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Ausgabe von 20:00 CETSonntag, 2. August 2026
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Donnerstag, 7. Mai 2026

Preisschock und leere Betten: Die widersprüchliche WM-Vorbereitung 2026

FIFA verteidigt hohe Ticketpreise gegen heftige Kritik, während Hotelbuchungen ausbleiben und die wirtschaftlichen Hoffnungen schwinden.

Wenige Wochen vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko zeichnet sich ein Paradox ab: Während die FIFA-Präsident Gianni Infantino die Rekordnachfrage von rund 500 Millionen Ticketanträgen als Legitimation für die hohen Preise anführt, bleiben die erwarteten wirtschaftlichen Effekte in Teilen aus. Infantino verwies auf den dynamischen Zweitmarkt in den Vereinigten Staaten, wo einzelne Karten für das Finale im MetLife-Stadium für mehr als zwei Millionen Dollar gehandelt werden. Dies sei Ausdruck der Marktnachfrage, nicht der offizielle Preis – eine Argumentation, die in Europa auf Empörung stößt.

Die europäische Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE) hatte bereits im März Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht und die Preisgestaltung als „erpresserisch“ und „Grandiosen Verrat“ bezeichnet. Aus Sicht vieler deutscher, österreichischer und Schweizer Anhänger, die an die sozialverträglicheren Tarife vorangegangener Turniere gewöhnt sind, zementiert die FIFA eine Zweiklassenwelt: Nur noch zahlungskräftige Besucher aus den USA oder dem Nahen Osten können sich das Erlebnis leisten. In Mexiko, das als erstes Land zum dritten Mal eine WM austrägt, ist die Stimmung nicht besser. Der 70-jährige Francisco Javier Ferreira, der die Turniere 1970 und 1986 noch im Stadion erlebte, erklärte gegenüber CNN, dass die Preise für die mexikanischen Spiele – insgesamt 13 Partien in Monterrey, Guadalajara und Mexiko-Stadt – für die meisten Einheimischen unerschwinglich seien. Nur die Wohlhabendsten hätten überhaupt eine Chance auf Einlass.

Doch nicht nur die Fans, auch die Hotellerie zeigt sich enttäuscht. Eine Umfrage der American Hotel and Lodging Association unter 80 Prozent der Mitglieder in den elf Austragungsstädten ergab, dass die Buchungen weit hinter den Prognosen zurückbleiben. Rund zwei Drittel der Befragten machten Visaprobleme und geopolitische Unsicherheiten dafür verantwortlich. Branchenvertreter sprechen von einem „Nicht-Ereignis“ und einem Boom, der bislang ausgeblieben ist – obwohl Konsultationsfirmen einst einen Wirtschaftsschub von 30 Milliarden Dollar und 185.000 neue Arbeitsplätze allein für die USA prophezeit hatten. Die mexikanischen und kanadischen Standorte bleiben in diesen Betrachtungen oft unterbelichtet, obwohl auch dort die Nachfrage hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Infantino hingegen betont auf der Milken-Institute-Konferenz in Beverly Hills den langfristigen Nutzen der Aufstockung auf 48 Teams: Die WM solle die historische Konzentration des Fußballs auf Europa durchbrechen und neue Investoren anziehen. Aus Washingtoner Sicht mag dies strategisch klug erscheinen, doch die unmittelbaren Realitäten sprechen eine andere Sprache. Parlamentarier in den USA hatten bereits Rabatte für bestimmte Sektoren erwirkt, doch die Grundsatzfrage bleibt. Wenn selbst im reichen Nordamerika die Hotels leer stehen und Fans in aller Welt sich ausgegrenzt fühlen, könnte die vielbeschworene „globalisierte WM“ ihr Versprechen nicht einlösen. Für die FIFA steht mehr auf dem Spiel als nur die nächste Kassenabrechnung: Es geht um die Glaubwürdigkeit eines Turniers, das eigentlich alle verbinden soll.

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Donnerstag, 7. Mai 2026

Preisschock und leere Betten: Die widersprüchliche WM-Vorbereitung 2026

FIFA verteidigt hohe Ticketpreise gegen heftige Kritik, während Hotelbuchungen ausbleiben und die wirtschaftlichen Hoffnungen schwinden.

Wenige Wochen vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko zeichnet sich ein Paradox ab: Während die FIFA-Präsident Gianni Infantino die Rekordnachfrage von rund 500 Millionen Ticketanträgen als Legitimation für die hohen Preise anführt, bleiben die erwarteten wirtschaftlichen Effekte in Teilen aus. Infantino verwies auf den dynamischen Zweitmarkt in den Vereinigten Staaten, wo einzelne Karten für das Finale im MetLife-Stadium für mehr als zwei Millionen Dollar gehandelt werden. Dies sei Ausdruck der Marktnachfrage, nicht der offizielle Preis – eine Argumentation, die in Europa auf Empörung stößt.

Die europäische Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE) hatte bereits im März Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht und die Preisgestaltung als „erpresserisch“ und „Grandiosen Verrat“ bezeichnet. Aus Sicht vieler deutscher, österreichischer und Schweizer Anhänger, die an die sozialverträglicheren Tarife vorangegangener Turniere gewöhnt sind, zementiert die FIFA eine Zweiklassenwelt: Nur noch zahlungskräftige Besucher aus den USA oder dem Nahen Osten können sich das Erlebnis leisten. In Mexiko, das als erstes Land zum dritten Mal eine WM austrägt, ist die Stimmung nicht besser. Der 70-jährige Francisco Javier Ferreira, der die Turniere 1970 und 1986 noch im Stadion erlebte, erklärte gegenüber CNN, dass die Preise für die mexikanischen Spiele – insgesamt 13 Partien in Monterrey, Guadalajara und Mexiko-Stadt – für die meisten Einheimischen unerschwinglich seien. Nur die Wohlhabendsten hätten überhaupt eine Chance auf Einlass.

Doch nicht nur die Fans, auch die Hotellerie zeigt sich enttäuscht. Eine Umfrage der American Hotel and Lodging Association unter 80 Prozent der Mitglieder in den elf Austragungsstädten ergab, dass die Buchungen weit hinter den Prognosen zurückbleiben. Rund zwei Drittel der Befragten machten Visaprobleme und geopolitische Unsicherheiten dafür verantwortlich. Branchenvertreter sprechen von einem „Nicht-Ereignis“ und einem Boom, der bislang ausgeblieben ist – obwohl Konsultationsfirmen einst einen Wirtschaftsschub von 30 Milliarden Dollar und 185.000 neue Arbeitsplätze allein für die USA prophezeit hatten. Die mexikanischen und kanadischen Standorte bleiben in diesen Betrachtungen oft unterbelichtet, obwohl auch dort die Nachfrage hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Infantino hingegen betont auf der Milken-Institute-Konferenz in Beverly Hills den langfristigen Nutzen der Aufstockung auf 48 Teams: Die WM solle die historische Konzentration des Fußballs auf Europa durchbrechen und neue Investoren anziehen. Aus Washingtoner Sicht mag dies strategisch klug erscheinen, doch die unmittelbaren Realitäten sprechen eine andere Sprache. Parlamentarier in den USA hatten bereits Rabatte für bestimmte Sektoren erwirkt, doch die Grundsatzfrage bleibt. Wenn selbst im reichen Nordamerika die Hotels leer stehen und Fans in aller Welt sich ausgegrenzt fühlen, könnte die vielbeschworene „globalisierte WM“ ihr Versprechen nicht einlösen. Für die FIFA steht mehr auf dem Spiel als nur die nächste Kassenabrechnung: Es geht um die Glaubwürdigkeit eines Turniers, das eigentlich alle verbinden soll.

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