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Wirtschaft & MärkteDonnerstag, 7. Mai 2026

China investiert sechs Milliarden Dollar in Brasilien – Rekord trotz globaler Flaute

Brasilien wurde 2025 zum weltweit wichtigsten Ziel chinesischer Direktinvestitionen. Bergbau und erneuerbare Energien trieben den Anstieg, während Pekings Engagement in Lateinamerika insgesamt schrumpfte.

China hat im vergangenen Jahr so viel Kapital nach Brasilien gelenkt wie in kein anderes Land der Welt. Nach einer Erhebung des Brasilianisch-Chinesischen Unternehmensrats beliefen sich die Investitionen auf 6,1 Milliarden Dollar – ein Anstieg um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit übertraf Brasilien selbst die Vereinigten Staaten, die lediglich 6,8 Prozent der gesamten chinesischen Auslandsinvestitionen auf sich vereinten, während Brasilien auf 10,9 Prozent kam. Die Zahlen markieren den höchsten Stand seit 2017 und festigen eine seit 2021 anhaltende Aufwärtstendenz. Aus Pekinger Sicht ist dies ein strategischer Erfolg: Die chinesischen Konzerne expandieren in Sektoren, die für die langfristige Rohstoff- und Technologiesicherheit der Volksrepublik zentral sind. So stiegen die Investitionen im Bergbau um mehr als das Dreifache, vor allem in Nickel, Kupfer und Gold, und erreichten mit knapp 1,8 Milliarden Dollar fast ein Drittel des Gesamtvolumens. Auch die Energiewirtschaft blieb mit 1,79 Milliarden Dollar der größte Einzelsektor, getrieben von Projekten in der Wasserkraft und Solarenergie. Dazu kamen chinesische Automobilhersteller, die auf Flächen ehemaliger westlicher Fabriken neue Werke für Elektrofahrzeuge errichteten. Die schiere geografische Streuung über zwanzig Bundesstaaten Brasiliens zeigt, dass es sich nicht um punktuelle Engagements handelt, sondern um eine systematische industrielle Verflechtung.

Doch die globalen Perspektiven offenbaren eine differenziertere Lage. Während die chinesischen Direktinvestitionen in Brasilien sprunghaft wuchsen, sind sie in ganz Lateinamerika und der Karibik eingebrochen. Nach Daten des Forschungsnetzwerks Red ALC-China erreichten sie mit 8,7 Milliarden Dollar weniger als die Hälfte des Rekordniveaus von 2019. Die Zahl der Transaktionen sank ebenfalls, und die Investitionen fielen sogar unter den Wert von 2024. Beobachter in Washington deuten dies als Hinweis auf eine zunehmende Risikoaversion der chinesischen Seite angesichts der politischen Unsicherheiten in mehreren lateinamerikanischen Ländern. Zugleich mag Pekings Strategie, auf wenige verlässliche Partner wie Brasilien zu setzen, eine Reaktion auf die wachsende Konkurrenz durch westliche und insbesondere US-amerikanische Initiativen in der Region sein. In Brasília dagegen begrüßt man den Kapitalzufluss, der auch die wirtschaftliche Erholung Brasiliens stützt, wenngleich die Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffkäufen und Industrieinvestitionen langfristig Risiken birgt.

Für den deutschsprachigen Raum ergeben sich daraus strategische Fragen. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind traditionell starke Handelspartner Brasiliens, insbesondere im Maschinenbau und in der Automobilindustrie. Die chinesische Offensive in genau diesen Sektoren – Elektromobilität, Bergbauausrüstung, Energieinfrastruktur – stellt eine direkte Herausforderung dar. Zwar profitieren europäische Unternehmen von der allgemeinen Konjunkturbelebung in Brasilien, doch die chinesische Konkurrenz kann auf staatlich gelenkte Finanzierungen und langfristige Planungssicherheit bauen. Analysten in Berlin und Zürich verweisen auf die Notwendigkeit, die Handelsbeziehungen mit Brasilien zu diversifizieren und gleichzeitig eigene Projekte in den Bereichen grüner Wasserstoff und Digitalisierung voranzutreiben, um nicht vollständig aus dem Markt gedrängt zu werden. Der Blick nach vorn ist ambivalent: Chinas Fokus auf Brasilien dürfte zunächst anhalten, zumal die politischen Beziehungen zwischen Peking und Brasília gut sind. Doch der starke Rückgang der Investitionen im übrigen Lateinamerika mahnt, wie volatil die Kapitalströme der Volksrepublik sind. Ob sich die Rekordzahlen in Brasilien 2026 wiederholen lassen, hängt nicht zuletzt von der globalen Rohstoffnachfrage und der weiteren Entwicklung der US-chinesischen Rivalität ab.

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Donnerstag, 7. Mai 2026

China investiert sechs Milliarden Dollar in Brasilien – Rekord trotz globaler Flaute

Brasilien wurde 2025 zum weltweit wichtigsten Ziel chinesischer Direktinvestitionen. Bergbau und erneuerbare Energien trieben den Anstieg, während Pekings Engagement in Lateinamerika insgesamt schrumpfte.

China hat im vergangenen Jahr so viel Kapital nach Brasilien gelenkt wie in kein anderes Land der Welt. Nach einer Erhebung des Brasilianisch-Chinesischen Unternehmensrats beliefen sich die Investitionen auf 6,1 Milliarden Dollar – ein Anstieg um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit übertraf Brasilien selbst die Vereinigten Staaten, die lediglich 6,8 Prozent der gesamten chinesischen Auslandsinvestitionen auf sich vereinten, während Brasilien auf 10,9 Prozent kam. Die Zahlen markieren den höchsten Stand seit 2017 und festigen eine seit 2021 anhaltende Aufwärtstendenz. Aus Pekinger Sicht ist dies ein strategischer Erfolg: Die chinesischen Konzerne expandieren in Sektoren, die für die langfristige Rohstoff- und Technologiesicherheit der Volksrepublik zentral sind. So stiegen die Investitionen im Bergbau um mehr als das Dreifache, vor allem in Nickel, Kupfer und Gold, und erreichten mit knapp 1,8 Milliarden Dollar fast ein Drittel des Gesamtvolumens. Auch die Energiewirtschaft blieb mit 1,79 Milliarden Dollar der größte Einzelsektor, getrieben von Projekten in der Wasserkraft und Solarenergie. Dazu kamen chinesische Automobilhersteller, die auf Flächen ehemaliger westlicher Fabriken neue Werke für Elektrofahrzeuge errichteten. Die schiere geografische Streuung über zwanzig Bundesstaaten Brasiliens zeigt, dass es sich nicht um punktuelle Engagements handelt, sondern um eine systematische industrielle Verflechtung.

Doch die globalen Perspektiven offenbaren eine differenziertere Lage. Während die chinesischen Direktinvestitionen in Brasilien sprunghaft wuchsen, sind sie in ganz Lateinamerika und der Karibik eingebrochen. Nach Daten des Forschungsnetzwerks Red ALC-China erreichten sie mit 8,7 Milliarden Dollar weniger als die Hälfte des Rekordniveaus von 2019. Die Zahl der Transaktionen sank ebenfalls, und die Investitionen fielen sogar unter den Wert von 2024. Beobachter in Washington deuten dies als Hinweis auf eine zunehmende Risikoaversion der chinesischen Seite angesichts der politischen Unsicherheiten in mehreren lateinamerikanischen Ländern. Zugleich mag Pekings Strategie, auf wenige verlässliche Partner wie Brasilien zu setzen, eine Reaktion auf die wachsende Konkurrenz durch westliche und insbesondere US-amerikanische Initiativen in der Region sein. In Brasília dagegen begrüßt man den Kapitalzufluss, der auch die wirtschaftliche Erholung Brasiliens stützt, wenngleich die Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffkäufen und Industrieinvestitionen langfristig Risiken birgt.

Für den deutschsprachigen Raum ergeben sich daraus strategische Fragen. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind traditionell starke Handelspartner Brasiliens, insbesondere im Maschinenbau und in der Automobilindustrie. Die chinesische Offensive in genau diesen Sektoren – Elektromobilität, Bergbauausrüstung, Energieinfrastruktur – stellt eine direkte Herausforderung dar. Zwar profitieren europäische Unternehmen von der allgemeinen Konjunkturbelebung in Brasilien, doch die chinesische Konkurrenz kann auf staatlich gelenkte Finanzierungen und langfristige Planungssicherheit bauen. Analysten in Berlin und Zürich verweisen auf die Notwendigkeit, die Handelsbeziehungen mit Brasilien zu diversifizieren und gleichzeitig eigene Projekte in den Bereichen grüner Wasserstoff und Digitalisierung voranzutreiben, um nicht vollständig aus dem Markt gedrängt zu werden. Der Blick nach vorn ist ambivalent: Chinas Fokus auf Brasilien dürfte zunächst anhalten, zumal die politischen Beziehungen zwischen Peking und Brasília gut sind. Doch der starke Rückgang der Investitionen im übrigen Lateinamerika mahnt, wie volatil die Kapitalströme der Volksrepublik sind. Ob sich die Rekordzahlen in Brasilien 2026 wiederholen lassen, hängt nicht zuletzt von der globalen Rohstoffnachfrage und der weiteren Entwicklung der US-chinesischen Rivalität ab.

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