
Der Schatten der Bürokratie: Indiens Bürger zwischen Totenschändung und Ambulanzskandal
Ein verzweifelter Bruder, eine exhumierte Leiche und eine Bankfiliale im ostindischen Odisha – was sich am vergangenen Montag im Distrikt Keonjhar zutrug, wirkt selbst für abgehärtete Beobachter wie eine makabre Inszenierung. Jitu Munda, Angehöriger einer staatlich anerkannten Stammesgemeinschaft, grub den Leichnam seiner Schwester aus und trug ihn in eine Filiale der Indian Overseas Bank, um den Tod der Frau zu beweisen. Zuvor hatten ihm Bankmitarbeiter die Auszahlung ihrer Ersparnisse verwehrt, weil er keine Todesbescheinigung vorlegen konnte.
Dass der Mann das bürokratische Vakuum mit einem Akt der Verzweiflung füllte, ist nicht nur ein individuelles Drama, sondern ein Menetekel für ein Land, das im digitalen Wettlauf oft jene zurücklässt, die am Rand der Alphabetisierung und der Verwaltungskapazität leben.
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