
Tonali: „Zehn Minuten“ genügten für den Wechsel zu Tottenham
Die gemeinsame Leidenschaft für den finanziell angeschlagenen Jugendklub Brescia ebnete den Weg für den 100-Millionen-Pfund-Transfer des Italieners.
Sandro Tonali benötigte nach eigener Aussage nur „zehn Minuten“, um sich für Tottenham Hotspur zu entscheiden. Der 26-jährige Mittelfeldspieler, der für eine klubinterne Rekordsumme von 100 Millionen Pfund von Newcastle United kam, traf Trainer Roberto De Zerbi in dessen Haus nahe Brescia. „Wir sprachen über Brescia, über die schwierige Situation unseres Klubs“, sagte Tonali mit Blick auf den Bankrott seines Jugendvereins nach dem Abstieg in die dritte italienische Liga. De Zerbi, selbst als Brescia-Fan aufgewachsen und später für den Klub aktiv, hatte über einen gemeinsamen Bekannten während der vergangenen Saison angefragt, ob Tonali Interesse habe – die Antwort: „Er ist offen.“ Am Tag nach dem gesicherten Premier-League-Klassenerhalt der Spurs kontaktierte De Zerbi den Spieler direkt; binnen zehn Minuten rief Tonali zurück.
Die emotionale Klammer bildet der finanziell kollabierte Traditionsverein Brescia Calcio. Wie am 28. Juli bekannt wurde, beendete ein italienisches Gericht die 114-jährige Geschichte des Klubs, der mit 20 Millionen Euro verschuldet war. Eine Solidaritätszahlung von sechs Millionen Euro aus Tonalis Transfer, die dem Klub als Ausbildungsverein zugestanden hätte, fließt nun an die FIFA. Tonali, der seine Karriere in Brescia begann, und De Zerbi verband über diese Misere hinaus eine neun Jahre zurückreichende „Mini-Verbindung“: Schon als Trainer von Sassuolo hatte De Zerbi den damaligen Teenager verpflichten wollen. Bei den Treffen im Sommer, so Tonali, habe er dann „alles“ über seinen künftigen Coach erfahren.
Trotz eines weiteren Angebots eines anderen Klubs fiel die Wahl rasch auf Tottenham. „Wenn man nach einem zehnminütigen Gespräch glücklich ist, ist alles perfekt“, erklärte Tonali. London mache nur etwa zehn Prozent der Anziehungskraft aus, der Fußball, De Zerbi und das Scouting-Team der Spurs die übrigen neunzig Prozent. Eine Rückkehr nach Italien sei an der Ablösesumme gescheitert: „Wir hatten beschlossen, nach Italien zurückzukehren, aber es war unmöglich wegen des Geldes.“ Die Klubs hätten sein Gehalt stemmen können, nicht aber die Transfersumme. England sei die „beste Lösung“ gewesen, und Tottenham die beste innerhalb Englands.
Tonali, der bei Newcastle eine zehnmonatige Sperre wegen Verstößen gegen die Wettregeln des englischen Fußballverbands verbüßt hatte, ist sich des Drucks durch die Rekordsumme bewusst, will sich aber als „normaler“ Spieler verhalten. In London trifft er auf ein italienisch geprägtes Trainerteam und Nationalmannschaftskollege Destiny Udogie. Seinem früheren Trainer Eddie Howe zollte er unaufgefordert Respekt: „Eddie war fantastisch für mich.“ Tottenham, in der Vorsaison nur Siebzehnter, erhofft sich von seinem teuersten Zugang den sportlichen Aufschwung.
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Tonali wählte Tottenham wegen seiner Verbindung zu De Zerbi und Brescia, ein Rekordgeschäft, das in zehn Minuten besiegelt wurde.
Durch die Hervorhebung der persönlichen Bindung und der Schnelligkeit der Entscheidung wird der Transfer als natürlich und unvermeidlich dargestellt.
Romero möchte Tottenham für eine neue Herausforderung verlassen, und De Zerbi respektiert seinen Willen.
Indem der Wunsch des Spielers als legitim und der Respekt des Trainers als Zeichen guter Führung dargestellt wird, normalisiert die Erzählung den Abgang.
Brescia ist nach 114 Jahren gescheitert, eine Schuld von 20 Millionen Euro beendete seine Geschichte.
Durch die Verwendung von Finanzzahlen und rechtlichem Status wird die Insolvenz als objektives, unvermeidliches Ergebnis dargestellt.
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