierte er 1980 mit „Tiga Dara Mencari Cinta“, doch erst die Fernsehserie „Rumah Masa Depan“ und vor allem die Warkop-DKI-Filme machten ihn landesweit bekannt. Dort spielte er oft den schrulligen Wachmann oder den brüllenden Militärausbilder – Rollen, die ihm einen Platz im kollektiven Gedächtnis sicherten. Noch in den letzten Jahren trat er in Horrorfilmen wie „KKN di Desa Penari“ auf.
Was den Schauspieler antrieb, offenbarte sein Kollege Opie Kumis am Tag der Beerdigung. Diding Boneng habe ihm einst geschworen: „Bis zu meinem Tod werde ich alles, was ich habe, der Kunst widmen.“ Und tatsächlich, so Kumis, habe er noch bei einer letzten Aufführung mit der Gruppe Oplet Robet mitgewirkt, obwohl seine Atemnot ihm kaum noch Dialoge erlaubte. In der Rolle eines Gottes saß er reglos in einer Höhle, nur seine Anwesenheit genügte. „Das war meine letzte Erinnerung an eine Bühne mit ihm“, sagte Kumis.
So blieb der Mann, der einst Millionen zum Lachen brachte, seiner Bühne treu bis zum letzten Atemzug. Sein Leichnam, eingehüllt in das grüne Tuch, verschwand in der Erde neben seiner Frau, während die Gebete der Menge den Friedhof erfüllten. Der Sohn, der dem Vater so ähnlich sah, konnte die Tränen nicht zurückhalten – ein stummes Zeugnis einer lebenslangen Hingabe, die nun im Schweigen endete.
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