
Iran warnt vor Schließung der Straße von Hormus und weiterer Seeengen
Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Mohammad Bagher Zolghadr, droht mit einer Ausweitung der Blockade als Reaktion auf die anhaltende US-Marineblockade.
Der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans, Mohammad Bagher Zolghadr, hat am Samstag gewarnt, dass die fortgesetzte „Provokation“ und die Marineblockade der Vereinigten Staaten nicht nur die Durchfahrt durch die Straße von Hormus weiter einschränken, sondern auch zur Schließung anderer strategischer Meerengen führen werde. Laut einer von der staatlichen Rundfunkanstalt IRIB verbreiteten Erklärung würden die Konsequenzen des amerikanischen Vorgehens von der Weltwirtschaft, den Energiemärkten und den amerikanischen Wählern zu tragen sein – ein Hinweis auf die anstehenden Kongresswahlen im November, bei denen Preissteigerungen und der unpopuläre Krieg zentrale Themen sind.
Aus Teheraner Sicht ist die Blockade Teil einer anhaltenden Eskalation, die mit der Wiederaufnahme der US-Marineblockade am 14. Juli durch das Zentralkommando (CENTCOM) auf Anweisung von Präsident Donald Trump begann. Washington fordert die Einstellung iranischer Angriffe auf die Handelsschifffahrt und die Garantie freier Durchfahrt; Teheran besteht darauf, dass der Transit durch die an seiner Küste gelegene Wasserstraße einem von Iran verwalteten Mechanismus unterliegen müsse. Zuvor war nach Darstellung des iranischen Sicherheitsrats eine befristete Vereinbarung gescheitert, die einen gebührenfreien Transit für 60 Tage vorsah, weil die USA Schiffe durch eine nicht vereinbarte Passage eskortiert hätten.
Die Spannungen haben konkrete Auswirkungen auf die Energieversorgung und die regionale Sicherheit. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg auf über 90 Dollar je Barrel, nachdem er zu Monatsbeginn noch unter 72 Dollar gelegen hatte. In der Straße von Hormus wurde ein Flüssiggastanker getroffen, ein weiterer entging nur knapp einem Angriff. Saudi-Arabien und der Irak wurden tiefer in den Konflikt hineingezogen, und Ägypten meldete Drohnenangriffe auf zwei Gastanker im Hafen von Damiette. Kuwait erklärte, seine Luftabwehr habe iranische Drohnen zerstört.
Die US-Regierung erwägt nach Presseberichten Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur, während Präsident Trump mit harten Schlägen drohte. Die amerikanischen Botschaften in der Region riefen ihre Bürger zu erhöhter Vorsicht auf und warnten vor Flugausfällen und Luftraumsperrungen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte, Iran werde weiter zahlen, bis das Land in einer von Trump als bedeutsam erachteten Weise an den Verhandlungstisch komme. Eine diplomatische Lösung ist derzeit nicht in Sicht.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.70 | critical |
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| Iranische & verwandte Presse | +0.60 | aligned |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.50 | aligned |
Der Westen priorisiert Sicherheit: Die iranische Drohung muss ernst genommen werden. Er stellt sich auf die Seite der amerikanischen Verteidigung und des Schutzes der Bürger.
Die Verwendung von Botschaftswarnungen erzeugt Dringlichkeit und Legitimität, während die Kausalität durch Weglassen der Seeblockade umgekehrt wird.
Es lässt die US-Seeblockade aus, die Irans Reaktion auslöste, und lässt die Drohung unprovoziert erscheinen.
Der Iran stellt sich als Opfer amerikanischer Aggression dar: Die Schließung ist eine unvermeidliche Folge der US-Provokationen. Er nimmt die Position eines legitim Reagierenden ein.
Die Rhetorik der 'Provokation' kehrt die Verantwortung um und schreibt die Ursache seines Handelns dem Gegner zu. Die Seeblockade wird als gegeben dargestellt, während die Drohung eine automatische Reaktion ist.
Er erkennt nicht an, dass seine Schließungsdrohung vom Westen als Aggression gesehen wird, und lässt die Wirtschaftssanktionen vor der Blockade aus.
Die arabische Welt stellt sich auf die Seite Irans: Die Schließung der Straße ist eine symmetrische Reaktion auf den amerikanischen Wirtschaftskrieg. Sie verurteilt die US-Aggression.
Die Verwendung des Begriffs 'Kriegstreiberei' dämonisiert den Gegner und legitimiert die iranische Reaktion als verhältnismäßig. Die Kausalität wird linear dargestellt: amerikanische Aktion, iranische Reaktion.
Lässt die bestehenden iranischen Sanktionen und die Tatsache aus, dass die Schließung als Bedrohung der internationalen Schifffahrt gesehen wird.
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