Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETSamstag, 1. August 2026
320 Quellen · 17 Sprachen909 Briefings heute
Mittwoch, 29. April 2026

Selbstinszenierung vor dem Attentat: Neue Details zum Anschlag auf Trump im Washington Hilton

Dreißig Minuten vor dem Sturm auf den Ballsaal des Washington Hilton soll Cole Tomas Allen, ein 31-jähriger Lehrer aus Torrance, Kalifornien, ein Selfie von sich gemacht haben. Das Bild, das nun von der Bundesstaatsanwaltschaft veröffentlicht wurde, zeigt ihn in schwarzer Kleidung mit roter Krawatte, bewaffnet mit einer Schrotflinte, einer Pistole und mehreren Messern. Es ist die seltsam ruhige Pose eines Mannes, der offenbar genau wusste, was er tun würde.

Die Ermittler stellten fest, dass Allen in Echtzeit die Bewegungen von Präsident Donald Trump über eine Website und Live-Videofeeds verfolgte, bevor er nach 20:30 Uhr die Sicherheitsbarriere am Eingang zum Bankettsaal durchbrach und das Feuer eröffnete. Aus Washingtoner Sicht wirft der Vorfall erneut grundlegende Fragen nach dem Schutz des Staatsoberhauptes auf. Ein Secret-Service-Beamter wurde durch eine Schrotladung verletzt, fünf weitere Schüsse fielen aus den Dienstwaffen der Leibwächter.

Dass der Angreifer nicht tödlich getroffen wurde, lag nach Gerichtsakten allein daran, dass er bei der Flucht stolperte und stürzte – erst das ermöglichte seine Überwältigung. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich bei dem Geschoss, das den Beamten traf, um Eigenbeschuss des Täters handelte, nicht um freundliches Feuer. Aus kalifornischer Perspektive wird die Radikalisierung des mutmaßlichen Attentäters untersucht: Allen, ein bisher unauffälliger Lehrer, hatte die Waffen legal erworben und reiste mit dem Zug quer durchs Land.

Der Anschlag ist bereits der dritte Versuch innerhalb weniger Monate, Trump zu töten, und weckt unweigerlich Erinnerungen an den 30. März 1981, als John Hinckley jr. vor demselben Hotel auf Ronald Reagan schoss. Hinckley selbst bezeichnete die Parallele in einem Interview als „unheimlich“.

Während in den sozialen Medien sogleich Verschwörungstheorien kursierten, die den Vorfall als inszeniert darstellten – unter anderem von der linksliberalen Podcasterin Joy Reid –, zeigen sich republikanische Senatoren auffällig zurückhaltend. „Der Typ kam nicht durch, die Sicherheit hat gehalten“, sagte der Republikaner John Kennedy. Anders als nach dem ersten Attentat in Butler, Pennsylvania, fordern die Ausschüsse im Kongress keine neuen Untersuchungen. Doch Beobachter in Peking und Moskau registrieren die Sicherheitslücken mit Sorgfalt: Ein erneuter Anschlag auf ein G7-Mitglied würde das transatlantische Bündnis noch stärker belasten.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, deren Diplomaten regelmäßig an solchen Veranstaltungen teilnehmen, unterstreicht der Vorfall die Notwendigkeit einer Neubewertung der Sicherheitsarchitektur bei Staatsbesuchen in den Vereinigten Staaten. Die nächste Anhörung in dem Fall ist für Donnerstag angesetzt; die Verteidigung beklagt bereits, dass Allen in Isolationshaft der Kontakt zu seinen Anwälten erschwert werde. Das Bild des mit Waffen behängten Selfies wird die Debatte über die psychologische Verfassung von Einzeltätern und die Wirksamkeit präventiver Sicherheitsmaßnahmen noch lange begleiten.

Aktuell
Chelsea verpflichtet Danny Welbeck – ein Routinier für Xabi Alonsos Neuausrichtung·Ein Knoten, ein zweiter Blick: Wie Prominente ihre Krebsdiagnosen zur öffentlichen Erzählung machen·Spanien installiert Flutbarriere vor Ceuta nach Massenansturm mit 67 Toten·Israelische Angriffe in Gaza töten zwei Menschen und beschädigen medizinische Lager·Zwischen Preisschock und Leistungssprung: Die zwei Gesichter des Smartphone-Markts·Russischer Drohnenangriff auf Rozetka-Logistikzentrum bei Kiew tötet Mitarbeiter·Erstes Arbaeen seit Kriegsbeginn: Iranische Pilger strömen in den Irak·Trump droht mit Gesetz für umstrittenen Fonds bei Blockade von Blanche-Nominierung·Chelsea verpflichtet Danny Welbeck – ein Routinier für Xabi Alonsos Neuausrichtung·Ein Knoten, ein zweiter Blick: Wie Prominente ihre Krebsdiagnosen zur öffentlichen Erzählung machen·Spanien installiert Flutbarriere vor Ceuta nach Massenansturm mit 67 Toten·Israelische Angriffe in Gaza töten zwei Menschen und beschädigen medizinische Lager·Zwischen Preisschock und Leistungssprung: Die zwei Gesichter des Smartphone-Markts·Russischer Drohnenangriff auf Rozetka-Logistikzentrum bei Kiew tötet Mitarbeiter·Erstes Arbaeen seit Kriegsbeginn: Iranische Pilger strömen in den Irak·Trump droht mit Gesetz für umstrittenen Fonds bei Blockade von Blanche-Nominierung·
Akt. 02:497 Sprachen · 25 Quellen
25 Quellen|7 Sprachen|3 Min. Lesezeit
Mittwoch, 29. April 2026

Selbstinszenierung vor dem Attentat: Neue Details zum Anschlag auf Trump im Washington Hilton

Dreißig Minuten vor dem Sturm auf den Ballsaal des Washington Hilton soll Cole Tomas Allen, ein 31-jähriger Lehrer aus Torrance, Kalifornien, ein Selfie von sich gemacht haben. Das Bild, das nun von der Bundesstaatsanwaltschaft veröffentlicht wurde, zeigt ihn in schwarzer Kleidung mit roter Krawatte, bewaffnet mit einer Schrotflinte, einer Pistole und mehreren Messern. Es ist die seltsam ruhige Pose eines Mannes, der offenbar genau wusste, was er tun würde.

Die Ermittler stellten fest, dass Allen in Echtzeit die Bewegungen von Präsident Donald Trump über eine Website und Live-Videofeeds verfolgte, bevor er nach 20:30 Uhr die Sicherheitsbarriere am Eingang zum Bankettsaal durchbrach und das Feuer eröffnete. Aus Washingtoner Sicht wirft der Vorfall erneut grundlegende Fragen nach dem Schutz des Staatsoberhauptes auf. Ein Secret-Service-Beamter wurde durch eine Schrotladung verletzt, fünf weitere Schüsse fielen aus den Dienstwaffen der Leibwächter.

Dass der Angreifer nicht tödlich getroffen wurde, lag nach Gerichtsakten allein daran, dass er bei der Flucht stolperte und stürzte – erst das ermöglichte seine Überwältigung. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich bei dem Geschoss, das den Beamten traf, um Eigenbeschuss des Täters handelte, nicht um freundliches Feuer. Aus kalifornischer Perspektive wird die Radikalisierung des mutmaßlichen Attentäters untersucht: Allen, ein bisher unauffälliger Lehrer, hatte die Waffen legal erworben und reiste mit dem Zug quer durchs Land.

Der Anschlag ist bereits der dritte Versuch innerhalb weniger Monate, Trump zu töten, und weckt unweigerlich Erinnerungen an den 30. März 1981, als John Hinckley jr. vor demselben Hotel auf Ronald Reagan schoss. Hinckley selbst bezeichnete die Parallele in einem Interview als „unheimlich“.

Während in den sozialen Medien sogleich Verschwörungstheorien kursierten, die den Vorfall als inszeniert darstellten – unter anderem von der linksliberalen Podcasterin Joy Reid –, zeigen sich republikanische Senatoren auffällig zurückhaltend. „Der Typ kam nicht durch, die Sicherheit hat gehalten“, sagte der Republikaner John Kennedy. Anders als nach dem ersten Attentat in Butler, Pennsylvania, fordern die Ausschüsse im Kongress keine neuen Untersuchungen. Doch Beobachter in Peking und Moskau registrieren die Sicherheitslücken mit Sorgfalt: Ein erneuter Anschlag auf ein G7-Mitglied würde das transatlantische Bündnis noch stärker belasten.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, deren Diplomaten regelmäßig an solchen Veranstaltungen teilnehmen, unterstreicht der Vorfall die Notwendigkeit einer Neubewertung der Sicherheitsarchitektur bei Staatsbesuchen in den Vereinigten Staaten. Die nächste Anhörung in dem Fall ist für Donnerstag angesetzt; die Verteidigung beklagt bereits, dass Allen in Isolationshaft der Kontakt zu seinen Anwälten erschwert werde. Das Bild des mit Waffen behängten Selfies wird die Debatte über die psychologische Verfassung von Einzeltätern und die Wirksamkeit präventiver Sicherheitsmaßnahmen noch lange begleiten.

Divergenz der Quellen

— · 25 Quellen · 7 Sprachen

0%Niedrig

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Diese Nachricht erschien in

25 Quellen · 7 Sprachen

Erweitere deinen Horizont

Aus Geopolitics & Politics

US-Militär fliegt Vergeltungsschläge gegen Iran nach Angriff auf jordanische Basis

3 Sprachen · 68 Quellen

Aus Economy & Markets

Mexikos Wirtschaft wächst im zweiten Quartal so stark wie seit über fünf Jahren nicht mehr

1 Sprache · 18 Quellen

Aus Technology

Chery Q erhält auf der GIIAS 2026 über 6.000 Vorbestellungen

1 Sprache · 15 Quellen

Mehr lesen