
Atomwaffensperrvertrag in der Krise: Drittes Scheitern der NPT-Konferenz
Zum dritten Mal in Folge endete die Überprüfungskonferenz des Nuklearen Nichtverbreitungsvertrags ohne Abschlussdokument. Der Streit um Irans Atomprogramm und tiefe Risse zwischen den Atommächten ließen keine Einigung zu.
Die elfte Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags (NPT) ist in der Nacht zum Samstag ohne ein Abschlussdokument zu Ende gegangen. Der vietnamesische Vorsitzende Do Hung Viet erklärte in New York, das Gremium sei nicht in der Lage, einen Konsens über die substantiellen Fragen zu erzielen, und verzichtete darauf, den Text zur Annahme vorzulegen. Es war das dritte Scheitern in Folge nach 2015 und 2022 – ein beispielloser Rückschlag für das Fundament der nuklearen Rüstungskontrolle, das zuletzt 2010 eine gemeinsame Erklärung der Vertragsstaaten hervorgebracht hatte.
Die Gräben verliefen entlang der scharfen geopolitischen Bruchlinien. Aus Moskau hieß es, die „Aggression Israels und der USA gegen Iran“ unter dem Vorwand des Schutzes des Nichtverbreitungsregimes habe eine Einigung verhindert; zugleich pochte Russland auf die Unzulässigkeit eines Atomkriegs und einen entpolitisierten Kontrollmechanismus der Internationalen Atomenergiebehörde. Zwischen Washington und Teheran prallten die Positionen unversöhnlich aufeinander: Die USA warfen Iran vor, seine Verpflichtungen aus dem Vertrag mit Füßen zu treten, während Teheran die Militärschläge gegen seine Nuklearanlagen als Verstoß gegen internationales Recht anprangerte.
Die Stimmen der nichtnuklearen Welt klangen alarmiert. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich tief enttäuscht, dass die Chance vertan wurde, die Welt sicherer zu machen. Mexiko rief eindringlich dazu auf, die katastrophalen humanitären Folgen eines Atomwaffeneinsatzes anzuerkennen, und warb für Brücken zwischen den Lagern. Aus Japan, wo Überlebende der Atombombenabwürfe nach New York gereist waren, kam scharfe Kritik: „Es ist die Arroganz der Nuklearwaffenstaaten“, sagte die 82-jährige Hibakusha Kawazoe Tadako, und der Vorsitzende der japanischen Opferverbände, Matsuura Hideto, bezeichnete das Ergebnis als „zutiefst bedauerlich“. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die japanischen Hibakusha im Jahr 2024 hatte der Konferenz zusätzliche moralische Dringlichkeit verliehen – nun folgte die Ernüchterung.
Die Konferenz scheiterte nicht allein an der Iran-Frage. In den Verhandlungen vermissten viele Delegationen eine direkte Aufforderung an Washington und Moskau, Gespräche über einen Nachfolger des New-START-Vertrags aufzunehmen; auch das Atomprogramm Nordkoreas blieb ein ungelöster Konfliktherd. Der Vorsitzende Do Hung Viet hatte vier überarbeitete Fassungen eines ohnehin bereits von Abrüstungsbefürwortern als schwach kritisierten Entwurfs vorgelegt, ehe er aufgab.
Das erneute Scheitern untergräbt die Glaubwürdigkeit des NPT, der für nichtnukleare Staaten wie Deutschland, Österreich und die Schweiz die zentrale Säule der Sicherheitsarchitektur bildet. In Berlin, Wien und Bern wird die Entwicklung mit großer Sorge registriert, denn ein Erosionsprozess der multilateralen Rüstungskontrolle birgt unmittelbare Rückwirkungen auf die europäische Sicherheit. Ohne eine Wiederbelebung des Dialogs zwischen den Atommächten droht eine neue atomare Aufrüstungsdynamik, die den Vertrag endgültig zur leeren Hülle machen könnte. Der Druck auf die Staaten der nuklearen Teilhabe, darunter auch Deutschland, neue Wege der Abrüstungsdiplomatie zu beschreiten, dürfte damit weiter wachsen.
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Arabische Golfpresse | −0.40 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
The conference collapsed for the third time due to US sabotage and excessive demands. Washington and its allies obstructed any meaningful consensus, once again undermining the NPT. Iran’s legitimate concerns were ignored, and the US continues to threaten global security with its nuclear policies.
After four weeks of difficult negotiations, the NPT review conference failed to produce a final document for the third consecutive time. Low expectations were met as the president conceded no consensus could be reached. The US and Iran remained at odds over key issues, reflecting deep divisions among member states.
The UN conference ended in failure once again, highlighting the widening gap between major nuclear powers on disarmament issues. Attempts to bridge differences over Iran and North Korea failed, raising fears of a new nuclear arms race. The third consecutive collapse underscores the treaty's weakening authority.
Mexico expressed deep disappointment at the lack of agreement, reaffirming its firm rejection of nuclear weapons and commitment to disarmament. The country worked to build bridges between conflicting positions. Amid rising nuclear risks, it called for renewed diplomatic efforts to prevent proliferation.
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