
Iranischer Führer schwer verletzt – Macht an Revolutionsgarden delegiert
Die islamische Republik Iran steht vor einer ihrer tiefsten Führungskrisen seit der Revolution. Der neue Oberste Führer, Mojtaba Khamenei, der nach der Tötung seines Vaters Ali Khamenei durch einen israelischen Luftangriff am 28. Februar an die Spitze des Staates trat, ist eigenen Angaben zufolge schwer verwundet.
Nach Informationen der New York Times, die sich auf mehrere iranische Beamte beruft, erlitt er schwere Verbrennungen im Gesicht, unterzog sich drei Operationen an einem Bein und wartet auf eine Prothese. Obwohl er geistig rege sei und Entscheidungen treffe, habe er die operative Macht vorerst an Generäle der Revolutionsgarden delegiert. Öffentlich ist Mojtaba Khamenei seit seiner Ernennung nicht aufgetreten; er kommuniziert ausschließlich über schriftliche Erklärungen, um nicht als schwach zu gelten.
Aus Teheraner Sicht wird dies als Zeichen der Geschlossenheit gedeutet: In einer Botschaft an die Nation pries Khamenei die „außergewöhnliche Einheit“ des Landes und warnte vor Einflussnahme ausländischer Medien. Der Parlamentssprecher dementierte zugleich jegliche Führungsspaltungen, wie sie in US-amerikanischen Kreisen kolportiert werden. Aus Washingtoner Perspektive offenbart die Verletzung des obersten Führers jedoch eine strategische Verwundbarkeit.
Die begrenzte physische Präsenz Khameneis und der wachsende Einfluss der Revolutionsgarden auf die Entscheidungsprozesse – auch in den laufenden Waffenstillstandsverhandlungen mit Israel – nähren Zweifel an der Stabilität des Regimes. Beobachter in Peking und Moskau verfolgen die Entwicklung mit Sorge, da ein Machtvakuum in Teheran die ohnehin fragile regionale Ordnung weiter erschüttern könnte. Für Europa und die deutschsprachigen Länder – Deutschland, Österreich und die Schweiz – ist die Lage unmittelbar relevant: Kommt es zu einer weiteren Radikalisierung Irans oder zu einer unkontrollierten Eskalation mit Israel, könnten die ohnehin angespannten Gespräche über das Atomprogramm endgültig scheitern.
Zudem steigt das Risiko einer größeren Fluchtbewegung aus der Region, sollten inneriranische Machtkämpfe gewaltsam ausgetragen werden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Mojtaba Khamenei seine körperliche Verfassung soweit wiederherstellen kann, um persönlich die Zügel in die Hand zu nehmen, oder ob die Revolutionsgarden den Kurs des Landes dauerhaft bestimmen – eine Entwicklung, die den gesamten Nahen Osten verändern würde.
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